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Geschichte
Das Hagener Wappen
von der Lilie zur Eiche
 Lilienwappen um 1895 | |
Wie der ehemalige Hagener Stadtarchivar Willy Timm in dem Heft Lilie und Eichenbaum 1976 darlegte, wird die Verwendung eines eigenen städtischen Siegels erst 1746 mit der Verleihung der Stadtrechte an die Stadt Hagen durch den preußischen König möglich geworden sein. Bis dahin werden sowohl der Richter des landesherrlichen Gerichtes Hagen als auch der Bürgermeister des Kirchspiels Hagen ihre privaten Siegel auch für Beurkundungen in dienstlicher Eigenschaft verwendet haben.
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 Eichenbaum mit kleiner Mauerkrone um 1896 | |
Aus diesem Grund nimmt Timm an, daß bei der von 1750 bis 1897 im Hagener Stadtwappen verwendeten heraldischen Lilie das Familienwappen des von 1746 - 1749 amtierenden Bürgermeisters H.W. Emminghaus Pate gestanden hat, das ebenfalls eine Lilie beinhaltete.
Als 1896 für die Amskette des Hagener Oberbürgermeisters das Wappen der Stadt dargestellt werden sollte, zog man den Rat des Berliner Professors Hildebrandt heran, der als "Kapazität" auf dem Gebiet der Heraldik (Wappenkunde) galt.
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 Eichenbaum mit großer Mauerkrone um 1897 | |
Dieser Professor überraschte die Hagener mit der Feststellung, bereits 1439 habe die Freiheit Hagen ein Siegel mit Eichbaum verwendet. Eine Erklärung für die Mutation von der Eiche zur Lilie hatte der Fachmann auch gleich parat: "Es liegt auf der Hand, wie durch mißverständliche Abzeichnung des Baumes - vielleicht von einem schlecht erhaltenen Abdruck des alten Siegels - die Lilie...entstanden ist."
Was der Fachmann bei seinen scharfsinnigen Erklärungen leider übersah, war die Tatsache, daß unser Hagen 1439 noch ein schlichtes Kirchdorf und keine Freiheit war.
Nachdem bereits 1910 erste Zweifel an der Richtigkeit der Feststellungen des Berliner Experten veröffentlicht wurden, wies der Historiker Otto Schnettler 1932 nach, daß das Siegel von 1439 der Freiheit Hagen im Kreis Arnsberg (heute Stadtteil von Sundern) zuzuordnen ist.
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 Eichenbaum mit runder Umrandung um 1940 | |
1896 jedoch nahmen die Hagener Stadtväter, so Timm, die Entdeckung des Berliner Heraldikexperten gläubig auf und schätzten sich glücklich, noch rechtzeitig vor Fertigstellung der Amtskette das - wie man jetzt annahm - falsch gedeutete Liliensymbol durch den "richtigen" Eichbaum ersetzen zu können. Als am 01.02.1897 die königliche Erlaubnis zur Führung des Eichbaumwappens erteilt wurde, erschien danach auch die Hagener Zeitung (vormalig Hagener Kreisblatt) deren Titelkopf seit 1858 die Lilie geziert hatte, mit Eichbaum im Titel.
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 Eichenbaum mit spitzer Umrandung seit 1933 gültige Form | |
Vielleicht passte die knorrige Eiche auch besser zum damaligen Zeitgeist als die die zierliche Lilie. Ersetzt man zum Beispiel in dem damals entstandenen - bis weit in dieses Jahrhundert hinein populären Sinnspruch - "Wo Eisen liegt und Eichen wachsen, da leben auch Leute, die dazu passen" - gedanklich das Wort Eichen durch Lilien, so wird dadurch der Inhalt merklich verändert
Auch wenn seine Existenz einem heraldischen Irrtum entspringt - 1997 konnte das Stadtwappen mit dem Eichbaum seinen hundertsten Geburtstag feiern.
Zwar wurde die graphische Gestaltung mehrfach modifiziert und das Zeichen des Hagener Impuls trat al zweites "Logo" der Stadt hinzu, doch gibt es bisher keine Anzeichen, daß die Eiche im Wappen der Stadt Hagen vom Aussterben bedroht ist.
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