Neun sogenannte Hohlkastenträger, jeweils 60 Tonnen schwer, tragen die neue Brücke. Foto: Esther Schöttke/Stadt Hagen

Große Zahlen, die beeindrucken: Neue Brücke für die Bahnhofshinterfahrung

24. April 2018 – 580 Tonnen Stahlbauelemente, 1500 Quadratmeter Brückenfläche, sechs Verkehrsspuren: Die neue Brücke zwischen Bahnhofshinterfahrung und Eckeseyer Straße beeindruckt mit großen Zahlen. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) und die zuständige Baufirma „Heinrich Walter Bau“ gaben jetzt den Startschuss für die Installation der Brückenelemente mithilfe eines 108 Tonnen schweren Mobilkrans. Die Montage der Überbauträger dauert bis Donnerstag, 26. April. Während dieser Zeit kann es tagsüber zu kurzzeitigen Behinderungen im Straßenverkehr kommen.


Vorbereitung dauert zwei Jahre

Bereits mit dem Ausheben der alten Brücke Plessenstraße in einem Stück durch einen großen Kran im April 2016 wurde mit den Vorbereitungen für die jetzige Baumaßnahme im dritten Bauabschnitt der Bahnhofshinterfahrung begonnen. So konnten umfangreiche Umbauarbeiten an Gleisen und Oberleitungen als Vorbereitung für den bereits erfolgten Neubau der Leitungsbrücke der Enervie (Umspannwerk zur Eckeseyer Straße) stattfinden sowie die Straßenbrücke über die Gleise der Deutschen Bahn zur Anbindung der Bahnhofshinterfahrung an die Eckeseyer Straße errichtet werden.


Die neue Straßenbrücke wird in Verbundbauweise hergestellt. Das heißt, neun individuell angefertigte Hohlkastenträger – jeweils über zwei Meter hoch, bis 50 Meter lang und 60 Tonnen schwer – werden untereinander mit sogenannten Feldquerträgerelementen verbunden und schließen im Bereich der Widerlager an die Endquerträger an. So entsteht der Überbau für das zukünftige Brückenbauwerk. Die Fertigung aller Stahlbauelemente erfolgte in einem Herstellungswerk in Ungarn. Unter einem besonders hohen logistischen Aufwand wurden die letzten Stahlbauelemente zur Baustelle nach Hagen transportiert und vor Ort auf dem Vormontageplatz für den Einhub vorbereitet. Die Zwischenlagerung und der Zusammenbau der einzelnen Segmente eines Trägers erfolgten auf einer extra angefertigten Hilfskonstruktion in zwei Ebenen auf rund acht Metern Höhe. Vorab wurde im gesamten Gleisbereich ein Schutzgerüst oberhalb der elektrifizierten Oberleitung der Deutschen Bahn aufgebaut.


Montage ist besondere Herausforderung

Die besondere Schwierigkeit bei dieser Brücke liegt neben den großen Abmessungen der Bauteile insbesondere auch in dem schiefen Winkel und der starken Krümmung des Bauwerks in Verbindung mit dem sehr engen Raum, in dem sie zu montieren ist.


Der Montageablaufplan sieht vor, dass zunächst der zweite Träger in seiner Gesamtlänge mittels Kran aufgenommen wird. Anschließend wird der Träger in die Solllage positioniert – unterstützt durch extra im Gleisbereich angefertigte Hilfsstützen – und mit den Endquerträgern zusammengefügt. Im Anschluss werden die beiden Segmente des ersten Trägers eingehoben und vor Ort, gestützt durch die Hilfsstützen, verschlossert sowie mit dem bereits montierten zweiten Träger verbunden. Im Anschluss werden die restlichen Hauptträger jeweils als Ganzes eingehoben und miteinander verbunden. Zuletzt werden jeweils die beiden längsten Träger in einem so genannten Tandemhub durch zwei Kräne eingehoben.


Nach Montage aller Bauteile und Vermessung des Tragwerks werden weitere Montagestöße verschweißt. Nach Verschweißung des gesamten Stahltragwerks werden die temporären Hilfsstützen im Gleisbereich entfernt und das Tragwerk mittels Hilfstürmen auf den Lagersockeln eine Zeit lang in Höhe von 2,50 Meter gelagert. Erst mit Fertigstellung der Fahrbahnplatte wird im Herbst 2018 das Brückenbauwerk in die höhenmäßige Endlage positioniert oder „abgestapelt“, wie es im Fachjargon der Brückenbauer heißt.


Ausblick: So geht es auf der Baustelle weiter

Wenn die Flächen an der Eckeseyer Straße nach dem Einheben der Stahlträger geräumt sind, kann hier unter der Nutzung der gleichen Verkehrsführung der Straßenbau beginnen. Zuerst müssen jedoch noch Leerrohre und Leitungen der einzelnen Versorgungsunternehmen verlegt werden. In der ersten Bauphase, die im Mai beginnt, können schon fast alle neuen Verkehrsinseln für die Großkreuzung erstellt werden.


Ab August muss dann der Verkehr auf die bereits fertig gestellten Flächen umgeschwenkt werden, um die restlichen Versorgungsleitungen, Entwässerungsanlagen, 3100 Quadratmeter Fahrbahnflächen und Inseln herstellen zu können. Die ausführende Baufirma ist guter Dinge, die Arbeiten an der Eckeseyer Straße bis zum Herbst dieses Jahres abschließen zu können.


Fertigstellung der Bahnhofshinterfahrung 2019

Die Arbeiten zur Bodensanierung auf der sogenannten „Westside“ kommen gut voran. Hier werden bereits seit Mitte März die rund 40.000 Kubikmeter Bodenmassen umgeschichtet, auf Schadstoffe untersucht und gegebenenfalls entfernt. Ebenfalls wird das Gelände zur besseren späteren Vermarktung von Fundamenten, Mauerwerksresten und Sonstigem befreit. Die Baufirma arbeitet hier in einem sogenannten Umklappverfahren. Der Boden der ersten Sanierungsteilfläche ist zwischengelagert worden. Die Böden der nächsten Sanierungsteilflächen können nach Freigabe durch den Bodengutachter in die Baugruben der vorigen Sanierungsflächen eingebracht werden bis die Höhe des städtebaulichen Zwischenzustandes erreicht ist. Alle restlichen Böden werden für die Dammerstellung der Bahnhofshinterfahrung benötigt. Allein der Lückenschluss zwischen Volmebrücke und Eisenbahnbrücke an der Eckeseyer Straße wird circa 15.000 Kubikmeter Boden aufnehmen.


Wenn der Damm hergestellt ist, kann mit dem eigentlichen Straßenbau in diesem Bereich begonnen werden. Hier müssen noch rund 300 Meter Bordsteinanlage, 450 Quadratmeter Pflasterarbeiten und 3200 Quadratmeter Asphaltstraße erstellt werden.


Da witterungssensible Arbeiten wie der Asphaltdeckenbau und Markierungsarbeiten zum Bauende in die kalte Jahreszeit fallen und es dadurch zu Verzögerungen kommen kann, geht der WBH davon aus, dass die Arbeiten voraussichtlich im Sommer 2019 abgeschlossen sind und die Bahnhofshinterfahrung für den Straßenverkehr freigegeben werden kann.


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