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Coronavirus: Hohe Inzidenz durch Ausbrüche in Pflegeheimen und erweiterte Maskenpflicht rund um weiterführende Schulen

8. Dezember 2020 – Seit über fünf Wochen befindet sich ganz Deutschland im Lockdown „light“, um die Infektionszahlen mit dem SARS-COV-2-Virus in den Griff zu bekommen. Die Inzidenz der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt auch heute mit einem Wert von 223,7 in Hagen weiterhin hoch.


„Wir wissen, dass zahlreiche Hagenerinnen und Hagener seit Wochen und Monaten ihren Alltag einschränken, um die Coronazahlen in unserer Stadt zu senken“, sagt Hagens Oberbürgermeister und Krisenstabsleiter Erik O. Schulz. „Wir schätzen das Durchhaltevermögen unserer Bürgerinnen und Bürger sehr. Die – trotz Schwankungen – weiterhin hohe Inzidenz frustriert bei all diesen Bemühungen. Daher ist es uns besonders wichtig, nicht willkürlich neue Maßnahmen zu erlassen, sondern mögliche neue Regeln in erster Linie da anzusetzen, wo das Infektionsgeschehen tatsächlich stattfindet.“


Ausbrüche in Pflegeheimen ziehen Folgefälle nach

„Nachdem wir eine sinkende Tendenz verzeichnen konnten, führten Ausbrüche in Pflegeheimen zu einer deutlichen Steigerung der Inzidenz“, sagt Dr. Anjali Scholten, Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Hagen. „Beispielsweise hatte ein Heim zunächst vier positiv Getestete, daraus resultieren mittlerweile 81 nachweislich Infizierte.“ Aus diesen Fällen wiederum entstehen Folgefälle bei Angehörigen und Familien der Betroffenen. „Durch solche Fälle erhält das Infektionsgeschehen in einer Stadt schnell eine gewisse Dynamik“, so Scholten.


Der Krisenstab der Stadt Hagen unter Leitung von Erik O. Schulz hat sich in seiner letzten Sitzung ganz gezielt dafür ausgesprochen, in den Bereichen Schule und Pflegeheime weitere Maßnahmen umzusetzen. So wurden, um asymptomatisch erkrankte Mitarbeiter schnell identifizieren zu können, die Schnelltests für das Heimpersonal ausgeweitet. Auf diese Weise sollen Infektionen schneller erkannt und größere Ausbrüche verhindert werden.


Tests an Schule und Kitas sorgen für neue Fälle

Die gleichbleibend hohen Infektionszahlen resultieren außerdem aus Testungen, welche auf das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas zurückzuführen sind. Durch Einzelfälle kommt es immer wieder zu Quarantänemaßnahmen oder (Teil-)Schließungen unterschiedlicher Einrichtungen. In diesem Rahmen entstehen Reihentestungen, die oftmals wieder positive Folgefälle nach sich ziehen.


Maskenpflicht rund um weiterführende Schulen erweitert

Aktuell hat die Stadt Hagen eine neue Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht, die vor und nach dem Schulbesuch zwischen 7 und 16.30 Uhr das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schülerinnen und Schüler in einem Radius von 50 Metern rund um die weiterführenden Schulen und Berufsschulen vorsieht. Die erweiterte Maskenpflicht gilt ab Mittwoch, 9. Dezember. Ganz bewusst schreiten die Kollegen des Stadtordnungsdienstes, welche die Schulen zurzeit gemeinsam mit der Polizei bestreifen, seit dieser Woche im Umkreis bei Verstößen gegen das Ansammlungsverbot oder die Maskenpflicht niederschwellig ein und verhängen nun unmittelbar ein Bußgeld. Verstöße gegen die Maskenpflicht werden mit 50 Euro geahndet.


Testungen durch das Gesundheitsamt

„Seit Beginn der Pandemie vertreten wir die Ansicht, möglichst viele Infektionen – besonders die asymptomatischen Krankheitsverläufe – aufdecken zu wollen“, erläutert Dr. Anjali Scholten. „Das gelingt uns durch ambitioniertes Testen in Sachen Infektionsschutz. Und durch eine kontinuierliche Nachverfolgung von Kontakten.“ Diesbezüglich hat die Stadt Hagen im November und Dezember rund 50 neue Mitarbeiter eingestellt. „In der Regel können wir Kontaktpersonen – mittlerweile wieder – noch am gleichen Tag oder mit einem Tag Latenz erreichen“, so Scholten.


Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen führt Testungen nur hinsichtlich des Infektionsschutzes – das heißt an asymptomatischen Personen – durch. Darunter fallen Reihentestungen in Schulen, Kitas und Pflegeheimen oder Hausbesuche sowie Testungen von Kontaktpersonen im Drive-In-Testzentrum in Altenhagen. Kontaktpersonen werden je nach Intensität des Kontaktes in Kategorien eingeteilt. Vorsorglich getestet werden Kontakte der Kategorie 1 aus sensiblen Bereichen. Die täglichen Testzahlen des Gesundheitsamtes richten sich jeweils nach dem aktuellen Infektionsgeschehen: beispielsweise wurden aufgrund zahlreicher Reihentestungen allein in Schulen, Kitas und Heimen sowie durch Hausbesuche am Dienstag, 3. November, über 1000 Testungen durch das Gesundheitsamt vorgenommen. Am Montag, 30. November, hat es in Schulen, Kitas und Pflegeheimen, bei Hausbesuche sowie im Drive-In-Testzentrum insgesamt 624 Tests gegeben. Am gestrigen Montag, 7. Dezember, lag die Testanzahl durch das Hagener Gesundheitsamt bei 620 Testungen. Hinzu kommen die Tests symptomatischer Personen, die täglich von den niedergelassenen Arztpraxen durchgeführt werden.