Die Kinder aus dem Schatten holen - Kinder suchtkranker und psychisch kranker Eltern erhalten eigenes Präventionsangebot

19. April 2018 – In Hagen leben etwa 5500 Kinder und Jugendliche mit einem suchtbelasteten Elternteil zusammen, weitere 2800 Kinder und Jugendliche leben in einem Haushalt mit einem psychisch erkrankten Elternteil. In den meisten Familien steht der erkrankte Elternteil im Fokus, die Auswirkung der Erkrankung auf die Angehörigen, insbesondere auf die Kinder bleibt häufig unbeachtet.


Aus der Forschung ist bekannt, dass bis zu 60 Prozent dieser Kinder dann im Verlauf ihres Lebens selbst eine psychische oder Suchterkrankung entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit, dieselbe Erkrankung wie ein Elternteil zu entwickeln ist besonders hoch. Doch es gibt viele Möglichkeiten, um den Risikofaktoren entgegenzuwirken. Dazu ist ein gemeinschaftlicher Einsatz von Jugend-, Sucht- und Gesundheitshilfe notwendig.


Um sich entschieden für Kinder suchtkranker und psychisch kranker Eltern einzusetzen, luden das Blaukreuz-Zentrum Hagen und der Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Hagen zu einem Fachtag ein, der das Hilfenetzwerk nachhaltig mobilisieren sollte. Die Hauptreferentin Monika Feist-Ortmanns, Doktorandin an der Universität Köln, forscht zu Wirkfaktoren und Fallstricken in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Jugend-, Sucht- und Gesundheitshilfe. Auf dem Fachtag referierte sie zu aktuellen Ergebnissen einer gelingenden guten Zusammenarbeit zwischen den Hilfesystemen und legte ein Fundament für notwendige Entwicklungen in Hagen. Fazit des Fachtags war, dass Jugend-, Sucht- und Gesundheitshilfe stärker zusammenarbeiten wollen.


Margarita Kaufmann, Dezernentin für Jugend und Soziales der Stadt Hagen und Schirmherrin des Fachtags stellte fest, dass es bisher kein Präventionsangebot für betroffene Kinder und Jugendliche in Hagen gibt. Dies soll sich künftig ändern. Das Blaue Kreuz bietet Gruppenangebote zur Resilienzförderung an. Die erste Gruppe ist bereits gestartet. In den wöchentlich stattfindenden Gruppen erhalten die Kinder und Jugendlichen eine Chance, über die elterliche Erkrankung aufgeklärt zu werden, über ihre Gefühle, Sorgen und Probleme zu sprechen sowie geeignete Stressbewältigungsstrategien zu erlernen, um gesund aufwachsen zu können. Weitere Informationen gibt es bei Christian Look vom Blauen Kreuz unter Telefon 02331/9337450 oder E-Mail c.look@blaues-kreuz.de.


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