(Foto: Maximilian Gerhard/Stadt Hagen)

„Lieber Osthaus – lieber Gropius“ – umfangreicher Briefwechsel zwischen dem Bauhausgründer und dem Hagener Folkwang-Gründer erschienen

5. September 2019 – Der Bauhausgründer Walter Gropius (1883-1969) erinnerte sich kurz vor seinem Tod daran, dass Karl Ernst Osthaus (1874-1921), der Hagener Folkwang-Gründer, sein naher Freund gewesen sei, dem er maßgeblich seine Berufung nach Weimar zu verdanken habe. Nachzulesen sind diese Sätze, formuliert in einem Brief nach Hagen im Mai 1969, nun in einem Buch, das im Rahmen des Jubiläumsjahres „Hagener Impulse“ vom Osthaus Museum Hagen herausgegeben wird. Auf über 500 Seiten ist der vollständige Briefwechsel zwischen den beiden Protagonisten der Moderne transkribiert. Von der engen freundschaftlichen Verbindung zwischen Osthaus und Gropius zeugen rund 400 Dokumente im Karl Ernst Osthaus-Archiv Hagen. Sämtliche Dokumente werden nun erstmals im Zusammenhang veröffentlicht. Die Publikation „Karl Ernst Osthaus und Walter Gropius. Der Briefwechsel 1908-1920“, herausgegeben von Reinhold Happel und Birgit Schulte, erscheint im Klartext Verlag Essen. Ermöglicht wurde die Edition des Briefwechsels durch eine Zuwendung der Sparkassenstiftung für Hagen. „Für diese Zuwendung gebührt der Stiftung großer Dank“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz, „ist doch dieses Buch gewissermaßen die Basis und die Legitimation dafür, dass wir in Hagen das Bauhaus-Jubiläum ein ganzes Jahr feiern.“


Die starken Wurzeln des Bauhauses im westfälischen Hagen werden auch seitens der Verantwortlichen des NRW-Verbundes „100 jahre bauhaus im westen“ hervorgehoben. So betont Dr. Cornelia Bauer vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, als Vertreterin des Lenkungskreises: „Der Standort Hagen spielt eine Schlüsselrolle im Narrativ des Bauhaus-Jubiläums in Nordrhein-Westfalen. Hier erzählen wir gewissermaßen die Vorgeschichte des Bauhauses.“


Unterstützt wurde die Herausgabe des Briefwechsels dankenswerter Weise ebenso durch den Karl Ernst Osthaus-Bund, der das Erbe seines Namensgebers als Visionär der Moderne pflegt. Die Vorstandsmitglieder Eva Pieper Rapp-Frick und Prof. Dr. Ortwin Peithmann unterstreichen „dass Osthaus nicht nur mit den Strömungen seiner Zeit verflochten war, sondern vielmehr einer der Impulsgeber der Moderne. Dies spiegelt sich in der Korrespondenz zwischen Gropius und Osthaus wieder, die jetzt im Bauhaus-Jahr veröffentlicht wird. Birgit Schulte und Reinhold Happel haben mit der Publikation und Kommentierung der Briefe ein Desiderat in der Forschung geschlossen und damit ein wichtiges Fundament für Untersuchungen zur komplexen Situation der Moderne gelegt, die unter anderem in der Gründung des Bauhauses mündete.“


Dr. Birgit Schulte, Projektleiterin des Bauhausjahres in Hagen und Mitherausgeberin, beschreibt, wie spannend es ist, „sich in die Korrespondenz zwischen zwei Persönlichkeiten zu vertiefen, die gemeinsam mehr als ein Jahrzehnt lang wesentliche Projekte der Moderne diskutiert und entwickelt haben, und dabei feststellen zu können, wie kontinuierlich und energisch Osthaus seinen Freund Gropius gefördert und wie Gropius sich dieser Strategie dankbar bedient hat.“ Ihr Dank geht an die Kunstmuseen Krefeld, mit deren Leihgaben die Rekonstruktion der von Walter Gropius kuratierten Ausstellung „Vorbildliche Industriebauten“ möglich wurde, die ab 1911 als Wanderausstellung von Hagen aus auf Tournee geschickt wurde. Die rekonstruierte Ausstellung ist vom 7. September bis 12. Januar 2020 im Osthaus Museum Hagen zu sehen.


Der Kurator Prof. Dr. Reinhold Happel erläutert die Bedeutung der Industriebauten-Ausstellung: „Diese Präsentation mit Fotografien herausragender wegweisender Industriearchitektur, die in zahlreichen Städten in Deutschland sowie in Amsterdam und in den USA zu sehen war, dokumentiert einen wichtigen Diskurs über moderne Architektur am Beginn des 20. Jahrhunderts. Gropius und Osthaus haben diesen Diskurs maßgeblich mitbestimmt, und das Bauhausjahr ist der passende Anlass, in Hagen diese Ausstellung mit möglichst vielen Originalfotografien und Dokumenten zu rekonstruieren.“




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