Marktplatz

Die Münzwaage aus dem Nachlass des Handelshauses der Familie Post enthält Gewichte, die verschiedenen Goldmünzen wie Ducat und Pistole entsprechen. (Foto: Heike Wippermann)

Hagener Objekte: Münzwaage aus dem Handelshaus Post

10. März 2021 – Aus dem Buch „Hagener Stücke – 111 Objekte aus dem Stadtmuseum“ präsentiert der Fachdienst Wissenschaft, Museen und Archive der Stadt Hagen eine Münzwaage aus dem Handelshaus von Johann Dietrich Post.


Münzwaagen gehörten im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit zur notwendigen Ausstattung von Kaufleuten auf der Reise und im Kontor, einer Handelsniederlassung im Ausland. Mit ihnen wurden die unterschiedlichen Goldmünzen der Staaten des „Alten Reiches“ geprüft. Aufgrund der geeichten Gewichte ließen sich die Echtheit der Münzprägung sowie ihr Gegenwert feststellen. Die vermutlich 1774 vom Schwelmer Eichmeister Abraham Kruse hergestellte Münzwaage gehörte zum Nachlass des Handelshauses auf der Enneperstraße in Wehringhausen, das im ausgehenden 17. Jahrhundert von Conrad Post gegründet wurde. Nach dem Tod von Johann Caspar I. im Jahr 1765 führte sein Sohn Johann Dietrich Post den Kommissionshandel weiter. Sein Bruder Johann Caspar II. erhielt die Hammerwerke und Schmieden an der Volme in Eilpe, das Unternehmen Johann Caspar Post & Söhne.


Im Kasten der Münzwaage ist in roter Farbe der Nominalwert der Münzgewichte angegeben. Die Gewichte, die zum Teil nicht in ihrer ursprünglichen Anordnung überliefert wurden, entsprechen verschiedenen Goldmünzen wie Pistole, Dukat, Carlin und Franc. Die Münzwaage wird ab 2022 im Stadtmuseum Hagen zu sehen sein. Dort sind weitere Münzwaagen vorhanden, darunter auch eine Waage aus dem Handelshaus Johann Caspar Harkort.