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Die Beilklinge aus Eklogit stammt aus der Jungsteinzeit, ist etwa 11 Zentimeter lang und 5 Zentimeter breit. Sie weist einen spitzen Nacken auf. (Foto: Hermann Menne/LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe)

Hagener Fundstücke: Beilklinge aus der Jungsteinzeit

17. März 2021 – Aus dem Buch „Hagener Fundstücke – 111 archäologische Funde aus Hagen und dem Museum Wasserschloss Werdringen“ präsentiert der Fachdienst Wissenschaft, Museen und Archive der Stadt Hagen eine Beilklinge aus Eklogit, die aus der Jungsteinzeit um 4.000 bis 3.500 v. Chr. stammt und in der Donnerkuhle bei Hagen-Eppenhausen gefunden wurde.


In Südwestfalen werden immer wieder steinerne Äxte und Beile aus der Jungsteinzeit entdeckt. Darunter befinden sich einige auffallende Fundstücke, die hochwertig gearbeitet und aus einem grünlich bis schwarzen, sehr harten und nicht in der Region vorkommenden Rohmaterial bestehen. Dabei handelt es sich meist um Jadeit (mineralisch-kristalline Gesteine) und Eklogit (metamorphe Gesteine). Metamorphes Gestein ist eine Gesteinsart, die aus älteren Gesteinen durch die Umwandlung ihres Mineralbestandes entsteht. Jadeit und Eklogit wurden unter anderem im westalpinen Raum abgebaut.


Aus Eklogit bestehen auch die kleinen bis mittelgroßen Beilklingen, die in Westfalen häufig gefunden wurden. Sie haben einen ovalen, gelegentlich auch rechteckigen Querschnitt sowie einen spitzen bis abgerundeten Nacken. Auch die Beilklinge aus der Donnerkuhle weist einen spitzen Nacken auf und zählt mit einer Länge von etwa 11 Zentimetern sowie einer Breite von rund 5 Zentimetern zu den kleineren Klingen. Die Verbreitung von Beilklingen aus den Lagerstätten in den Cottischen Alpen erstreckt sich über den west-, mittel- und südosteuropäischen Kontinent nach Norden bis auf die britische Insel und in den skandinavischen Raum. So gelangten die Fundstücke auch nach Nordrhein-Westfalen. Im Hagener Raum liegen mehrere Beilklingen aus Jadeit und Eklogit der italienischen Westalpen vor, zum Beispiel aus den Stadtteilen Elsey, Haspe, Herbeck und Eppenhausen und aus Volmarstein.


Das Hagener Fundstück ist im Museum Wasserschloss Werdringen ausgestellt.