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Hagen beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag Substitution

26. April 2021 – Das Thema Substitution in den Mittelpunkt rücken und mehr niedergelassene Ärzte für die Behandlung mit einem Ersatzstoff gewinnen: Mit diesem Ziel findet am Mittwoch, 5. Mai, erstmalig der bundesweite Aktionstag Substitution statt, an dem sich auch die Stadt Hagen mit zahlreichen Angeboten zur Information und Kommunikation beteiligt.


In Hagen gibt es wie in vielen anderen Städten und Kreisen einen deutlichen Mangel an Medizinern, die zur Substitutionsbehandlung, also der Behandlung heroinabhängiger Patienten mit Ersatzstoffen, bereit sind. Vor etwa 20 Jahren standen noch dreizehn niedergelassene Ärzte in Hagen zur Verfügung, mittlerweile ist diese Zahl stark rückläufig. Aktuell führen nur noch sieben Praxen aktiv die Behandlung durch. Die Erreichbarkeit von Substitutionsplätzen wurde durch den Umzug der Substitutionsambulanz des Katholischen Krankenhauses Elsey aus Hohenlimburg in die Hochstraße bereits deutlich verbessert, ein bedeutender Pfeiler dieser Therapieform. Wichtig ist jedoch die Gewinnung weiterer niedergelassener Ärzte, um eine gute Versorgung zu gewährleisten.


Der bundesweite Aktionstag am 5. Mai soll zum einen für Vernetzung und Öffentlichkeit sorgen, um weitere Mediziner auf die Notwendigkeit einer qualifizierten Substitution aufmerksam zu machen. Zum anderen sollen Patienten über Neuerungen informiert und mögliche vorhandene Fehlinformationen aufgedeckt und diskutiert werden. Zudem bietet sich die Möglichkeit, mit den ansässigen Ärzten in Kontakt zu treten, sich kennenzulernen und wechselseitig einen Zugang zu Arbeitskreisen und Qualitätszirkeln zu erhalten. Die Kommunale Drogenhilfe, die Drogentherapeutische Ambulanz und die Streetworker der Stadt Hagen unterstützen den Aktionstag mit verschiedenen Infomaterialien.


Initiative „100.000 Substituierte bis 2022“ Der Aktionstag Substitution ist Teil der Initiative „100.000 Substituierte bis 2022“ der Deutschen Aidshilfe, des JES (Junkies, Ehemalige und Substituierte) Bundesverbandes und des akzept e.V. mit Unterstützung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung. Die Initiative möchte dazu beitragen, die rechtlichen und medizinischen Veränderungen der Substitutionsbehandlung bekannter zu machen sowie dringend erforderliche strukturelle Veränderungen in den Blick zu nehmen.


Aktuelle Studien gehen von etwa 165.000 Heroinkonsumenten in Deutschland aus, etwa 80.000 Menschen werden mit einem Ersatzstoff behandelt. Das Ziel ist es, bis 2022 weitere 20.000 Heroinkonsumenten in die Substitutionsbehandlung zu führen und so eine Versorgungsquote von 60 Prozent zu erreichen. Auch unter den aktuellen Pandemiebedingungen ist es möglich, eine hohe Anzahl der noch knapp 80.000 unbehandelten beziehungsweise nicht substituierten Heroinkonsumenten in eine erfolgreiche Behandlungsform zu integrieren.


Weitere Informationen gibt es bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kommunalen Drogenhilfe, Bereich Psychosoziale Betreuung, unter Telefon 02331/207-5667 (Eva Brühl), unter Telefon 02331/207-5666 (Ralf Cramer) und unter Telefon 02331/207-5665 (Saskia Schwab).