Aktuelle Buchpublikationen über Hagen
Neben der Stadtverwaltung gibt es es noch eine Reihe an Verlagen und Institutionen, die regelmäßig Bücher und andere Publikationen über Hagen herausbringen. So etwa der
ardenkuverlag, der neben erlesenen Architektur- und Kunstführern über die Vierflüssestadt auch jährlich im November das
HagenBuch des Hagener Heimatbundes herausgibt. Als Periodikum widmet sich das HagenBuch in jeder Ausgabe einem thematischen Schwerpunkt, greift aber auch eine Fülle an weiteren Themen aus den Bereichen Politik, Geschichte, Kunst, Kultur, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft auf. Dabei wird traditionell ein Blick in die facettenreiche Geschichte der Stadt geworfen. Aber auch ein Blick auf Perspektiven und mögliche Entwicklungen fehlt nicht.
Unter dem Titel
Das ist Hagen ist Karsten-Thilo Raab in einem 240 Seiten starken Buch aus der
Edition Limosa eine spannende und informative Momentaufnahme über die Volmestadt und all das, was Hagen liebens- und lebenswert macht gelungen. Das hochwertige Buch umfasst neben der Charakterisierung aller Stadtteile auch einen Einblick in die unterschiedlichen Lebensbereich von Kultur über Wirtschaft bis hin zu Kultur, Sport und Freizeit und stellt eine Vielzahl an Unternehmen vor, die sich nachhaltig mit dem Standort Hagen identifizieren und den Namen Hagen weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt machen.
Ende 2009 erschienen dann mit
Hohenlimburg - das westfälische Heidelberg und mit der
Hagener Sportchronik zwei weitere Bücher von Karsten-Thilo Raab über die Volmestadt bei der
Edition Limosa. Im selben Verlag legte Karsten-Thilo Raab dann 2010 das Staddteilbuch
Hagen-Haspe - Zwieback, Wachholder und Ulk vor. Diese Bücher sind - wie alle anderen genannten Titel - direkt beim jeweiligen Verlag oder im Hagener Buchhandel erhältlich sind.

Die westfälische Großstadt Hagen blickt auf eine vielfältige und weit in die Vergangenheit der Landschaft reichende Geschichte zurück. Weltweit einzigartig sind zum Beispiel die 318 Millionen Jahre alten Fossilien aus dem Steinbruch in Hagen-Vorhalle. In der Blätterhöhle in Hagen wurden dagegen 10.700 Jahre alte menschliche Überreste aus der Frühen Mittelsteinzeit entdeckt. Sie zählen zu den frühesten direkten Nachweisen anatomisch moderner Menschen im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen. Im Frühmittelalter setzte die schriftliche Überlieferung ein, erst spärlich, dann aber immer dichter werdend. Der Raum Hagen gehörte zunächst zur kölnischen Herrschaft Volmerstein, seit dem 14. Jahrhundert zur Grafschaft Mark und später zum Königreich Preußen. Die Grafschaft Limburg lag seit dem 13. Jahrhundert im Osten des heutigen Stadtgebiets und war bis 1808 ein von der Mark und Preußen unabhängiges Territorium. Das an den Flüssen Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe gelegene heutige Stadtgebiet ist das Ergebnis mehrerer Eingemeindungen zwischen 1876 und 1975. Sie umfassten eine Anzahl von benachbarten Gemeinden und Ämter sowie die Städte Haspe und Hohenlimburg. In der Frühen Neuzeit vollzogen sich wichtige historische Prozesse. Sie legten die Grundlagen für die weitere Entwicklung in der gesamten Region. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts stieg Hagen zur führenden Stadt im märkischen Gewerbegebiet auf. Entscheidend dafür war die verkehrsgünstige Lage am Schnittpunkt wichtiger Fernstraßen, dann der frühe Anschluss an die Eisenbahn und schließlich die Industrialisierung. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt durch mehrere Luftangriffe fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder, seit den 1970er Jahren die Stahlkrise und der Strukturwandel bestimmten die Nachkriegszeit. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts orientiert sich die Stadt neu, um ihre Funktion als Oberzentrum zu erfüllen. Unter dem Titel
Hagen. Geschichte einer Großstadt und ihrer Region" präsentierten Ralf Blank, Stephanie Marra und Gerhard E. Sollbach die erste zusammenfassende Darstellung dieser historischen Entwicklung Hagens und ihrer Region in einem 560 Seiten starken Buch aus dem Essener
Klartext Verlag.

Ebenfalls im
Klartext Verlag erschien 2008 das Buch
Hagen im Zweiten Weltkrieg. Bombenkrieg, Kriegsalltag und Rüstung in einer westfälischen Großstadt 1939-1945 von Ralf Blank. Der alliierte Bombenkrieg 1939–1945 gegen Deutschland traf besonders auch das als „Waffenschmiede des Reiches“ angesehene rheinisch-westfälische Industriegebiet. Mit einer Bevölkerung von rund 150.000 Einwohnern war Hagen eine der kleineren Großstädte im Deutschen Reich. Durch die als besonders kriegswichtig eingestufte Produktion von Batterien für U-Boote, Torpedos, Flugzeuge und Raketen in der Accumulatoren Fabrik AG Berlin-Hagen sowie mehrere wichtige Betriebe der Luftrüstung und des Panzerbaus zählte Hagen zu den führenden Rüstungszentren im Reich. Aber auch als Knotenpunkt des Schienenverkehrs besaß die Stadt eine große Bedeutung. Der inhaltliche Bogen der vorliegenden Studie spannt sich von der nationalsozialistischen Herrschaft und Kommunalpolitik über den Kriegsalltag der Bevölkerung an der „Heimatfront“ und die Bedeutung der örtlichen Rüstungsproduktion bis hin zu den alliierten Luftkriegsplanungen gegen die Stadt. Anhand von zeitgenössischen Aufzeichnungen, Tagebüchern und Briefen sowie amtlichen Quellen wird das Bild einer „Zusammenbruchgesellschaft“ unter Bomben und NS-Terror in einer allmählich in Trümmern versinkenden Großstadt nachgezeichnet. Zahlreiche Fotografien beleuchten zusätzlich den Verlauf der Kriegsjahre in der Stadt und in Westfalen. Das Buch geht ebenfalls der Frage nach, wie in Hagen bis in die Gegenwart mit der nationalsozialistischen Vergangenheit sowie mit der Erinnerung und dem Gedenken an die Zerstörungen und Opfer des Zweiten Weltkriegs umgegangen wird.

Mit dem Buch
Archäologie in Hagen. Eine Geschichtslandschaft wird erforscht aus dem
Klartext Verlag legten Michael Baales, Ralf Blank und Jörg Orschiedt im Jahre 2010 die erste zusammenfassende Darstellung zur Archäologie im Raum Hagen vor: Hagen blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück und ist der Mittelpunkt des vielleicht interessantesten stadtgeschichtlichen Raums in Westfalen. Im Stadtteil Vorhalle wurden 318 Millionen Jahre alte Großinsekten, frühe Amphibien, Haie und Quastenflosser, gut erhaltene Pflanzenreste und viele weitere Fossilien aus dem Erdzeitalter Karbon entdeckt. Diese Funde sind weltweit einzigartig. Schon vor über 40.000 Jahren durchstreiften die Neandertaler das heutige Stadtgebiet auf der Jagd. Die weitere Besiedlungsgeschichte des Hagener Raumes setzte sich über die Jungsteinzeit, die Bronze- und Eisenzeit und das Mittelalter bis in die Gegenwart fort. Vor 5.500 Jahren erreichten zahlreiche Werkzeuge und Waffen unsere Region. Es sind archäologische Botschafter eines das damalige Europa überspannenden Kommunikations- und Transportnetzes. Die im Raum Hagen während der Jungsteinzeit ansässigen Menschen standen mit vielen anderen Regionen Europas in Verbindung.

Hagen erforschen: Eine Stadt als Laboratorium
Hagen war ein künstlerischer Brennpunkt zu Beginn der Moderne: Hier öffnete das erste Museum moderner Kunst überhaupt seine Türen, hier kreuzten sich auf weiten europäischen Bahnen die Wege zahlreicher Architekten und Gestalter der Avantgarde. Hagen war einer der ersten Orte in Deutschland mit Bauten im Jugendstil. Der sogenannte Hagener Impuls war nicht als eine überschaubare Enklave geplant, sondern Karl Ernst Osthaus bezog seinen Versuch der Umgestaltung des gesellschaftlichen Lebens durch Kunst auf die soziale Realität einer ganzen Industriestadt.
Die wichtigsten Zeugen des Hagener Impuls sind: Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hohenhof, Künstlerkolonie Am Stirnband, Villa Cuno, Arbeitersiedlung Walddorfstraße, Krematorium Hagen-Delstern, Farbverglasung im Hagener Hauptbahnhof, Figuren an der Hauptfassade des Stadttheaters und das Bürogebäude der Spedition Lehnkering.
Das innovative Buch, erschienen im Klartext-Verlag, stiftet Jugendliche zum Erkunden der Stadt an, richtet sich als Gesamtdarstellung des Hagener Impuls darüber hinaus an alle kulturgeschichtlich Interessierten.