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OGS-Ausbau an Grundschulen: Hagen erhält Landesfördermittel in Millionen-Höhe

25. März 2021 – Exakt 2.010.400 Euro – diese Fördermittel teilt das Land Nordrhein-Westfalen der Stadt Hagen im Rahmen des Förderprogrammes „Beschleunigter Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen“ zu. Damit sollen zusätzliche ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder in Hagen geschaffen werden. Hagen setzt dazu auf den Rhythmisierten Offenen Ganztag (ROG) als kreativen Lösungsansatz.


Aktuell liegt der finale Bescheid zur Förderung noch nicht vor, doch das Land hat bereits die Zusage erteilt, dass mit der Vorbereitung zur Umsetzung der Maßnahmen zum Ausbau der Offenen Ganztagsschulen (OGS) begonnen werden kann. Dabei drängt die Zeit: Der Förderzeitraum läuft Ende des Jahres aus. Bis dahin müssen alle Vorhaben abgeschlossen und abgerechnet sein. Nach Absprache des Fachbereichs Bildung mit der Gebäudewirtschaft der Stadt Hagen wurden die Realisierungsmöglichkeiten der Maßnahmen festgelegt – aufgrund der Kürze der Zeit können nur kleinere Projekte umgesetzt werden. Gemeinsam mit den Schulen hat die Stadt entschieden, vorrangig in neue Schallschutzdecken in den Klassenräumen sowie den Essbereichen zu investieren. Weitere Vorhaben sind beispielsweise die Erweiterung der Küchenausstattung sowie Container für den Außenbereich zur Aufbewahrung von Spielgeräten. Insgesamt kostet der Ausbau rund 2,3 Millionen Euro, der Eigenanteil der Stadt Hagen beträgt etwa 300.000 Euro.


Der Rhythmisierte Offene Ganztag in Hagen

Mit dem ROG setzt die Stadt Hagen auf ein Modell, das durch einen Wechsel von Unterrichtseinheiten und OGS-Angeboten zusätzliche Betreuungsplätze in bereits vorhandenen Räumlichkeiten schafft. Das gemeinsame Lernen wechselt sich mit Entspannung sowie kreativen und sportlichen Angeboten ab. Während der Unterrichtszeiten steht den Kindern neben der Lehrkraft auch eine pädagogische Fachkraft zur Verfügung, danach bleibt die Betreuungskraft vor Ort. „Mit dem Modell werden nicht nur zusätzliche Kapazitäten in vorhandenen Räumlichkeiten geschaffen, auch aus pädagogischer Sicht bewährt sich das Prinzip. Es ergibt sich ein enges Zusammenspiel von Lehrern und OGS-Betreuern, die Kinder können besser gefördert werden und wachsen zu einer Gemeinschaft zusammen, was für das gemeinsame Lernen nachweislich förderlich ist“, erklärt Hagens Bildungsdezernentin Margarita Kaufmann. Um die Klassen aufteilen und den Klassenraum sowohl für den Unterricht als auch für spielerische Angebote nutzen zu können, sollen im Zuge des Förderprogrammes vor allem multifunktionale Möbel angeschafft werden, zum Beispiel Schränke auf Rollen. Diese sind flexibel einsetzbar und können als Raumteiler dienen.


Zudem geht die Stadt mit ihrer Umsetzung des ROG den „Hagener Weg“. Jede Schule überlegt individuell mit dem jeweiligen Schulträger, wie sich das Konzept vor Ort am besten durchführen lässt. Eine bestimmte Form ist dabei nicht vorgeschrieben.


Intensive Beratungen mit Hagener Grundschulen

Zum Schuljahr 2020/2021 wurde der Rhythmisierte Offene Ganztag erfolgreich an der Henry-van-de-Velde-Schule, der Goldbergschule und der Grundschule Berchum erprobt. Um allen Grundschulen das Modell vorzustellen, waren umfangreiche Infoveranstaltungen geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden stattdessen Einzeltermine in den Schulen statt. „Das war nur durch das großartige Engagement von den OGS-Beratungslehrerinnen Barbara Brück, Melanie Wittstock und Natascha Löwenstein sowie den Mitarbeitern der städtischen Fachbereiche Bildung sowie Jugend und Soziales möglich“, betont Bildungsdezernentin Kaufmann. Die Beraterteams boten allen interessierten Schulen, die kurzfristig einen weiteren Ausbau planen, gemeinsame Termine mit dem jeweiligen Träger, der Schulleitung und OGS-Leitung vor Ort an. „Das war sehr aufwendig, doch es hat sich gelohnt, weil konkrete Gegebenheiten unmittelbar betrachtet werden konnten. Zudem waren schnelle Antworten auf viele Fragen möglich“, bilanziert Regina Pott, Fachdienstleiterin Schule der Stadt Hagen.


Durch die intensiven Beratungen konnten sechs Schulen davon überzeugt werden, zum kommenden Schuljahr 2021/2022 zusätzliche OGS-Plätze im Rhythmisierten Offenen Ganztag anzubieten. Weitere Schulen planen den Start zum Schuljahr 2022/2023, wodurch sich die Anzahl der Plätze im schulischen Ganztag nochmals deutlich erhöhen wird. Ab dem Sommer 2021 sollen nun insgesamt 188 neue Betreuungsplätze zur Verfügung stehen – ohne zusätzliche Baumaßnahmen.


Weiterer Bedarf für Erhöhung der OGS-Plätze

Fast alle Schulen sehen den Bedarf für die weitere Aufstockung von Ganztagsbetreuungsplätzen und arbeiten intensiv an Konzepten, in den nächsten Jahren den Anteil der OGS-Plätze weiter erhöhen zu können. Die aktuelle Pandemie erschwert den weiteren Ausbau, da sich die Gruppen der Kinder im Offenen Ganztag nicht vermischen sollen und die räumliche Situation keine Erweiterung zulässt. „Die Schulen sehen große Chancen im Ausbau des schulischen Ganztages. Wenn wir in unseren Schulen zunehmend Raum und Zeit für eine ganztägige Bildung und Betreuung schaffen, kommen wir dem Ziel, Schule als Lebensraum zu begreifen, ein großes Stück näher. Nicht nur für sozial benachteiligte Kinder ist eine solche Schule ein guter Ort zum Lernen und Wachsen“, betont die Sozial- und Bildungsdezernentin Margarita Kaufmann.