Archäologin Dr. Eva Cichy erläutert die Ausgrabungen in der sogenannten Buddhagrube. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Archäologen unternehmen Grabungen am Hohenhof in Hagen

9. April 2019 – Das Außengelände des Hagener Hohenhofs verändert sich und lockt Archäologen an: Auf der Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Gesamtkonzepts der Landschaftsarchitektin und Gartendenkmalpflegerin Susanne Weisser aus Wuppertal soll der Garten am Hohenhof entsprechend der historischen Pläne von Henry van de Velde und Leberecht Migge wieder hergerichtet werden. Doch die Natur hat das Regiment übernommen und macht die Unterstützung von Archäologen erforderlich.


Denn schon nach den ersten Arbeiten auf dem Außengelände zeigte sich, dass nicht sicher ist, was von den historischen Plänen tatsächlich umgesetzt wurde. Aufgrund der natürlichen Veränderungen ist heute vieles nicht mehr erkennbar. Mirjam Kötter von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Hagen suchte Unterstützung bei dem für Hagen zuständigen Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)-Archäologie in Olpe, der seine Hilfe zusicherte. Obwohl die Wissenschaftler aus Olpe meistens in ganz anderen, deutlich ältere Zeitschichten unterwegs sind, wendeten sie für die Untersuchungen am Hohenhof die üblichen Grabungsverfahren an. In der westfälischen Archäologie kommt es immer häufiger vor, dass auch neuzeitliche und moderne Fundorte untersucht werden.


Im März dieses Jahres rückten die LWL-Archäologen das erste Mal im Hohenhof an. Begonnen wurden die Untersuchungen im Bereich der sogenannten „Buddhagrube“ im Südwald des Außenbereichs. Bereits nach Abtrag der ersten Schichten konnten Hinweise auf einen ehemaligen Fußbodenhorizont entdeckt werden, der über Jahrzehnte unter dem Waldboden verschwunden war und sich nur zu Teilen erhalten hat. Bei den Grabungen verwendeten die Archäologen neben den üblichen Handwerkzeugen, wie Spaten, Kratzern und Besen, auch eine Drohne. Der Einsatz von Drohnen bei der Dokumentation des Grabungsareals gehört in vielen Grabungsfirmen und Forschungseinrichtungen längst zum Alltag. Sie helfen dabei, qualitätsvolle Gesamtaufnahmen der Grabungsstätten zu erstellen.


In einem nächsten Schritt werden weitere Bereiche im Südwald des Hohenhofs untersucht und damit zusätzliche Einblicke in die Vergangenheit geschaffen. Am Samstag, 8. Juni, findet am „Tag der Parkanlagen und Gärten“ ab 15 Uhr eine Führung im Garten des Hohenhofes statt, bei der Landschaftsarchitektin Susanne Weisser das denkmalpflegerische Konzept präsentieren wird. Zudem sind im Laufe des Sommers weitere archäologische Grabungen am Hohenhof geplant, die bis zum „Tag des offenen Denkmals“ am 8. September dieses Jahres abgeschlossen und dann von den anwesenden Archäologen ausführlich vorgestellt werden.


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