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Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz

 
 
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)

Der Fuchsbandwurm kommt als geschlechtsreifer Bandwurm vorwiegend im Fuchs, selten auch in Katze und Hund vor. Befallene Tiere scheiden mit dem Kot Bandwurmglieder aus, in denen einige 100 Bandwurmeier enthalten sind. Diese Eier werden von den Zwischenwirten (insbesondere Feldmäuse) aufgenommen. In besonders gelagerten Fällen kann auch der Mensch als "Fehlzwischenwirt" von einer Infektion betroffen sein. Nach Aufnahme der Fuchsbandwurmeier schlüpfen daraus im Darm Larven, welche sich durch die Darmwand bohren und dann mit dem Blutstrom zur Leber gelangen können. In diesem lebenswichtigen Organ setzen sich die Larven fest und entwickeln sich zu kleinblasigen, zeitlebens weiterwachsenden Finnen. Durch das langsame, praktisch keinerlei Beschwerden verursachende Wachstum der Finnen machen sich diese teils raumfordernden, teils zerstörerischen Prozesse erst nach Jahren bemerkbar. Deshalb kommen therapeutische Maßnahmen (Operation und Chemotherapie) meist zu spät und die Heilungschancen sind entsprechend schlecht. Die Angaben über einen tödlichen Ausgang der Erkrankung schwanken zwischen 52 % und 94 %. Dementsprechend stellt der Befall des Menschen mit dem Echinococcus multilocularis eine gefährliche Parasitose des Menschen in Mitteleuropa dar.


Gesichert ist, dass die Infektion des Menschen durch Aufnahme und Verschlucken von Wurmeiern in der oben beschriebenen Weise erfolgt. Nach neueren Untersuchungen erkrankt nur etwa eine von zehn Personen, die vom Fuchsbandwurm befallen werden. Über die einzelnen Infektionswege und ihre Häufigkeit können nur allgemeine Überlegungen angestellt werden:

  • Verzehr von mit Fuchskot bzw. Bandwurmeiern verunreinigten Lebensmitteln. Hier kommen vor allem niedrighängende Waldfrüchte wie Erdbeeren und Heidelbeeren sowie Pilze in Betracht.

  • Einatmen und Schlucken von eierhaltigem Staub etwa bei Pflügen oder Heuen; serologische Daten lassen dies möglich erscheinen.

  • Direkter Kontakt mit infizierten Tieren. Betroffen davon sind Jäger und Förster beispielsweise beim Abbalgen von Füchsen, aber auch Tierpräparatoren.

  • Infektionsgefahr besteht ebenso für die Besitzer von Katzen und Hunden, die sich durch Fressen befallener Mäuse (Zwischenwirte), auch von ein bis zwei Tage alten Kadavern, infiziert haben.


Auch in Hagen und dem Umland werden immer wieder Echinococcen bei Füchsen nachgewiesen.


Aus Vorsorgegründen sollten Bewohner in Risikogebieten:

  • keine rohen Waldfrüchte verzehren; Waldbeeren und Pilze sollten nur nach Erhitzen über 60° C (Kochen, Backen) genossen werden; ein Einfrieren bei -20° C führt nicht zur Abtötung der Echinococcus-Eier.

  • Hunde und soweit als möglich auch Katzen sollten vom Mäusefangen und Kadaverfressen abgehalten werden und nicht frei laufen.

  • Katzenkot sollte auf weiße, fliegeneiergroße Stippchen überprüft und im positiven Fall sofort auf Echinococcus untersucht werden.

  • Katzen und Hunde sollten mit einem spezifischen Mittel prophylaktisch entwurmt werden. Diese Maßnahme ist nur dann zu empfehlen, wenn sie im Abstand von vier Wochen vorgenommen wird, da nur so ein Erreichen der Geschlechtsreife der Bandwürmer und damit eine Eiausscheidung sicher zu verhindern ist.

  • Im Umgang mit Füchsen sind Vorsichtsmaßnahmen (Anfeuchten des Fells, Tragen von Handschuhen und Mundschutz) in jedem Falle, auch außerhalb der Risikogebiete, angezeigt.


Durch Einhalten dieser Verhaltensregeln lässt sich vermutlich die Gefahr einer Echinococcus-Infektion erheblich senken.