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Bauweise mit Seltenheitswert: Die Otto-Densch-Halle in der Selbecker Straße. (Foto: Roland Feitenhansl)

Erkundung der Hagener Denkmallandschaft geht in die zweite Runde

22. März 2022 – Nach ersten Erkundungen in Haspe im vergangenen Jahr geht es nun in Eilpe und Delstern weiter: Seit Sommer 2021 beschäftigt sich Denkmaltopograph Dr. Roland Feitenhansl in Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit der Zusammenstellung von Fotos und Texten zu Hagener Bau- und Grunddenkmälern. Diese werden anschließend im Rahmen der Reihe „Denkmäler in Westfalen“ in einem Katalogband veröffentlicht.


Der erste Fund in Eilpe

Beim Rundgang durch Eilpe sind dem Experten besonders die Siedlungsbauten in der Franzstraße aufgefallen. Eine Miethauszeile, die 1926/27 sowie 1931 nach Entwurf von Max und Hans Woltmann und weiteren Architekten im Auftrag der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft errichtet wurde. Für Dr. Feitenhansl ist die bereits teilweise unter Denkmalschutz stehende Architektur aus rhythmisch angeordneten Fenstern, Türen, durchlaufenden Gesimsen und gestalterischen Elementen ein sprechendes Beispiel für den sozialen Wohnungsbau nach dem Ersten Weltkrieg. „In der Franzstraße ist an dieser Stelle eine Gesamtheit aus einheitlich gestalteten Miethäusern und gemeinsam genutzten Freiflächen zu erkennen“, hebt Feitenhansl hervor. Diese Zusammenstellung im Stil zeitgleicher Arbeitersiedlungen existiert in Hagen darüber hinaus nur an wenigen anderen Stellen.


Rundturnhalle wird auf Denkmalwert geprüft

Ein weiteres Objekt, welches Feitenhansl und die Vertreter des LWL bereits bei der Erkundung von Haspe begeistert hat und wofür es ein weiteres Beispiel in Eilpe gibt, ist die Rundturnhalle (Otto-Densch-Halle) in der Selbecker Straße. Feitenhansl fällt auf: „Im Vergleich zu ihren Geschwistern in Haspe und Hohenlimburg scheint die Halle in Eilpe auf dem ersten Blick eine besondere Stellung im Stadtbild einzunehmen. Die umliegende Parkanlage und die leicht erhöhte Position lassen einen hervorragenden Blick auf das Gebäude zu.“ Die Rundturnhalle von 1971 ist eine von wenigen Sporthallen dieser Art in Deutschland. Bei der Unteren Denkmalbehörde wird sie nicht allein aufgrund ihres Seltenheitsstatus, sondern auch, weil diese besondere Bauweise auf den ersten Blick noch in einem guten Überlieferungszustand zu sein scheint, als Prüffall für einen potentiellen Denkmalwert geführt.


In Eilpe ist es vor allem die Durchmischung von Wohn- und Gewerbehäusern, die entlang der teils weitläufigen Straßenzüge Eilper Straße und Selbecker Straße auffällt. Neben den nur noch selten erhaltenen, maximal zweistöckigen Fachwerkhäusern aus dem 19. Jahrhundert stehen bis zu vierstöckige Wohnhäuser aus der Zeit des Historismus und Jugendstil um die Jahrhundertwende. Der Ort hat sich von einer dörflichen Struktur aus Fachwerkhäusern, die vorrangig aus Wohnhäusern mit teilweise und kleineren Handwerksbetrieben bestand, zu einem pulsierenden Standort für Großbetriebe entwickelt, die heute auf dem Weltmarkt unterwegs sind. Für Feitenhansl ein guter Grund, viele der erfassten Gebäude zwar nicht unbedingt als Einzeldenkmäler zu führen, sie aber zumindest zu erwähnen.


Wer ein bereits gelistetes Denkmal, historisches Gebäude oder potentielles Denkmal besitzt, kann eine Gebäudebesichtigung mit dem Denkmaltopographen entweder unter Telefon 02331/207-3154 oder per E-Mail an roland.feitenhansl@stadt-hagen.de vereinbaren.