Lindenallee Zur Feldlage in Garenfeld.

Baumschutz

Gerade in den dicht besiedelten Stadtteilen in Hagen sind Bäume ein Stück natürlicher Lebensraum. Sie verschönern das Stadtbild, verbessern das Stadtklima und bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen geeigneten Lebensraum. Viele Bürgerinnen und Bürger suchen in der heißen Jahreszeit Kühlung unter einem Baum. Gerne werden an heißen Tagen auch Fahrzeuge im Schatten der Bäume abgestellt.


Um den Baumbestand in Hagen zu erhalten, gibt es verschiedene gesetzliche Regelwerke, die zu beachten sind:


§ 39 (5) BNatSchG – Gehölzschnitt und Artenschutz

Grundsätzlich gelten die allgemeinen artenschutzrechtlichen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes.

Demnach ist es verboten, in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres bestimmte Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen.

Dies gilt für

  • Bäume, die nicht im Wald, in Kurzumtriebsplantagen oder auf gärtnerisch genutzten Grundflächen (hierzu zählen auch Parks) stehen,
  • Hecken,
  • lebende Zäune,
  • Gebüsche und
  • andere Gehölze.

Erlaubt sind jedoch schonende Form- und Pflegeschnitte, die den Jahreszuwachs beseitigen sowie Maßnahmen zur Verkehrssicherung.


Wenn es sich um ein zulässiges Bauvorhaben handelt, dürfen losgelöst von dem oben genannten Verbot bis max. 10 % der Vegetation entfernt werden, wenn dies zur Verwirklichung des Bauvorhabens unbedingt notwendig ist.


Diese Regelung dient dazu, Insekten, Vögeln und Kleintieren während der kritischen Zeit der Fortpflanzung ihre Lebensgrundlage (Nahrung, Fortpflanzungsstätte, Rückzugsraum) zu sichern und somit langfristig zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen.

Zudem ist grundsätzlich zu beachten, dass keine Lebensstätten, wie Nester oder Baumhöhlen, zerstört werden, auch wenn ein Baum den Gesetzen folgend gefällt werden darf. Um einem Verstoß gegen dieses Verbot vorzubeugen, ist es ratsam, einen Baum genau in Augenschein zu nehmen, bevor er gefällt wird.

Weiterführende Informationen zum Artenschutz finden Sie hier.

Baumpflegesatzung

Der Rat der Stadt Hagen hat am 27.09.2018 eine Satzung zur Pflege und zum Erhalt des Baumbestandes in der Stadt Hagen, kurz Baumpflegesatzung, beschlossen, um Zweifelsfälle beim pfleglichen Umgang mit Bäumen auf öffentlichen und privaten Flächen auszuräumen.


Hier finden Sie Antworten auf wesentliche Fragen zur Baumpflegesatzung, den Zugang zu den rechtlichen Grundlagen sowie zu den digitalen Antragsformularen.

Auf welchen Flächen gilt die Satzung?

Die Satzung regelt den Erhalt und die Pflege des Baumbestandes innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile im Sinne des § 34 BauGB sowie innerhalb des Geltungsbereichs der Bebauungspläne.


Auf privaten Hausgrundstücken, die kleiner als 350 m² sind, gilt die Satzung nicht. Ebenso sind festgesetzte Schutzgebiete (z. B. Natur- und Landschaftsschutzgebiete) ausgenommen. Hier gelten jedoch die Regelungen des Landschaftsplans Hagen.


Welche Bäume werden durch die Baumpflegesatzung geschützt?

Geschützt sind Laubbäume mit einem Stammumfang von 100 cm und mehr, gemessen in einer Höhe von 100 cm über dem Erdboden. Mehrstämmige Bäume sind geschützt, wenn die Summe der Stammumfänge 100 cm und mehr beträgt und mindestens ein Stamm einen Umfang von 50 cm oder mehr aufweist.


Nicht geschützt sind Nadelbäume und Obstbäume – mit Ausnahme von Zier- und Wildformen, Walnussbäume, Esskastanien, Eiben, Sumpfzypressen und Sequoien.


Bäume, die auf privaten Flächen mit ihrem Stamm ganz oder teilweise näher als 10 m zu Außenwänden von bestehenden zugelassenen Gebäuden mit Wohnungen oder gewerblichen Aufenthaltsräumen stehen, fallen unabhängig von ihrer Größe und Art nicht unter die Satzung.

Grundsätzlich nicht unter die Baumpflegesatzung fallen ausgewiesene Naturdenkmäler!


Zudem sind immer die Verbote des § 39 (5) BNatSchG zu beachten!

Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Erlaubt sind fachgerechte Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen, insbesondere Maßnahmen nach der „ZTV Baumpflege-Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege“, wie z. B. die Beseitigung abgestorbener Äste oder die Behandlung von Wunden.


Auch unaufschiebbare Maßnahmen zur Herstellung der Verkehrssicherungspflicht bzw. Abwehr einer Gefahr für Personen und/oder zur Vermeidung bedeutender Sachschäden sind erlaubt, sie müssen allerdings unverzüglich beim Umweltamt der Stadt Hagen gemeldet werden.


Dagegen ist es verboten, geschützte Bäume zu beseitigen, zu zerstören, zu beschädigen oder in ihrer typischen Erscheinungsform wesentlich zu verändern. Neben dem Kappen von Ästen zählen zu diesen Maßnahmen auch schädigende Eingriffe in den Wurzelraum, wie z. B. Abgrabungen.

Wann muss ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung/Befreiung gestellt werden?

Ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung/Befreiung von den Verboten der Baumpflegesatzung muss immer dann gestellt werden, wenn geschützte Bäume beseitigt, beschädigt oder in ihrer typischen Erscheinungsform wesentlich verändert werden sollen.


Für Pflege- und Erhaltungsmaßmaßnahmen an geschützten Bäumen muss kein Antrag gestellt werden. Gleiches gilt für unaufschiebbare Maßnahmen zur Herstellung der Verkehrssicherungspflicht bzw. Abwehr einer Gefahr für Personen und/oder zur Vermeidung bedeutender Sachschäden. Sie müssen allerdings unverzüglich beim Umweltamt der Stadt Hagen gemeldet werden, wobei der gefällte Stamm für die Dauer von einer Woche nach der Meldung aufzubewahren ist, um der Stadt Hagen die Begutachtung zu ermöglichen.


Wie stellt man einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung/Befreiung?

Eine Ausnahmegenehmigung oder Befreiung ist beim Umweltamt Hagen schriftlich oder über das Online-Formular „Antrag nach Baumpflegesatzung der Stadt Hagen“ unter Darlegung der Gründe und Beifügung von Lageskizze(n) und/oder Fotos zu beantragen. Dabei sind die auf dem Grundstück vorhandenen geschützten Bäume, ihr Standort, die Art, der Stammumfang, die ungefähre Höhe und der ungefähre Kronendurchmesser zu dokumentieren. Die Eintragungen im Lageplan können handschriftlich erfolgen.


Wie hoch sind die Gebühren?

Für die Entscheidung über Anträge auf Ausnahmegenehmigung/Befreiung von den Verboten der Baumpflegesatzung werden nach der Verwaltungsgebührensatzung der Stadt Hagen folgende Gebühren erhoben:

Anzahl der Bäume
Ohne Ortsbesichtigung Mit Ortsbesichtigung
1 Baum
2-3 Bäume
4-6 Bäume
7-10 Bäume
11-20 Bäume
Über 20 Bäume
66 €
78 €
90 €
102 €
114 €
126 €
178 €
190 €
202 €
214 €
226 €
238 €
Für ablehnende Bescheide ermäßigt sich die Gebühr um 25 %.

Welche Ersatzpflanzungen oder Ausgleichszahlungen fallen an?

Für jeden entfernten geschützten Baum muss als Ersatzpflanzung ein Baum derselben oder gleichwertigen Art mit dem Baumschulmaß 18-20 cm Stammumfang gepflanzt werden. Ab einem Stammumfang von 150 cm oder mehr ist für je weitere angefangene 100 cm ferner ein zusätzlicher Baum zu pflanzen.


Ist eine Ersatzpflanzung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen ganz oder teilweise nicht möglich, so ist eine Ausgleichszahlung zu leisten. Die Höhe der Ausgleichszahlung berechnet sich durch den marktüblichen Katalogpreis des Baumes, mit dem die Ersatzpflanzung hätte erfolgen müssen, zuzüglich einer Pflanzkostenpauschale in Höhe von 30 % des vorgenannten Betrages.


Die Pflicht zur Ersatzpflanzung und Ausgleichszahlung liegt beim Eigentümer oder Nutzungsberechtigten des betroffen Grundstückes, die dementsprechend auch die Kosten tragen.


Welche Regeln gelten im Baugenehmigungsverfahren?

Wird für ein Grundstück im Geltungsbereich der Baumpflegesatzung eine Baugenehmigung beantragt, so sind im Lageplan zum Bauantrag die auf dem Baugrundstück vorhandenen und solche geschützten Bäume zeichnerisch darzustellen, die mit ihrem Wurzel- und Kronenbereich in das Baugrundstück hineinreichen. Zusätzlich sind Angaben über Standort, Kronendurchmesser, Gattung und Stammumfang zu machen.


Wenn bei der Verwirklichung des Bauvorhabens geschützte Bäume entfernt, zerstört, geschädigt oder in ihrem Aufbau verändert werden sollen, so ergeht die Entscheidung über eine Befreiung in der Baugenehmigung.

Ein zusätzlicher Antrag beim Umweltamt ist im Baugenehmigungsverfahren damit nicht erforderlich.

Die Baumpflegesatzung finden Sie hier.

Die Verwaltungsgebührenordnung der Stadt Hagen finden Sie hier.

Den Antrag auf Ausnahmegenehmigung von der Baumpflegesatzung finden Sie hier.

§ 41 LNatSchG NRW– Alleenschutz

Alleen an Verkehrsflächen und Wirtschaftswegen sind in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich geschützt. Alle Handlungen, die zur Zerstörung, Beschädigung oder nachteiligen Veränderung der Allee führen können, sind demnach verboten.


Auch von diesem Gebot sind zwingende Maßnahmen zur Verkehrssicherung ausgenommen. Die Maßnahme muss jedoch möglichst im Vorfeld bei der unteren Naturschutzbehörde angezeigt werden. Bei einer Bestandsminderung ist zudem Ersatz zu pflanzen.

Weitere Regelungen, die zu beachten sind

Die Beseitigung eines Gehölzes kann auch aufgrund anderer Festsetzungen verboten sein. Dies ist z. B. der Fall, wenn ein Baum als Naturdenkmal ausgewiesen ist, sich im Geltungsbereich eines Schutzgebietes befindet oder in einem Bebauungsplan als zu erhalten festgesetzt ist.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die untere Naturschutzbehörde.

Standort & Erreichbarkeit

Umweltamt

Rathausstraße 11, 58095 Hagen

Termine nach Vereinbarung.

Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt. Die Stadt Hagen ist Mitglied im Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt". Das Bündnis hat sich den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt zum Ziel gemacht.