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Der Schriftstein „Portae Hunnenfi“ mit lateinischen und griechischen Beschriftungen aus dem Jahr 1834, gefunden auf der Kuppe der Hünenpforte in Hohenlimburg. (Foto: Hermann Menne/LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe)

Hagener Fundstücke: Schriftstein „Portae Hunnenfi“

22. Dezember 2020 – Aus dem neu erschienenen Buch „Hagener Fundstücke – 111 archäologische Funde aus Hagen und dem Museum Wasserschloss Werdringen“ präsentiert der Fachdienst Wissenschaft, Museen und Archive der Stadt Hagen einige spannende Objekte. Den Anfang macht ein historischer Schriftstein zur Hünenpforte mit lateinischer und griechischer Beschriftung.


Die Hünenpforte in Hagen-Hohenlimburg ist der Überrest eines wahrscheinlich vor mehr als 7.500 Jahren eingestürzten Portals einer größeren Höhle. Auf der Kuppe der Hünenpforte kamen zwei besondere Steine als Lesefund zum Vorschein: Es handelt sich um Flussgerölle, wie sie in der Lenne zu finden sind. Die lateinische Bezeichnung „Portae Hunnenfi“ (Pforte der Hünen) auf der Vorderseite eines Steines bezieht sich auf die Hünenpforte. Darunter ist eine griechische Widmung geschrieben. Auf der Rückseite ist mit „Anno Christi 1834 20/9“ eine Datierung des Schriftsteins sowie ein lateinischer Sinnspruch zu sehen, der übersetzt „Weder die Zeit noch der nagende Zahn des Alters wird es zerstören können“ bedeutet. Ein zweiter Schriftstein trägt neben einer griechischen Widmung den lateinischen Sinnspruch „Zum ewigen Gedächtnis“.


Hinweise auf den Urheber sowie den Zusammenhang zwischen den beiden Steinen finden sich nicht. Es wird vermutet, dass die Schriftsteine – möglicherweise auch in größerer Zahl – im Bereich der Grotten- und Gartenanlagen der um 1887 erbauten Gründerzeitvilla „Haus Hünenpforte“ an der heutigen Hohenlimburger Straße 120 und in den Höhlen der Hünenpforte deponiert wurden. Die Sinnsprüche in Latein und Griechisch sowie die Angabe der Herstellungszeit sollten beim Wiederauffinden als Erinnerung dienen. Darauf deuten der inhaltliche Bezug der Sprüche zu Zeit und Erinnerung hin ebenso wie die Widmung eines Schriftsteins auf den Ort „Portae Hunnenfi“. Die Fundstücke sind im Museum Wasserschloss Werdringen ausgestellt.