OB Erik O. Schulz: "Ich bin überzeugt, wir werden die Herausforderungen gemeinsam meistern!"


Liebe Mitglieder des Rates,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

meine sehr geehrten Damen und Herren,


die derzeit grassierende Coronavirus-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor die größten Herausforderungen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Veränderungen in unserem gewohnten Miteinander haben sich mit einer schier unvorstellbaren Rasanz entwickelt, am Arbeitsplatz genauso wie in unserem privaten Umfeld. Das macht viele von uns sprach- und ratlos. Und es erfüllt die Menschen, es erfüllt uns alle, zunehmend mit Sorgen.


Sorgen in erster Linie um die eigene Gesundheit und um die Gesundheit von Verwandten und Freunden, Sorgen um den Arbeitsplatz und die Angst, möglicherweise in finanzielle Nöte zu geraten. Sorgen aber auch zu der Frage, wie die Zukunft unseres Miteinanders aussehen wird, wenn wir die aktuelle Krise hinter uns gelassen haben. Wir nehmen diese Sorgen sehr ernst!


Das wichtigste ist im Moment – wir können es nicht oft genug wiederholen –, persönliche Kontakte zu vermeiden, wo immer es geht, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Denn es ist genauso, wie es unser Ministerpräsident Armin Laschet vor wenigen Tagen gesagt hat:


„Es geht um Leben und Tod – so einfach ist das. Und so schlimm.“


In der Nacht zum Dienstag ist im Allgemeinen Krankenhaus der erste Hagener Corona-Patient verstorben. Diese traurige Nachricht macht den Ernst dieser Aussage und dieser Krisensituation leider noch einmal mehr als deutlich!


Meine Damen und Herren,

in den zurückliegenden Tagen haben wir auch in unserer Stadt eine Vielzahl von Maßnahmen getroffen – treffen müssen – deren Auswirkungen auf das öffentliche Leben ein Ausmaß erreicht hat, das sich niemand von uns noch vor wenigen Wochen hätte vorstellen können.


Die Kitas, die Schulen, die Hochschulen und Universitäten sind – bis auf wenige, klar definierte Ausnahmen – für alle geschlossen. Es herrscht ein öffentliches Kontaktverbot für Ansammlungen von mehr als zwei Menschen, es sei denn, sie leben als Familie unter einem Dach. Es gibt klare Verhaltensregeln für das Betreten und den Aufenthalt in den wenigen Geschäften, die noch geöffnet haben dürfen und uns mit dem Lebensnotwendigsten versorgen. Gleiches gilt für Apotheken und Geldinstitute. Die Gastronomie haben wir komplett schließen müssen – Speisen dürfen nur noch geliefert oder außer Haus verkauft werden. Die Busse und Bahnen werden zunehmend leerer – wie die Plätze und Parks. Es gibt keine Veranstaltungen mehr, keinen Theater- oder Museumsbesuch, kein Kino, keine Disko. Alles ist und bleibt geschlossen – so lange dies notwendig ist.


Das Leben in unserer Stadt steht beinahe still – und das führt viele von uns an die Grenzen des Erträglichen. Erst recht, wenn wir Eltern oder Großeltern zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr sehen dürfen, wenn der Besuch im Krankenhaus oder im Pflege- und Altenheim untersagt wird. Das ist traurig, es ist schwer hinnehmbar – im Augenblick aber vollkommen alternativlos.


Mittlerweile tritt fast täglich unser Krisenstab zusammen; um bereits getroffene Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen und zumeist, um neue, noch härtere Maßnahmen und Einschnitte für die Bürgerinnen und Bürger auf den Weg zu bringen. Dies geschieht unter Abwägung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Es geschieht letztlich aber immer auch vor dem Hintergrund jener Regelungen, die uns von Bund und Land vorgegeben werden.


Meine Damen und Herren,

unsere Rathäuser und Dienststellen haben wir für den normalen Publikumsverkehr geschlossen. Trotzdem sind wir mit Sonderregelungen und Terminabsprachen für die Bürgerinnen und Bürger und ihre drängendsten Anliegen da. Und es liegt in unserer Verantwortung, diesen Service aufrechtzuhalten, um ein geordnetes Miteinander in unserer Stadt zu garantieren.

Und genau dieser Verantwortung stellen auch Sie sich als gewählte Mitglieder des Rates der Stadt Hagen. Sie tun dies, um die im Grundgesetz garantierte kommunale Selbstverwaltung auch in der gegenwärtigen schweren Krise aufrecht zu erhalten. Deshalb gilt mein ausdrücklicher Dank jedem einzelnen von Ihnen, dass Sie sich in Ausübung Ihres kommunalpolitischen Ehrenamtes hier und heute ganz bewusst dafür entschieden haben, an dieser außergewöhnlichen Ratssitzung teilzunehmen.


Aber wir sollten die Gelegenheit dieser Ratssitzung auch nutzen, von dieser Stelle aus gemeinsam ein herzliches und tief empfundenes Dankeschön zu sagen.


Ein Dankeschön an alle jene Frauen und Männer, die in den Krankenhäusern arbeiten und um die Gesundheit und das Leben ihrer Mitmenschen kämpfen – sei es im ärztlichen Dienst, in der Pflege oder in der Betreuung. Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitsamt, bei der Feuerwehr, in den Hilfsorganisationen, bei der Polizei sowie denen, die ihren Dienst im Bereich Sicherheit und Ordnung leisten. Wir danken den Verkäuferinnen und Verkäufern im Supermarkt, den Angestellten in der Bank oder der Apotheke, allen, die in der Betreuung unserer Kinder und Jugendlichen arbeiten, dem Postboten, Bäcker, Metzger, Handwerker, Busfahrer, dem Müllmann und Straßenkehrer. Und wir danken außerdem allen, die sich ehrenamtlich engagieren und Hilfe und Unterstützung jenen in unserer Mitte geben, die sie im Moment so dringend benötigen.


Sie alle leisten ihren unverzichtbaren Beitrag, damit unser Miteinander auch unter schwierigsten Vorzeichen weiterhin geordnet verlaufen kann.


In dieser Zeit der Corona-Krise zeigt sich einmal mehr, wie eng die Menschen in unserer Stadt zusammenstehen. Und es zeigt sich, dass sie bereit sind, sich gegenseitig zu helfen und Verantwortung zu übernehmen. Das berührt mich sehr und gibt mir zugleich die Zuversicht, dass wir die aktuellen und die vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam als Stadtgesellschaft meistern werden!


Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin überzeugt davon, Hagen kann das, wir gemeinsam können das.


Gehen wir dabei als Rat mit gutem Beispiel voran, und lassen Sie uns nun diese heutige, sehr besondere Ratssitzung, im Zeichen eines konstruktiven Miteinanders zum Wohle der Menschen in unserer Stadt beginnen!


Bleiben Sie gesund!