Oberbürgermeister Erik O. Schulz (1. Reihe, Mitte) freut sich mit den Mitgliedern der "Hagener Impulse" und den Unterstützern über den Start ins Bauhausjahr in Hagen. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Hagener Impulse – das Bauhausjahr in Hagen

25. Januar 2019 – Die Gründung des Bauhauses, der bedeutenden Hochschule für Gestaltung in Weimar im Jahr 1919, verdankt sich nicht zuletzt einem „Hagener Impuls“: der Freundschaft zwischen dem Bauhaus-Gründer Walter Gropius und dem Hagener Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus, dessen Empfehlung Gropius zu seiner Berufung nach Weimar verholfen hat. Daher wird die Bedeutung der Stadt Hagen mit ihrem kulturellen Protagonisten Osthaus von den Verantwortlichen für die Gestaltung des Bauhaus-Jubiläumsjahres immer wieder zur Sprache gebracht.


2019 stellt sich ein Aktionsbündnis aus Kulturschaffenden in Hagen in die Tradition von Karl Ernst Osthaus, mittels kultureller Projekte in die Stadt hinein- und über Hagen hinauszuwirken. Unter dem Motto „Hagener Impulse“ hat dieser Verbund mit der Projektleiterin Dr. Birgit Schulte vom Osthaus Museum, in intensivem Austausch gemeinsam ein Bauhausjahr-Programm entwickelt, um das kulturgeschichtlich bedeutsame Ereignis mit zahlreichen Veranstaltungen in Hagen zu feiern: Ausstellungen und Publikationen, Führungen und Exkursionen, Theater, Musik und Film, Vorträge und Diskussionen, Forschung und Lehre, Theorie und Praxis in allen Sparten geben an unterschiedlichen Orten neue Impulse für die Stadt Hagen. In einem 68-seitigen Programmheft für das erste Halbjahr 2019, zusammengestellt von Anna Stenz, werden die über 50 Veranstaltungen von Januar bis Juni vorgestellt.



Die Stadt Hagen ist Projektpartner des NRW-Bauhaus-Verbundes „100 jahre bauhaus im westen“, der unter dem Aspekt „Gestaltung und Demokratie. Neubeginn und Weichenstellungen in Rheinland und Westfalen“ das Bauhausjahr feiert. „100 jahre bauhaus im westen“ ist ein Projekt des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger ist Mitglied im Kuratorium des NRW-Bauhaus-Verbundes und wird die erste Bauhaus-Ausstellung im Osthaus Museum am 26. Januar eröffnen. „Das Besondere an der Bauhaus-Lehre ist“, so Dr. Rüschoff-Parzinger, „dass sie auch für die Kunst einen experimentellen Ansatz und Grenzüberschreitungen förderte. Mit diesem innovativen Anliegen, die strengen Gattungsgrenzen zwischen bildender, darstellender und angewandter Kunst aufzulösen, prägte das Staatliche Bauhaus zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der Moderne.“


Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz dankt dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das die Koordination des Hagener Bauhaus-Verbundes sowie die Erstellung des Programmheftes fördert. Ebenso dankt er der Sparkassenstiftung für Hagen, welche die Herausgabe der grundlegenden wissenschaftlichen Publikation des Briefwechsels zwischen Osthaus und dem Bauhausgründer Gropius aus den Beständen des Karl Ernst Osthaus-Archivs, die im September erscheinen wird, mit einer großzügigen Zuwendung unterstützt.


Nicht nur Hagen und NRW, sondern ganz Deutschland feiert Bauhaus: unter dem Motto „Die Welt neu denken“ lädt der bundesweite Bauhaus Verbund 2019 dazu ein, die historischen Zeugnisse des Bauhauses ebenso neu zu entdecken wie seine Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft. Auch in Hagen wird der Blick auf die historischen Zeugnisse gerichtet, wie Hagens Kulturdezernentin Margarita Kaufmann betont: Die außergewöhnliche Baukultur, wie sie Osthaus in Hagen zwischen 1900 und 1920 realisiert hat, firmiert heute unter dem Begriff „Hagener Impuls“ – und dieser besondere Impuls bestimmt das gemeinsame Motto des Bauhausjahres in Hagen. Viele der Projekte zielen darauf, Hagen unter dem Begriff „Bauhaus“ neu zu entdecken und zu beleben.


Auch das Stadt- und Tourismus-Marketing setzt in 2019 auf das Bauhausthema, wie Kirsten Fischer, Leiterin Stadtmarketing der Hagen Agentur betont. Die Gästeführer werden die Architektur in Hagen ebenfalls unter dem Bauhaus-Aspekt in den Blick nehmen, und ein von Schülerinnen und Schülern gestalteter Bauhausbus wird ganzjährig durch Hagen fahren.


Entdeckungen lassen sich auch in der Sammlung des Osthaus Museums machen. Als Einstieg in die Ausstellungsreihe im Kunstquartier Hagen zum Bauhausjahr präsentiert das Osthaus Museum Werke von Bauhaus-Künstlern aus seiner Sammlung. Die 80 Gemälde, Plastiken, Zeichnungen und druckgrafischen Arbeiten in der Ausstellung „Kandinsky, Kerkovius, Klee & Co“ stammen von 20 Künstlerinnen und Künstlern, die entweder als Lehrer am Bauhaus gewirkt oder dort studiert haben. Dem Hagener Maler und Grafiker Reinhard Hilker, der als junger Künstler in den Jahren 1919/20 am Bauhaus studierte, wird im Rahmen der Ausstellung eine Einzelpräsentation gewidmet.


„Ich preise das Geschick, das mich in den Kreis Ihres Kulturschaffens hineintrieb, um nun mitzutun“, schrieb Walter Gropius begeistert an seinen Freund und Förderer Karl Ernst Osthaus. Mit dieser Begeisterung hat der Bauhausgründer die rund 50 Aktiven im Aktionsbündnis „Hagener Impulse“ angesteckt. Die Gruppe versteht sich als Ideenschmiede, in der sich Hagenerinnen und Hagener aller Sparten, Professionen und Generationen zusammengeschlossen haben, um im intensiven Austausch ganzjährig ein attraktives Programm für alle Zielgruppen und Altersstufen anbieten und viele spannende „Hagener Impulse“ setzen zu können.


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