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Krisenstab nimmt Schulen und Heime in den Fokus

2. Dezember 2020 – „Die Anstrengungen der letzten Wochen zeigen auch in Hagen Wirkung. Anfang November lag unser Höchstwert an aktuellen Coronafällen bei rund 800. Heute verzeichnen wir mit 584 Coronafällen mehr als 200 Fälle weniger – und das, obwohl wir vor einigen Tag Ausbrüche in zwei Pflegeheimen zu bedauern hatten“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz in seiner Funktion als Krisenstabsleiter. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Um auf diesem zu bleiben, haben wir noch einmal die sensiblen Bereiche, in denen Menschen zusammenkommen, wie Schulen und Pflegeheime in den Fokus genommen.“ Nach Inkrafttreten der neuen Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen gestern hat der Krisenstab der Stadt Hagen in seiner heutigen Sitzung Regeln angestoßen, die speziell auf das Hagener Infektionsgeschehen zugeschnitten sind.


Abstandsregel für Schulen

Die aktuelle Coronaschutzverordnung sieht vor, dass Städte mit einem Inzidenzwert von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreiten, gefordert sind, weitergehende Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens mit dem Land NRW abzustimmen. Gemeinsam mit den anderen betroffenen NRW-Städten macht sich Hagen in Düsseldorf dafür stark, dass in allen Schulen ab Klasse 8 ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss – unabhängig von der Maskenpflicht. Wo dieser Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, sollen die Schulleitungen die Möglichkeit bekommen, Alternativlösungen vorzuschlagen. Denkbar sind die Einführung zum Beispiel von Wechselunterricht oder die Verknüpfung von Präsenz- und Online-Unterricht.

In der Praxis hat das Land ein aufwändiges Abstimmungsverfahren vorgeschrieben, wenn Städte etwa im Schulbereich weitergehende Regelungen zur Infektionseindämmung initiieren wollen. Duisburg, Hamm, Solingen, Herne, Bielefeld und Hagen haben daher verabredet, gemeinsam in ihren Städten in kurzer Zeit verschärfte Corona-Regeln zu ermöglichen, wenn das Infektionsgeschehen solche Regelungen erfordert. Dafür hat der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen mit dem zuständigen Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW Kontakt aufgenommen, um das Verfahren abzustimmen.

Durch die nun angestrebten Vorkehrungen sollen die Städte schneller in die Lage versetzt werden, bei entsprechendem Infektionsgeschehen kurzfristig die erforderlichen Regelungen zu treffen.


Schnelltests für Mitarbeiter in Pflegeheimen

In Hagen gibt es aktuell über 80 Coronafälle in sechs unterschiedlichen Pflegeheimen. Da die Gefahr besteht, dass asymptomatisch erkrankte Mitarbeiter das Virus in die Heime tragen, werden die Schnelltests für das Heimpersonal ausgeweitet, um Infektionen schneller zu erkennen und größere Ausbrüche zu verhindern.


Appell an den Einzelhandel

Das Ordnungsamt der Stadt Hagen hat sich in den vergangenen Tagen mit einer persönlichen Ansprache direkt an Geschäftsinhaber und Galeriebetreiber gerichtet, die Zugangsregelungen zu den Verkaufsflächen zu optimieren, damit Ansammlungen von Kundinnen und Kunden vermieden werden.


Kein Verbot von Feuerwerkskörpern

Nach Abstimmung zwischen Polizei und Stadt Hagen gibt es an Silvester kein Verbot von Feuerwerkskörpern für Privatpersonen. Der Krisenstab der Stadt Hagen appelliert aber ausdrücklich an alle Hagenerinnen und Hagener, auf Feuerwerk an Silvester zu verzichten. Größere Personenansammlungen sind nicht erlaubt.


Der Krisenstab der Stadt Hagen beobachtet die Entwicklungen der Infektionszahlen fortlaufend und passt die Regeln dem örtlichen Infektionsgeschehen bei Bedarf an. Die neue Coronaschutzverordnung, die gültige Allgemeinverfügung der Stadt Hagen und alle Informationen rund um das aktuelle Infektionsgeschehen in Hagen gibt es auf www.hagen.de/corona.