Sabine Köhler-Neubert (links) und Dorothee Zacharias von der Fachberatung Kindeswohl bieten auch wieder persönliche Gesprächstermine vor Ort an. (Foto: Maximilian Gerhard/Stadt Hagen)

Hilfe für Klein und Groß: Die Fachberatung Kindeswohl

9. Juli 2020 – Wenn es um das Wohl von Kindern geht, sollte jeder von uns besonders wachsam sein. Gibt es einen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung haben Berufsgeheimnisträger wie Ärzte, Lehrkräfte, Psychologen und Sozialarbeiter sowie Personen, die beruflich in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, einen gesetzlichen Anspruch auf eine anonymisierte Beratung. Darauf weist die städtische Fachberatung Kindeswohl hin.


„In der Beratung nehmen wir gemeinsam mit den Ratsuchenden eine Gefährdungseinschätzung vor und planen die nächsten Handlungsschritte, wozu unter anderem die Unterstützung bei der Gesprächsführung mit den Eltern als auch mit den betroffenen Kindern zählt. Über interessierte Fachkräfte freuen wir uns in unseren Fortbildungsmodulen, in denen die Thematik noch vertieft werden kann“, erklärt Sabine Köhler-Neubert von der Fachberatung Kindeswohl, die zum Beratungszentrum Rat am Ring gehört. Zusammen mit ihrer Kollegin Dorothee Zacharias beobachtete sie die Folgen der Corona-Pandemie auf ihre Arbeit.


In den vergangenen Monaten war die langsame Rückkehr der Kinder in die Schulen ein wichtiger Schritt: „Für viele Schülerinnen und Schüler ist die Lehrerin oder der Lehrer eine Hauptbezugsperson außerhalb der eigenen Familie. Gerade für Lehrkräfte brachte die Schulschließung Unsicherheiten und Sorgen um das Wohl einiger Kinder mit sich“, sagt Dorothee Zacharias zu ihren Beobachtungen. Durch den fehlenden Kontakt mit Kindern ergab sich eine völlig neue Situation ohne soziale Kontrolle, die in einigen Fällen zu Handlungsbedarf führte.


Während der Schließung von Schulen und strengen Kontaktsperre konnte die Fachberatung Kindeswohl ausschließlich eine telefonische Beratung durchführen, die allerdings gut angenommen wurde. Inzwischen sind unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften auch wieder persönliche Treffen vor Ort möglich. Beraten wird auf freiwilliger Basis und mit anonymisierten Daten. „Aufgrund der Bedeutsamkeit der Thematik und der erlebten Belastung von Menschen, die zu uns kommen, war und ist uns der persönliche Kontakt in der Beratungsarbeit wichtig“, betonen Dorothee Zacharias und Sabine Köhler-Neubert.


Die Fachberatung Kindeswohl, Märkischer Ring 101, ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter Telefon 02331/207-4500 oder per E-Mail an fachberatung-kindeswohl@stadt-hagen.de erreichbar. Auch für Familien, die sich in Zeiten von Corona etwa durch alltägliche Belastungen im Ausnahmezustand befinden, gibt es Unterstützungsangebote. In diesen Fällen steht die städtische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche den Hilfesuchenden zur Seite. Weitere Informationen zu allen Angeboten von Rat am Ring sind auf der Internetseite www.hagen.de/ratamring zu finden.