Hohenhof
Der Hohenhof wurde 1908 als Wohnsitz des Kunstmäzens Karl Ernst Osthaus fertiggestellt und ist einer der Höhepunkte des Jugendstils in Hagen.
Der Hohenhof ist 18. Ankerpunkt der Route der Industriekultur. (Foto: Karsten-Thilo Raab)
Die nahezu vollständig erhaltene Inneneinrichtung des bedeutenden belgischen Architekten und Künstlers Henry van de Velde bildet zusammen mit dem Gebäude und der Parkanlage ein Gesamtkunstwerk von Rang, das auch Werke von Ferdinand Hodler und Henry Matisse umfasst.
In der westfälischen Industriestadt Hagen nahm Karl Ernst Osthaus (1874-1921), zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Museumsgründer, Mäzen und Kulturvermittler, mit seinem Folkwang-Gedanken die Vorstellung ernst, dass Kunst und Leben miteinander versöhnbar seien. In seiner Heimatstadt hatte Osthaus seit der Jahrhundertwende ein Museum aufgebaut, das er als ein Museum der Weltkulturen konzipiert hatte und darüber hinaus ein Wandermuseum, das 'Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe' ins Leben gerufen. Außerdem initiierte er in Hagen den Bau einer Arbeitersiedlung, rief ein Gartenstadt-Projekt ins Leben und entwickelte Vorschläge für einen Generalbebauungsplan für das rheinisch-westfälische Industriegebiet. Als Ideengeber, Vermittler und Auftraggeber verfolgte Osthaus generell die Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen in der Praxis, durch neue museale, architektonische und städtebauliche Konzepte. Unter dem Etikett "Hagener Impuls" wurden Osthaus' Initiativen im Rückblick zu einem festen Begriff der jüngeren Kunstgeschichte. Zwei Bauwerke sind in Hagen erhalten, die ihm persönliches Domizil und Arbeitsstätte zugleich waren: sein Museum und sein Wohnhaus, beide von Henry van de Velde gestaltet.
Jugendstil und mehr.
Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 präsentiert sich Hagen unter anderem zum Thema „Jugendstil und mehr“ als eine Stadt mit bedeutender Baukunst aus der Zeit zwischen 1895 und 1930. Der Bogen wird hierbei gespannt vom Jugendstil der Osthaus-Ära bis zu den verschiedenen stilistischen Strömungen der 1920er Jahre.
Fünf neue Architektur-Rundgänge durch verschiedene Hagener Stadtteile sind in einem neuen Prospekt gesammelt. Das Kartenmaterial und ausführliche Informationen zu den einzelnen Bauten ermöglichen Ihnen, auf eigene Faust eine spannende Entdeckungsreise zu unternehmen.
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