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Die Porzellantasse zeigt eine Stadtansicht von Hagen um 1850. (Foto: Heike Wippermann)

Hagener Objekte: Historische Tasse mit Panorama der Stadt Hagen

20. Januar 2021 – Aus dem Buch „Hagener Stücke – 111 Objekte aus dem Stadtmuseum“ präsentiert der Fachdienst Wissenschaft, Museen und Archive der Stadt Hagen eine Porzellantasse mit einer Vedute, einer wirklichkeitsgetreuen Darstellung von beispielsweise Städten oder Landschaften, welche die Stadt Hagen um 1850 zeigt.


Die Hälfte der Tassenfläche zeigt ein farbig ausgemaltes Panorama der Stadt Hagen. Das Motiv erstreckt sich von den Doppeltürmen der 1829 eingeweihten katholischen Kirche St. Marien bis zur Türkischrot-Garnfärberei und Stoffdruckerei Elbers. Auf der Vedute sind auf dem Fabrikgelände rechts am Rand zwei Großkamine, jedoch nicht der erst 1861 errichtete Schornstein zu sehen. Links von der Marienkirche präsentiert sich das im Jahr 1831/1832 erbaute, als Rathaus und Kreisverwaltung genutzte Gebäude.


Die Stadtansicht entspricht weitgehend dem um 1850 auf einer Lithografie (Flachdruckverfahren) von Eduard Schulte festgehaltenem Zustand. Für diese zeitliche Einordnung sprechen auch die Form und Ausführung der Tasse. Die Henkeltasse ist mit goldenen Rocaillemustern, also muschelähnlichen Ornamentformen, sowie Bändermustern verziert. Der vergoldete Absatz von der Tasse zum Bodenring trägt die Inschrift „Kreisstadt Hagen“. Am Boden findet sich keine Marke, sondern nur ein eingeprägter Kreis. Daher ist es kaum möglich, die Tasse einer bestimmten Manufaktur zuzuweisen. Eine zugehörige Untertasse ist nicht überliefert. Das Objekt gelangte 2020 aus einem Hagener Familienbesitz in den Bestand des Stadtmuseums Hagen und ist ab 2022 im wiedereröffneten Stadtmuseum zu sehen.


Porzellan und insbesondere Tassen mit Veduten von Landschaften, Städten, Burgen und Sehenswürdigkeiten kamen verstärkt gegen Ende des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Sie wurden auf Bestellung als Einzelstücke angefertigt oder von Porzellanmanufakturen in Serie hergestellt. Die bis heute anhaltende Beliebtheit erklärt sich aus der gestiegenen Reisetätigkeit und dem Bedarf an Souvenirs.