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IGA-Bewerbung: Interkommunales Projektbüro wird gefördert

11. Mai 2021 – Das Ruhrtal als Region, in der sich Einheimische und Gäste wohlfühlen: Dieses Ziel haben sich die Städte Witten, Hattingen, Wetter (Ruhr), Herdecke und Hagen gesetzt. Gemeinsam und als Teil der interkommunalen Entwicklungsstudie Mittleres Ruhrtal. Sie kooperieren im Rahmen der Bewerbung für die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027. Das interkommunale Projektbüro, das die Zusammenarbeit koordinieren soll, wird nun mit gut 380.000 Euro gefördert. „Wir gehen mit dem Projekt gemeinsam mit den anderen Kommunen neue Wege und es ist schön, dass wir mit dieser Förderung nun darin bestärkt werden“, freut sich Wittens Bürgermeister Lars König.


Aufenthaltsqualität im Umfeld des Wohnorts

„Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Erlebnisräume mit hoher Aufenthaltsqualität nicht nur für Touristen wichtig sind, sondern auch für die vielen Menschen, die Ausflüge im direkten Umfeld ihres Wohnorts machen wollen – und zeitweise auch keine Alternative in der Ferne hatten“, ergänzt Stefan Rommelfanger, Stadtbaurat von Witten.


„In Hagen trifft die Ruhr auf das Ruhrgebiet. Der Hengsteysee soll zu einem Erlebnisraum für Touristen und Naherholungssuchende weiterentwickelt werden. Im ‚Seepark‘ und ‚Seebad‘ wollen wir Angebote sowohl für ruhesuchende, sportlich aktive, und kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher anbieten“, so Henning Keune, Hagens Technischer Beigeordneter.


Die historische Kulturlandschaft Mittleres Ruhrtal hat schon heute viele Qualitäten, sie benötigt aber auch neue Entwicklungsimpulse mit herausragenden Projekten, die geeignet sind, das Profil der Region zu schärfen – auch im Verhältnis zu anderen Teilen des Ruhrgebietes. Die fünf Städte haben sich auf den Weg gemacht, interkommunal Ideen für ihren Ruhrabschnitt zu entwickeln. Gemeinsam ist eine Perlenkette von Projekten entlang der Ruhr entstanden.


„Ruhrfenster“ und „Ruhrbänder“

Das Konzept umfasst daher „Ruhrbänder“, das sind etwa Rad- und Wanderwege, Bahnstrecken sowie die Ruhr als Wasserweg, und „Ruhrfenster“, das sind attraktive Ausflugsziele entlang der Ruhr. „Mit dem ‚Seepark‘, dem ‚Seebad‘ und dem auf Herdecker Seite liegenden Koepchenwerk wird ein schon heute eindrucksvoller Landschaftsraum überregionale Strahlkraft entfalten“, führt Hennig Keune aus.


Alle Partnerstädte bringen eigene IGA-Projekte in das Konzept Mittleres Ruhrtal ein. Die Ruhrbänder wie zum Beispiel der Ruhrtalradweg durchlaufen alle Stadtgebiete. Die gemeinsame und abgestimmte Weiterentwicklung dieser Projekte erfordert intensive Koordination und fachliche Begleitung durch ein interkommunales Projektbüro. Die Förderung dafür hatte die Stadt Witten im Auftrag der anderen beteiligten Kommunen beantragt. Mitte April wurde das Projekt in das Stadterneuerungsprogramm des Landes NRW aufgenommen. Der Förderbescheid ist angekündigt.


Koordination der Gesamtschau

Für die nächsten drei Jahre stehen 480.000 Euro zur Verfügung, davon sind nur 20 Prozent Eigenanteil. Diesen Eigenanteil finanzieren die Partnerkommunen gemeinsam. Das Büro soll die einzelnen Projekte, vor allem aber die Gesamtschau koordinieren. Zu seinen Aufgaben gehört es daher, die Entwicklung der einzelnen Projekte zu unterstützen, Bürgerschaft und Politik zu beteiligen, Netzwerke mit internen und externen Akteuren zu pflegen sowie die interkommunale Zusammenarbeit weiter zu stärken.


Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat für den 8. Mai den Tag der Städtebauförderung ausgerufen. Viele der geplanten Projekte und Maßnahmen im Ruhrtal fallen – mindestens zum Teil – in diesen Bereich.