Kulturdezernentin Margarita Kaufmann und der Leiter des Fachbereichs Kultur, Dr. Tayfun Belgin, freuen sich auf die Wiedereröffnung im Frühjahr 2019. Foto: Michael Kaub

Umfangreiche Neugestaltung: Museum im Wasserschloss Werdringen schließt für einige Monate seine Türen

12. Oktober 2018 – Ab Montag, 29. Oktober, schließt das Museum im Wasserschloss Werdringen in Hagen-Vorhalle für einige Monate seine Türen, um diese im Frühjahr 2019 mit neuem Ausstellungsbereich wieder zu öffnen. Die Zeit der Schließung wird für eine umfangreiche Neugestaltung des Steinzeitbereiches im ersten Obergeschoss der Ausstellung genutzt. Dazu wird neben der bereits vorhandenen Ausstellungsfläche ein weiterer Nebenraum erschlossen, indem die Funde aus der Blätterhöhle präsentiert werden.


Zudem sollen aktuelle Themen wie Klimaentwicklung, sowie verschiedene naturwissenschaftliche Datierungsmethoden anhand von Menschen- und Tierknochen und die Lebensweisen von steinzeitlichen Jägern und Sammlern behandelt werden.


Die Blätterhöhle in Hagen-Holthausen hat sich in den vergangenen Jahren für die europäische Archäologie zu einer der bedeutendsten Fundstellen der Alt- und Mittelsteinzeit entwickelt. Über das spannende Fundspektrum und die Grabungstätigkeiten in und an der Höhle, konnten sich Besucher zuletzt noch im September dieses Jahres bei einem Vortrag und einer anschließenden Spezial-Führung informieren. Um diesen besonderen Ort auch in Zukunft Besuchern präsentieren zu können, sollen die wichtigsten Funde in Werdringen ausgestellt und damit dauerhaft in die Ausstellung integriert werden. Dazu werden Leihgaben, die derzeit noch zu Untersuchungszwecken oder als Teil einer vorübergehenden archäologischen Ausstellung in anderen Städten (aktuell Berlin) sind, zurück nach Hagen geholt.


Als das Museum Wasserschloss Werdringen 2004 als Museum für Ur- und Frühgeschichte eröffnet wurde, versammelten sich in dem neu konzipierten Ausstellungsbereich in der ehemaligen Scheune, eine Vielzahl besonderer Fundobjekte aus Hagen und der Region. Unter anderem wurde so eine Alternative zum ursprünglichen „Hagener Vorgeschichtsmuseum“ geschaffen, das sich von 1975 bis 2002 in kleinen Räumlichkeiten auf Schloss Hohenlimburg befand. Hier wurden die Reste der weitgehend durch den 2. Weltkrieg zerstörten Hagener Sammlungen (städtisch und privat) zusammengeführt. Doch erst mit der Eröffnung des Museums in Werdringen verfügte die Region schließlich über eine eigene Einrichtung, die dem Umfang und der Bedeutung der archäologischen und geologischen Funde gerecht werden konnte.


Die nun bevorstehende Teilumgestaltung der Ausstellung soll auch Anlass für eine schrittweise Erneuerung und Aktualisierung einiger Vitrinen und Exponate sein. Damit möchte das Museum die Gelegenheit nutzen, Neufunde zu integrieren und bestehende Präsentationsweisen zu überarbeiten. Das Frühjahr 2019 soll daher ganz im Zeichen einer beginnenden Aufwertung und Renaissance des Standorts Wasserschloss Werdringen stehen.


Die Kosten für den Umbau des Raumes für die Blätterhöhle-Präsentation belaufen sich auf rund 14.000 Euro. Mit 15.000 Euro an den Geschichtsfreundeverein fördert die Sparkassenstiftung für Hagen zweckgebunden die Einrichtung des Raumes. Ein besonderer Anziehungspunkt wird ein Film über die Gesichtsrekonstruktion einer Jungneolitischen Frau sein, den der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit 30 Prozent (Gesamtkosten rund 5.000 Euro) fördert.


Während der Schließung ist kein regulärer Museumsbesuch in Werdringen möglich. Das museumspädagogische Programm des Fachbereichs Kultur soll aber, wenn auch eingeschränkt, stattfinden. Die Buchung von Kindergeburtstagen und Schulklassenführungen bleibt nach wie vor möglich. Während der Ausstellungsbereich im ersten Obergeschoss zum Großteil von den Umbauarbeiten betroffen ist; hier befinden sich die Wollnashörner und das Rentier sowie die Vitrinen zur Alt- und Mittelsteinzeit, können das Erdgeschoss und das zweite Obergeschoss im Rahmen von Gruppenführungen besichtigt werden. Dadurch bleiben die geologische Ausstellung, das Mammut und der Bereich zu den Metallzeiten und zum Mittelalter für die Besucher verfügbar. Das Schlosscafé agiert unabhängig vom Museumsbetrieb und ist von der Schließung ausgenommen.


Durch die bevorstehende Schließung und dem damit verbundenen eingeschränkten museumspädagogischen Programm, verzichtet die Museumsverwaltung auf die Erstellung eines Programmheftes für die restlichen Wochen des Jahres 2018. Dieses erscheint normalerweise im vierteljährlichen Takt für jeweils drei Monate. Über die noch bevorstehenden Programme und Exkursionen können sich Besucher auf den Internetseiten der Stadt Hagen informieren. Des Weiteren steht die Museumsverwaltung für Fragen und Anmeldungen zu Veranstaltungen unter Telefon 02331/207-2740 zur Verfügung.



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