Der Blick auf das Hagener Rathaus im Schrägluftbildviewer „3D.RUHR“. (Foto: Geonetzwerk.mR/3D.ruhr/2020)

Schrägluftbildviewer: Hagen online aus der Vogelperspektive erleben

11. September 2020 – Hagen vom Computer oder Smartphone aus erkunden: Mit dem Schrägluftbildviewer „3D.RUHR“ des Geonetzwerk.metropoleRuhr im Regionalverband Ruhr (RVR) können Interessierte das Ruhrgebiet in rund 150.000 Bildern aus der Vogelperspektive entdecken. Die Luftaufnahmen können nun öffentlich und frei verfügbar auf der Webseite www.3d.ruhr angesehen werden.


Dort ermöglicht ein Suchfeld die Suche nach Orten, Plätzen und Straßen. Ein kurzes Video in der Anleitung unter dem Punkt „Hilfe“ zeigt, welche verschiedenen Möglichkeiten der Betrachtung die Seite bietet. „Die Hagener Bilder stammen aus dem Frühjahr 2019, die Bilder aus diesem Jahr sind bereits erstellt und werden aktuell aufbereitet“, erzählt Carsten Kamp vom Fachbereich Geoinformation und Liegenschaftskataster der Stadt Hagen.


Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

„Die Schrägluftbilder zeigen nicht nur einen besonderen Blickwinkel der Region, sondern bieten auch für die Arbeiten der Stadtverwaltung breite Anwendungsmöglichkeiten“, sagt Kamp. Der Vorteil der Schrägluftbilder ist die zusätzliche Perspektive auf Objekte, die in senkrecht von oben aufgenommenen Bildern durch Vegetation und Gebäude verdeckt und mittels Schrägluftbilder deutlich einsehbar sind. Jedes Objekt wird auf durchschnittlich sechs bis zehn Bildern in jeder Blickrichtung dargestellt. „Alle Veränderungen am Baubestand können begutachtet und dokumentiert werden, beispielsweise ob ein Carport oder eine Terrasse in unzulässiger Weise nachträglich seitlich geschlossen wurde“, erklärt Carsten Kamp. Bisher war dazu ein Mitarbeiter vor Ort nötig.


So profitieren auch die städtischen Planer, das Bauordnungsamt sowie die Bausachverständigen von den Bilddaten, da sie in der Analyse der Bebauungsstruktur Anwendung finden. Gebäudehöhen und Geschosszahlen können so vom Schreibtisch aus bestimmt werden und die Zahl von Türen, Fenstern und sonstigen Gebäudeöffnungen ist mithilfe der Luftbilder leicht zu ermitteln. Für Flucht- und Rettungswege lassen sich geeignete Zugänge, Zufahrten, Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr dokumentieren.


Des Weiteren helfen die Schrägluftbilder dabei, die flächendeckende, häufige Aktualisierung des Naturbestandes sicherzustellen, da sich der teure Aufwand für Bodenvermessungen reduziert. Auch in der Fassadenauswertung finden die Schrägluftbilder zukünftig einen wichtigen Nutzen. Während bei den Senkrechtaufnahmen die Fassaden nicht sichtbar sind, sind diese auf den Schrägluftbildern erkennbar.


Das Geonetzwerk.metropoleRuhr

Im Geonetzwerk.metropoleRuhr kooperieren seit 2013 die Städte und Kreise der Metropole Ruhr, um Geoinformationen vorzubereiten, regional einheitlich bereitzustellen und in einfachen, praktischen Anwendungen zu veröffentlichen. Dank einer im August 2017 abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung der Ämter für Geoinformation wird die gesamte Region jährlich nach abgestimmten Standards beflogen. Mehr Informationen über die Kooperation gibt es auf der Internetseite www.geonetzwerk.ruhr.