Interessierte Bürger können die Broschüre kostenlos anfordern. Foto: Michael Kaub

Inklusion in Hagen: Neue Broschüre erklärt die Aufgaben der Stadtverwaltung in „Leichter Sprache“

4. Juni 2018 – Die Stadt Hagen ist erfolgreich auf ihrem Weg in die Inklusion. Bei Inklusion geht es darum, dass alle Menschen gleichberechtigt am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können und dass niemand ausgeschlossen wird. Ganz besonders bemüht sich die Stadt Hagen in enger Zusammenarbeit mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen um die Inklusion von Menschen mit Behinderung. Neben verschiedenen anderen Maßnahmen und Aktionen gibt sie jetzt eine Broschüre in so genannter „Leichter Sprache“ heraus. Unter dem Titel „Was macht die Stadtverwaltung?“ wird beschrieben, welche Angelegenheiten Bürgerinnen und Bürger bei den Fachbereichen und Ämtern der Stadtverwaltung erledigen können.


Damit auch Menschen mit Einschränkungen, wie zum Beispiel einer Lernbehinderung, alle Texte gut verstehen können, wurde die Broschüre in „Leichter Sprache“ verfasst. Um die Verständlichkeit von Texten zu verbessern, werden kurze Sätze gebildet, schwierige Begriffe gesondert erklärt und zusammengesetzte Wörter mit Bindestrich geschrieben, um zu verdeutlichen, aus welchen Wörtern sie bestehen. Bilder ergänzen jeweils den Text, auch dies dient der besseren Verständlichkeit. „Leichte Sprache“ ist jedoch nicht nur für Menschen mit Behinderungen von Vorteil, auch Menschen, die nicht gut lesen können oder die die deutsche Sprache nicht gut verstehen, profitieren von der leichten Sprachform.


Auf 38 Seiten wird erläutert, wo man seinen Wohnsitz anmeldet, einen Reisepass oder Personalausweis beantragt oder einen Parkausweis für Menschen mit Behinderung. Aber auch die Themen Sicherheit auf der Straße, Steuer, Geburt, Heirat, Tod, Schule und Feuer werden behandelt. In einem Einleger findet man die Adressen der einzelnen Rathäuser und Bürgerbüros und Hinweise zur Barrierefreiheit der einzelnen Gebäude. Die Inhalte der Broschüre wurden zudem in den Internetauftritt der Stadt Hagen unter www.hagen.de/leichtesprache integriert. Die Broschüre wird in den nächsten Tagen an Einrichtungen der Behindertenhilfe in Hagen versandt. Interessierte Bürger können die Broschüre kostenlos anfordern bei Martina Gleiß, Fachbereich Jugend und Soziales, unter Telefon 02331/207-2895 oder E-Mail Martina.Gleiss@stadt-hagen.de.


Die Stadt Hagen ist in vielen Bereichen dabei, das Thema Inklusion mit Leben zu füllen. Kinder mit Behinderung werden in die Kindertagesstätten integriert, viele von ihnen können nach der Kindergartenzeit eine Regelschule besuchen. In jüngster Zeit wurden in Hagen noch weitere Maßnahmen auf dem Weg zur Inklusion umgesetzt. Vorlagen, die in der Verwaltung geschrieben und die in den politischen Gremien der Stadt beraten und teilweise auch beschlossen sind, müssen darlegen, ob Belange von Menschen mit Behinderung betroffen werden; gegebenenfalls sind entsprechende Auswirkungen zu beschreiben. Vertreter aus dem Beirat für Menschen mit Behinderungen nehmen regelmäßig an den Sitzungen des Sozialausschusses, des Jugendhilfeausschusses, des Schulausschusses, des Stadtentwicklungsausschusses, des Kultur- und Weiterbildungsausschusses und des Sport- und Freizeitausschusses teil und vertreten dort die Interessen der Menschen mit Behinderung. Vor rund zweieinhalb Jahren wurde die Arbeitsgruppe Partizipation (AG Partizipation) gegründet. Die AG, in der die Stadt Hagen gemeinsam mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen, der Fachhochschule Dortmund, Wohlfahrtsverbänden und Anbietern der Behindertenhilfe zusammenarbeitet, fördert die politische Mitsprache von Menschen mit Behinderung. In Veranstaltungen gemeinsam mit Politikern wird auf die Probleme von Menschen mit Behinderungen aufmerksam gemacht. Dabei geht es nicht nur um Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Sinnesbehinderungen, sondern auch um Menschen mit seelischen und psychischen Krankheiten. Einmal im Monat veranstaltet die AG Partizipation einen Stammtisch, in dem verschiedene Themen diskutiert werden. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeichnet die AG am 19. Juni dieses Jahres in Münster mit dem LWL-Sozialpreis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, aus. Begründet wird die Auszeichnung mit der „besonders innovativen Leistung“ und einem „überdurchschnittlichen bürgerschaftlichen Engagement.“


Auch in der jährlich stattfindenden Regionalplanungskonferenz, in der es auch um das Wohnen und um Wohnhilfen geht, haben Menschen mit Behinderung ein Mitspracherecht, und davon wird in jüngster Vergangenheit auch rege Gebrauch gemacht. Und dies entspricht dem Grundsatz „Nichts ohne uns über uns“, der in Hagen mit Leben gefüllt wird.



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