Ratsbeschluss: Offene Formate für eine bessere Kinder- und Jugendbeteiligung in Hagen

27. September 2019 – Demonstrationen und eine Diskussionsrunde im Hagener Ratssaal von „Fridays for Future“, ein voller Jugendworkshop im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes „HAGENplant2035“: Das sind nur einige Beispiele dafür, wie sehr sich Kinder und Jugendliche in Hagen für die Gestaltung von Gesellschaft und ihrer eigenen Lebensumwelt interessieren. Um dem Wunsch nach gesellschaftlicher und politischer Teilhabe von Kindern und Jugendlichen bestmöglich gerecht zu werden, hat der Rat der Stadt Hagen in seiner gestrigen Sitzung (26. September) einstimmig die Neustrukturierung der Kinder- und Jugendbeteiligung beschlossen. Der Beschluss sieht vor, keine Bezirksjugendräte mehr zu wählen und stattdessen offene Formate der Beteiligung anzubieten.


Die Treffen der Bezirksjugendräte werden seit einiger Zeit nur noch von wenigen jungen Hagenerinnen und Hagenern besucht. Ursachen dafür liegen zum einen in der hohen Altersspanne des Gremiums (elf bis 18 Jahre). Die Interessen der verschiedenen Zielgruppen liegen zum Teil weit auseinander. Zum anderen hat sich seit dem ersten Jugendrat 1993 bis heute die Lebenswirklichkeit junger Menschen unter anderem durch die Veränderungen im Schulsystem und dem Einfluss der Digitalisierung deutlich gewandelt. Diese Entwicklungen machen es erforderlich, die Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in Hagen zeitgemäß anzupassen.


Jugendforen lösen Bezirksjugendräte ab

Nach wie vor beteiligen sich junge Hagenerinnen und Hagener oftmals in Jugendzentren und -verbänden. Diese schaffen ungezwungene Möglichkeiten, sich zu informieren und einzubringen, ohne organisierten Formen wie Schülervertretung oder Jugendrat anzugehören. Diesem Vorbild möchte die städtische Kinder- und Jugendbeteiligung folgen. Daher werden mit dem Winter 2019/2020 keine Bezirksjugendräte mehr gewählt, sondern nur noch ein Gesamtstädtischer Jugendrat. Dieser ermöglicht das Kennenlernen kommunalpolitischer Strukturen sowie eine politische Legitimation und wird in Zukunft durch organisatorische Anpassungen und personelle Unterstützung gestärkt. Nach der Wahl erarbeiten die Jugendlichen eine neue Satzung des Gesamtstädtischen Jugendrates, die im dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt wird. Hierbei werden verschiedene positive Beispiele aus Nachbarkommunen wie Dortmund, Iserlohn und Herne herangezogen.


Anträge gehen an die Bezirksvertretungen

Statt den Bezirksjugendräten bietet die Stadt Hagen zukünftig sogenannte Jugendforen in den Bezirken an. Hier können Kinder und Jugendliche ihre Wünsche für den Bezirk einbringen und gemeinsam daran arbeiten, diese umzusetzen. Fachliche Begleitung erhalten sie von verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendarbeit. Um die Umsetzung der so entwickelten Anliegen auch finanziell zu ermöglichen, werden aus den Jugendforen heraus Anträge an die jeweiligen Bezirksvertretungen formuliert.


Bis Ende 2020 wertet die Stadt Hagen nach einer einjährigen Probephase die offenen Jugendforen in den Bezirken aus. Der Gesamtstädtische Jugendrat entscheidet dann gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendarbeit über die Zukunft des Konzeptes.


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