Die Firma Nockemann verlädt den sechs Meter hohen „Eisernen Schmied“. Foto: Clara Berwe/Stadt Hagen

„Eiserner Schmied“ verlässt als letztes Exponat das Stadtmuseum

26. Februar 2018 – Als mahnender Türöffner für Hagens Geschichte begrüßte der „Eiserne Schmied von Hagen“ mehr als zwei Jahrzehnte lang die Besucher im Eingangsbereich des Stadtmuseums in Hagen-Eilpe. Nun musste der imposante Riese mit Umzug des Museums als letztes Exponat seinen angestammten Standort in der Wippermann-Passage verlassen.


„Unter den wenigen noch bekannten Nagelfiguren aus der Zeit des Ersten Weltkriegs nimmt der ‚Eiserne Schmied‘ des Dortmunder Bildhauers Friedrich Bagdons eine besondere Stellung ein. Er ist eine der wenigen noch erhaltenen Statuen aus dieser Zeit und somit ein wichtiges Zeugnis für Propaganda- und Finanzierungsmittel Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Hagen“, sagte Dr. Ralf Blank, Fachdienstleiter für Geschichte der Stadt Hagen. Knapp vier Meter misst der Koloss und bringt eine knappe Tonne auf die Waage – von innen ist die Figur hohl. Trotzdem war der Umzug im wahrsten Sinne des Wortes ein schweres Unterfangen: „Für die Verladung haben wir ein spezielles Gerüst angefertigt, welches das Gewicht der Statue beim Anheben verteilt. Außerdem wird der Schmied mit Schaumstoff und Passhölzern geschützt“, erklärte Hermann Bauschulte von der beauftragten Industrie- und Montagefirma Nockemann. Sechs Mitarbeiter waren mit dem Umzug des Schmiedes betraut, welcher durch ein zuvor ausgebautes Fenster aus dem Gebäude gehoben wurde.


Schmied finanziert den Ersten Weltkrieg

Am 28. November 1915 wurde der Eiserne Schmied vor dem Rathaus eingeweiht. Die Hagenerinnen und Hagener konnten gegen eine Spende einen Nagel in das Holz schlagen – und die Figur so sinnbildlich stärken. Firmen, Institutionen und Vereine verewigten sich mit einer Plakette am Sockel des Schmieds. Der Holzriese wurde somit innerhalb kürzester Zeit „eisern“ und füllte – hingegen der offiziellen Behauptung, die Spenden verwende man für soziale Zwecke wie die Unterstützung von Kriegswitwen und Waisen – die Kriegskasse beachtlich.


Ab 2021 im „neuen“ Stadtmuseum ausgestellt

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verschwand der „Eiserne Schmied“ zunächst von der Bildfläche. Im Dritten Reich instrumentalisierten die Nationalsozialisten die unbesiegbar und heldenhaft anmutende Statue für ihre Politik und Ideologie. Am 29. Januar 1934 stellten sie ihn in der Säulenhalle des Hagener Rathauses auf. Nach Kriegsende wurde er ab 1959 eingelagert. Ab 1984 präsentierte das Stadtmuseum den „Eisernen Schmied“ als Ausstellungsstück und würdigte ihn kritisch. „Nach dem Abtransport aus der Wippermann-Passage lagern wir den Schmied zunächst an sicherer Stelle wieder ein“, sagte Blank. „Ab 2021 wird er am neuen Standort des Stadtmuseums im Hagener Kunstquartier wieder von einem gebührenden Platz aus die Besucher des Museums als bedeutendes Mahnmal und historisches Zeugnis begrüßen.“


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