Schon in den Anfängen seiner Geschichte bleibt Hagen nicht von Bränden und Brandkatastrophen verschont. So berichtet der Chronist von zwei verheerenden Feuerbrünsten. Im Jahre 1699 werden die meisten mit Stroh gedeckten Häuser in Schutt und Asche gelegt. Daraufhin werden Brandleitern, Feuereimer und –haken beschafft zum Schutz bei erneuten Bränden. Es zeigt sich jedoch, dass sie zur Brandbekämpfung nicht ausreichen. Denn schon im September 1724 brennen, bedingt durch Trockenheit und Wassermangel, fast 80 Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Trotzdem soll es noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts dauern, ehe eine regelrechte „Lösch- und Rettungscompanie“ gebildet wird. Nachdem sich in vielen Großstädten Feuerwehren bewährt haben, sind Anfang der 70er Jahre die Pläne soweit gediehen, dass die erste Abteilung für die Hagener Altstadt gegründet wird. Nach Wehringhausen 1873 folgt Eilpe 1876. Beide sind zu dieser Zeit noch selbständig.
Im Mai 1886 finden erste Gespräche zwischen Herrn Amtmann Knippschild und Robert vom Lehn, Vorstand des Eckeseyer Turnvereins, über die Bereitstellung einer Mannschaft zu einer Rettungscompanie für Feuergefahr statt.
Am 31. Mai 1886 werden in einem Schreiben von Robert vom Lehn an den Amtmann Knippschild erste konkrete Zahlen über Stärke und Ausrüstung einer Mannschaft bekannt. So heißt es unter anderem "…und glauben wir, dass 12 bis 15 Mann genügen werden. Die Ausrüstungskosten (für Helm, Haken, Beil etc.) werden sich für 15 Mann auf ca. M. 400,- vorläufig belaufen."
Am 23. August werden durch den Vorstand des Altenhagener Turnvereins dem Amtmann Knippschild 10 Mann genannt, die am Vortage in einer Versammlung zur Gründung einer Feuerlöschgruppe gewählt wurden. Am 5. Oktober treffen sich die ersten 22 zukünftigen Kameraden aus Eckesey und Altenhagen zur Besprechung und Vorstellung. Die Gründung der Feuerwehr für die Gemeinde Eckesey ist damit vollzogen. Als Einheitsführer werden benannt: für Altenhagen Hauptmann Schorn und für Eckesey Brandmeister Fritz Fischer.
Gleichzeitig wird im selben Jahr die erste Wasserleitung vom Wasserwerk Hengstey nach Hagen fertig gestellt und in Betrieb genommen. Durch den Einbau zahlreicher Hydranten wird die Brandbekämpfung wesentlich verbessert. Dadurch bedingt werden so genannte Hydranten-Abteilungen in den jeweiligen Einheiten gebildet.
1887 wird in der Einheit Eckesey Wehrführer Fritz Fischer von Robert vom Lehn abgelöst.
Altenhagen und Eckesey treten am 27. Februar 1888 der Westfälischen Feuerwehrunfallkasse bei. 1889 gibt Hauptmann Schorn sein Amt als Einheitsführer an Peter Kreutzer ab. Zur Brandbekämpfung stehen in Altenhagen zur Verfügung:
- 1 Druckspritze
- 50 m Lederschlauch und
- 20 Ledereimer.
Da das derzeitige Gerätehaus bereits jetzt für die Geräte zu klein ist, wird ein Antrag zum Bau eines Steigerturms eingereicht.
Am 15. Januar 1890 wird eine erste Kostenrechnung für den Bau eines Spritzenhauses mir Steigerturm für Altenhagen erstellt. Im April wird Herr Ebbinghaus beauftragt, eine Berechnung aufzumachen. Er schätzt die Höhe auf etwa 500 bis 600 Mark. Als Standort ist die Schulstraße (jetzige Fehrbelliner Straße) vorgesehen. Noch im selben Jahr beginnen die Bauarbeiten. Gleichzeitig erhält auch Eckesey einen Steigerturm.
23. Dezember 1897. Großbrand bei Proll und Lohmann in Altenhagen.
In Haspe (zu dieser Zeit noch selbständig) findet am 28. Mai 1899 der 9. Westfälische Feuerwehrverbandstag statt.
Durch die Eingemeindung am 1. April 1901 kommen die Einheit Altenhagen als Abteilung IV und die Einheit Eckesey als Abteilung V zur Hagener Freiwilligen Feuerwehr.
1902 wird eine elektrische Feuermeldeeinrichtung errichtet, die bereits 1903 in Betrieb genommen wird. Schon am 14. November 1897 wurde auf dem Feuerwehrtag im Vereinshaus Wehringhausen über die Einrichtung eines Feuermeldenetztes gesprochen.
Altenhagen erhält folgende 5 Feuermelder:
- Altenhagener Str. / Wittekindstr.
- Altenhagener Str. / Kreuzstr. (Zollstr.)
- Boeler Str. / Alleestr.
- Friedensstr. 11
- Vinckestr. / Wittekindstr.
Eckesey erhält folgende 8 Feuermelder:
- Eckeseyer Str. 36, Wirtschaft Hilger
- Eckeseyer Str. 144 / Neue Bachstr.
- Eckeseyer Str. 203 / Schwerter Str.
- Eckeseyer Str. Postgebäude
- Fabrik Erkenzweig und Schwemann
- Gabelfabrik Westfalia
- Dessauer Gasfabrik
- Waggonfabrik Killing und Sohn
Am 10. September 1905 wird die Ziegelei Drerup ein Raub der Flammen.
Am 22. Juni 1907 findet auf dem Emilienplatz der 17. Verbandstag des Westfälischen Feuerwehrverbandes statt. Es werden Schauübungen der einzelnen Abteilungen durchgeführt, deren Höhepunkt mit einer Bekämpfung eines Großbrandes endet.
Einer der größten Brände vernichtet am 18. August 1909 die Schreinerei Lösse an der Heinitzstraße. Alle Feuerwehrabteilungen sind mit dem Löschen des Brandes beschäftigt.
Aufgrund wachsender Anforderungen an die Freiwilligen beschließt die Stadtverordnetenversammlung am 26. Februar 1912 den Bau einer Berufsfeuerwache. Die Abteilung der Freiwilligen Feuerwehren bleibt aber weiterhin bestehen. Abt. Altenhagen unter Oberbrandmeister Schnippering und Abt. Eckesey unter Oberbrandmeister vom Lehn.
Durch die Mobilmachung am 1. August 1914 werden sämtliche Mannschaften der Berufsfeuerwehr zum Heerdienst herangezogen. Um den Feuerwachdienst aufrechtzuerhalten, werden bis zum Ende des 1. Weltkrieges die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren herangezogen.
Am 11. Juli 1926 findet auf der Springe der Verbandstag des Westfälischen Feuerwehrverbandes statt. Es marschieren etwa 14000 Feuerwehrmänner auf.
Durch den Machtwechsel in Deutschland 1933 wird das gesamte Feuerlöschwesen geändert. Die Freiwilligen Feuerwehren werden aufgelöst und neu organisiert: sie erhalten den Status einer Hilfspolizeitruppe. Im selben Jahr übernimmt Franz Weber in Eckesey das Amt des Einheitsführers und löst Robert vom Lehn ab.
1937 Wird Heinrich Vogt neuer Einheitsführer in Altenhagen.
Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges werden große Teile der Freiwilligen Feuerwehren zu Notdiensten herangezogen. Von Augenzeugen wird die katastrophale Lage nach den schweren Großangriffen 1945 wie folgt beschrieben: „Alles übersät mit Trümmern, umhergewirbelten Steinblöcken, Eisenträgern, Fahrzeugen, Baumstämmen, Holzstücken, mehrere Brücken zerstört; die Masten geknickt, Schienen zerrissen und riesige Krater im Straßenpflaster. Nur mit Mühe konnten zunächst die Hauptdurchgangsstraßen zur Heranführung der Hilfsfahrzeuge und der Feuerwehr freigemacht werden. Es gab kein Wasser, keinen Strom oder Gas, kein Telefon. Wasser konnte nur aus der Volme an die Schadensstellen herangepumpt werden, um die noch tagelang allerwärts schwelenden und wieder um sich greifenden Brände zu bekämpfen.“ Doch auch die Zeit des Elends und der Not hat ein Ende. Am 22. April 1946 werden die Freiwilligen Feuerwehren wieder selbständig und von der Polizei, mit der sie verschmolzen war, unabhängig. 5 Jahre später erhält Altenhagen wieder eine Unterkunft in den Räumen der Knappschule an der Boeler Straße, wo bis Ende 1950 die Nachrichtenstaffel der Berufsfeuerwehr behelfsmäßig untergebracht war.
Am 18. Juli 1960 wird Hauptbrandmeister Heinrich Vogt zum 40jährigen Dienstjubiläum geehrt. Ihm ist es im Besonderen zu verdanken, dass sich die Freiwilligen Wehren nach dem Krieg wieder neu formieren und sich zu einer schlagkräftigen Löschtruppe entwickeln können, was am 17. Juni 1960 beim Großbrand des Hl. Geist Hospitals in Haspe und beim Hochwassereinsatz im gesamten Stadtgebiet am 4. Dezember des selben Jahres unter Beweis gestellt wird.
Am 15. Juli 1961 löst Oberbrandmeister Walter Meinhard den Einheitsführer Franz Weber in seinem Amt in Eckesey ab.
1962 – Baubeginn des dringend erforderlichen Gerätehauses in Altenhagen. 1963 werden die Baumaßnahmen abgeschlossen und am 2. Dezember nimmt Hauptbrandmeister Vogt, anlässlich der Jahresdienstbesprechung des Kreisverbandes, die Schlüssel des neuen Gerätehauses entgegen.
Josef Pelta übernimmt am 2. April 1966 die Einheit Altenhagen und löst Hauptbrandmeister Vogt, den bisherigen Einheitsführer ab.
Am 1. Juli 1977 verlässt Jakob Hirsch Altenhagen, um neuer Einheitsführer in Eckesey zu werden. Am 19. Mai 1979 nimmt Altenhagen erstmalig am Leistungsnachweis in Halden teil, der nach den Richtlinien des Landesfeuerwehrverbandes seit 1978 jährlich durchgeführt wird.