|
Amt für Brand- und Katastrophenschutz
Chronik - die Geschichte des Brandschutzes in der Stadt Hagen
Rückblick
Bei der Schilderung der Anfänge eines geordneten Brandschutzes in der Stadt Hagen, muß berücksichtigt werden, dass Hagen nur auf eine verhältnismäßig kurze Geschichte als Stadt zurückblicken kann (Verleihung der Stadtrechte 1746).
Erstmals erwähnt wird ein Hof Hagen um das Jahr 1070 in Schriften des Kölner Erzbischofs Anno II. Aus diesem Hof hat sich dann im Laufe der Jahrhunderte ein Kirchdorf entwickelt. Im Jahr 1699 wird über eine große Feuersbrunst berichtet. Leider ist nicht mehr darüber bekannt. 1722 berichtet der Justiz- und Steuerrat F.W. Motzfeld erstmals über Vorkehrungen zum Brandschutz in Hagen. Hagen wird als ein Ort mit 675 Einwohnern geschildert der aus 131 Häusern und 3 Gütern besteht. Laut Bericht wurden in Hagen 41 große Brandleitern, 12 Feuerhaken und 12 Feuereimer zur Brandbekämpfung vorgehalten. Es wurde dringend empfohlen, eine Feuerspritze und weiteres Material zu beschaffen! Nur zwei Jahre nach diesem Bericht, brach am Abend des 6. September 1724 im Hause des Försters Dähnert ein Brand aus!
Der „Flecken“ Hagen erstreckte sich damals entlang der heutigen Frankfurter Straße und Mittelstraße, mit seinem Kern rund um die Johanniskirche. Von 132 Häusern waren nur 6 mit Ziegeln und 8 mit Steinen gedeckt. Von 20 Scheunen, Brau- und Backhäusern nur 2 mit Ziegeln! Eine gleich nach dem Brand durchgeführte Untersuchung ergab 65 abgebrannte Häuser und 20 abgebrannte Scheunen und Backhäuser.
Als Sachverständiger wurde der Architekt Johann Michael Moser verpflichtet, der genaue Pläne anfertigte und Vorschläge für den Wiederaufbau erarbeitete. Auf diese Weise wurden die ersten Stadtpläne von Hagen überliefert. Basierend auf den Vorschlägen von J. M. Moser erging durch die Preußische Regierung am 18. Januar 1725 die erste Bauordnung für den Wiederaufbau des „Fleckens“ Hagen. Diese Bauordnung kann somit als Beginn eines vorbeugenden baulichen Brandschutzes in Hagen betrachtet werden. Dieser Vorbeugende Brandschutz ist bis heute ein wichtiger Bestandteil eines organisierten Brandschutzes.
Daten und Fakten
03. März 1872: 50 Turner des „Allgemeinen Hagener Turnvereins von 1860“ bilden eine „Turner-Feuerwehr“. Dieser, später aus dem Turnverein herausgelösten 1. Abteilung, wurde von Seiten der Stadt Hagen eine leichte Feuerspritze und weitere Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Das Datum gilt als Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr des Kreisverbandes Hagen.
27. Mai 1873: In der Gemeinde Wehringhausen wird eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. Die bereits durch die Gemeinde bewilligten 1.000 Taler zur Anschaffung von Löschgerätschaften wurden allerdings erst ausgezahlt nach dem die Freiwillige Feuerwehr mit ihrer Auflösung drohte. Daraufhin wurden bei der Firma Höning in Köln Ausrüstungsteile gekauft unter anderem auch eine Feuerspritze. Die wurde kurz darauf wieder abbestellt, weil sie mit der Hagener Spritze nicht übereinstimmte. Ein Zeichen, daß man sich auch über Nachbarschaftshilfe bereits Gedanken machte.
1874: Die Löschwasserversorgung wird verbessert. Zu den bereits bestehenden 3 Brunnen, am Langmann´schen Haus (Mittelstraße/Elberfelder Straße), am Landgericht (heute Marienstraße) und im Bereich der Spinngasse, wurde ein zusätzlicher Brunnen in der Nähe der heutigen „Schwenke“ angelegt.
- 1876: Bürgermeister Dödter gelingt es, die nunmehr im Stadtgebiet bestehenden drei Feuerwehren unter der Bezeichnung „Hagener Freiwillige Feuerwehr“ zu vereinigen (Gesamtstärke ca. 100 – 125 Mann).
Die „Hagener Freiwillige Feuerwehr“ gliederte sich in drei Abteilungen:
- 1. Abteilung: Altstadt
- 2. Abteilung: Wehringhausen
- 3. Abteilung: Eilpe
Diese Abteilungen bestanden jeweils aus:
- Steigerzug
- Rettungszug
- Spritzenzug
- und den Ordnungsmannschaften
17. Oktober 1884: Brand des Vogel´schen Hauses. Bei dem Feuer verloren 8 Menschen ihr Leben. Eingesetzt war die noch immer bestehende Bürgerfeuerwehr. Es soll zu Mißverständnissen gekommen sein, ob denn nun die angerückte Freiwillige Feuerwehr eingreifen dürfe oder nicht. Die Freiwillige Feuerwehr soll angeblich unverrichteter Dinge wieder abgerückt sein.
31. Mai 1888: Auflösung der Bürgerfeuerwehr. In einem „Ortsstatut für die Stadt Hagen i. W. betreffend das Feuerlöschwesen“ wurden die Gliederung der Feuerwehr, die Rechte und Pflichten, drei Ausrückebereiche, Meldebezirke und Meldestellen festgelegt.
01. Aug. 1913: Die Wache der Berufsfeuerwehr nimmt ihren Betrieb auf. Die Feuermeldeanlage wird vom Rathaus in die neue Wache verlegt. Es mussten ca. 40.000 Meter Erdkabel verlegt werden. 12 Feuerwehrmänner wurden bis zum Beginn ihrer Ausbildung für diese Arbeiten eingesetzt. An die Feuermeldeanlage wurden 44 öffentliche und 26 private Feuermelder angeschlossen. Die neue Feuerwache erregte bei auswärtigen Feuerwehren so reges Interesse, dass allein im ersten Jahr 1.400 Personen zur Besichtigung kamen. An Fahrzeugen standen zur Verfügung:
- Ein „benzinautomobiler“ Mannschaftswagen
- Eine Automobil-Drehleiter
- Drei Fahrräder
Im ersten Jahr wurde die Berufsfeuerwehr bereits 84 mal alarmiert und es mussten 7 Großbrände im Stadtgebiet bekämpft werden.
- 1923: Zehn Jahre Berufsfeuerwehr Hagen.
Personalstand:
Fahrzeugpark:
- Eine Motorspritze
- Eine Motorleiter
- Ein Mannschaftswagen
- Ein Krankenautomobil
- Zwei Personenkraftwagen
- Ein Motorrad
- Drei Dienstfahrräder
29. Juli 1929: Neugliederung des Rheinisch-Westfälischen Industriegebietes. Eingemeindung der Stadt Haspe und der Landgemeinden Boele, Fley, Halden, Holthausen und Vorhalle nach Hagen.
1930: Die Leitung der Gesamtfeuerwehr wird dem Branddirektor Ulrich übertragen. Sein Vorgänger, Oberbrandmeister Carl Post (Löschgruppe Eilpe-Delstern), wird zum Ehren–Branddirektor ernannt. An der Fleyer Straße wird eine provisorische Nebenwache eingerichtet.
1940 – 1945: 104 Luftangriffe auf Hagen, davon 4 Großangriffe. Fast 2.000 Tote. Der Stadtkern ist zu 100% zerstört. Die Hauptwache an der Lange Straße wird zu 70%, die Nebenwache an der Fuhrparkstraße vollständig zerstört. Bei dem 3. Großangriff am 28.02.1945 fand auch der Leiter der Feuerschutzpolizei, Major Ulrich, den Tot.
05. November 1974: Eingemeindung der Stadt Hohenlimburg sowie der Gemeinden Berchum, Garenfeld, Dahl, Priorei und Rummenohl nach Hagen.
1974: Neues Gesetz über den Rettungsdienst. Am Johannes-Hospital in Hagen-Boele wird ein Notarztwagen (NAW) als “fahrbare Klinik“ stationiert. Besatzung: 2 Beamte der Berufsfeuerwehr, 1 Notarzt. Die nach dem neuen Gesetz notwendige Ausbildung wird unter der Leitung von Prof. Dr. med. Stoffregen in Angriff genommen. 30 Feuermänner werden im Allgemeinen Krankenhaus für die Stadt Hagen in die Grundzüge der Intensivpflege und Anästhesie eingeführt. Beitritt der Stadt Hagen zur Trägergemeinschaft des Luftrettungsdienstes. Der Rettungshubschrauber „Christoph 8“ (Lünen) führt zu einer weiteren Verbesserung im Rettungsdienst.
April 2002: Erste Planungen zum Neubau der Gerätehäuser Dahl, Altenhagen, Boelerheide, Eckesey sowie für das Gerätehaus Vorhalle.
|