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Amt für Brand- und Katastrophenschutz

Chronik

Obwohl die Bedeutung seelsorglicher Begleitung in besonderen Dienstbereichen (zum Beispiel Polizei, Bundeswehr) längst erprobt und erwiesen ist, fehlte eine ähnliche Betreuung bei Feuerwehren und Rettungsdiensten lange. Erst in den 90iger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Versuche für eine entsprechende Arbeit in einigen Städten und Gemeinden gestartet.


Hier drei Beispiele für die extremen seelischen Belastungen, die im Bereich von Feuerwehr und Rettungsdienst auftreten und Notfallseelsorge unerläßlich machen:


  • Missglückte Wiederbelebung
    Für zurückbleibende Angehörige ein einschneidendes Ereignis, das sichtbare Hilfslosigkeit auslöst. Die Folge ist die stereotype Frage: "Was soll ich denn jetzt machen?"

    Der Rettungsdienst verabschiedet sich und fährt zum nächsten Einsatz.

  • Wohnhausbrand
    Ein Einsatz unter vielen für die Feuerwehr, aber für die Hausbewohner eine einmalige Katastrophe. Hilflos müssen sie zusehen, wie ihr Hab und Gut verbrennt, ihr Heim durch das Feuer zerstört wird. Unbeachtet und zur Untätigkeit verurteilt stehen sie am Rand des Geschehens. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll. Auch wenn keine Angehörigen verletzt oder getötet wurden, verändert dieses Ereignis das ganze Leben.

    Die Feuerwehr verläßt nach getaner Arbeit die Einsatzstelle.

  • Personen bei Verkehrsunfall getötet
    Für die Zeitungsleser eine alltägliche Nachricht. Doch die eingesetzten Rettungskräfte, Ärzte und Feuerwehrmänner können den Anblick der verstümmelten Opfer oft nicht vergessen. Immer wieder quält sie die Frage: "Hätten wir noch etwas anders machen können?"

    Einsatzkräfte werden noch Monate später von den schrecklichen Bildern verfolgt.

Aufgrund solcher und ähnlicher Erfahrungen wurde in Hagen die Notfallseelsorge am 01.02.1994 offiziell eingeführt.