Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Hagen
Der rasante Strukturwandel im Einzelhandel, wirtschaftliche und demografische Veränderungen haben Auswirkungen auf die Einzelhandelslandschaft, insbesondere auf die Standortwahl der Einzelhandels-betriebe abseits unserer gewachsenen Innenstädte, Neben- und Quartierszentren. Nicht nur die erfolgreichen Investitionen in der Hagener City müssen flankiert werden durch eine konsequente Standort- und Ansiedlungspolitik. Der Einzelhandel ist Visitenkarte und Imagefaktor einer Stadt und mit seinen zahlreichen Arbeits- und Ausbildungsplätzen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Durch die aktuelle Rechtsprechung und die Novellierung des Landesentwicklungsprogramms ergab sich die Notwendigkeit, das Einzelhandelsgutachten aus dem Jahre 1998 zu überarbeiten und insbesondere die zentralen Versorgungsbereiche deutlich abzugrenzen.
Aufgabe eines Einzelhandelskonzeptes ist es somit, die stadtbildprägende Kraft des Einzelhandels in einer Weise zu lenken, dass sie eine nachhaltig positive Wirkung auf unsere Stadtentwicklung entfaltet. Dies beinhaltet insbesondere Strategien zur Erhaltung der Stadt- und Ortskerne sowie die Sicherung der wohnortnahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Gleichzeitig soll aber auch den aktuellen Entwicklungstendenzen im Einzelhandelsbereich ein hinreichender Raum zur Entfaltung eingeräumt werden.
Mit Unterstützung des Büros Junker und Kruse aus Dortmund hat der Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung das Einzelhandels- und Zentrenkonzept entwickelt. Es wurde am 14. Mai 2009 vom Rat der Stadt als Entwicklungskonzept im Sinne des Baugesetzbuches (BauGB) zur Einzelhandelssteuerung beschlossen.
Grundelemente des Konzeptes sind eine Analyse der Angebots- und Nachfragesituation im Einzelhandel, die Prognose zukünftiger Rahmenbedingungen, das Aufzeigen von Entwicklungszielen und Leitbildern sowie die räumlich - funktionale Festlegung von Standorten der Hauptgeschäftsbereiche, der Grund-versorgung und Sondergebiete. Die Erarbeitung der einzelnen Bausteine wurde begleitet von einem verwaltungsinternen Arbeitskreis und dem "Beirat Einzelhandel", so dass die Akteure vor Ort (Politik, Verwaltung, Institutionen, Verbände, Handel…) prozessbegleitend an der Konzepterstellung beteiligt waren.
Das Konzept steht als pdf-Dokument zur Verfügung.
Regionale Abstimmung zur Einzelhandelsentwicklung
Auch auf regionaler Ebene hat man sich den Strukturveränderungen im Einzelhandel gestellt.
Seit dem Jahre 2000 gehört die Stadt Hagen zu einem Zusammenschluss von mehr als 20 Kreisen, Städten und Gemeinden, fünf Industrie- und Handelskammern sowie dem Einzelhandelsverband Westfalen-Mitte und zwei Bezirksregierungen. Mit dem gemeinsamen Ziel einer Sicherung und Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der Region wurde die „BBE Retail Experts“ aus Köln beauftragt, das „Regionale Einzelhandelskonzept Östliches Ruhrgebiet und angrenzende Bereiche“ (REHK) zu erarbeiten, das seit 2001 vorliegt.
Ziel ist eine abgestimmte Ansiedlungsplanung von großflächigen Einzelhandelsbetrieben in der Region. Dazu haben die beteiligten Kommunen eine Interkommunale Vereinbarung getroffen, die Grundlage des gemeinsamen Handelns ist.
Wesentliche Bausteine des Konzeptes sind die Stärkung der innerstädtischen Zentren und Stadtteilzentren sowie die Unterbindung eines übergroßen Angebotes an großflächigen Einzelhandelsbetrieben. In dem begleitenden Arbeitskreis REHK werden die relevanten Einzelhandelsvorhaben regelmäßig vorgestellt und erörtert.
Die veränderten Rahmenbedingungen der letzten Jahre waren Anlass eine Fortschreibung des Regionalen Konzeptes vorzunehmen. Mit der konzeptionellen Weiterentwicklung wurde sichergestellt, dass weiterhin eine realistische Entscheidungs- und Abstimmungsgrundlage für künftige Projekte vorliegt.
Die Fortschreibung des Regionalen Einzelhandelskonzeptes vom Juli 2007 verdeutlicht die Wertschätzung und Akzeptanz des Konzeptes unter den Beteiligten.
Das Dokument steht als pdf-Dokument zur Verfügung.