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(v.l.n.r.): Eva Pieper Rapp-Frick, Vorsitzende des Karl Ernst Osthaus-Bundes, Achim Hahn, Vorstandsmitglied der Märkischen Bank, Dr. Birgit Schulte, stellvertretende Direktorin des Osthaus Museums, sowie Artur Merz, Vorstandssprecher der Märkischen Bank

Förderung der Märkische Bank Stiftung ermöglicht Ankauf von Künstlerbriefen an Osthaus

Briefe von Kirchner, Maillol, Matisse, Rilke und weiteren bedeutenden Künstlern für das Karl Ernst Osthaus Archiv


Der Karl Ernst Osthaus-Bund und das Karl Ernst Osthaus-Archiv am Osthaus Museum Hagen freuen sich über eine bedeutende Erwerbung. Dank einer großzügigen Förderung der Märkische Bank-Stiftung in Höhe von 15.000,- €, konnten 64 Künstlerbriefe sowie ein frühes Tagebuch von Osthaus angekauft werden. Bei dem Briefkonvolut handelt es sich um Dokumente aus dem persönlichen Nachlass von Karl Ernst und Gertrud Osthaus. Die Briefe wurden von Nachfahren der Familie von Gertrud Osthaus, geb. Colsman, verwahrt.

Bei dem Nachlass Adalbert Colsman handelt es sich um 64 Briefe von 36 verschiedenen Absendern an Karl Ernst oder Gertrud Osthaus aus der Zeit von 1899 bis 1920. Die Korrespondenzpartner sind Künstler und Künstlerinnen, Architekten, Designer, Dichter sowie weitere Persönlichkeiten aus der Kulturszene der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jh. Absender sind beispielsweise die französischen Künstler Henri Matisse oder Aristide Maillol, bedeutende Expressionisten wie Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff, die Bildhauer George Minne und Moissey Kogan, wegweisende Architekten wie Jan Mathieu Lauweriks und Bruno Taut, sowie die Dichter Rainer Maria Rilke und Richard Dehmel.


Dr. Birgit Schulte, stellvertretende Direktorin des Osthaus Museums, die das Karl Ernst Osthaus-Archiv wissenschaftlich betreut, dankt der Märkischen Bank-Stiftung, durch deren Förderung die Kaufsumme vollständig finanziert werden konnte: „Die Bedeutung des Archivs liegt zum einen in wertvollen Einzelstücken sowie in der Verbindung zu Karl Ernst und Gertrud Osthaus, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Förderern der Avantgarde zählen. Vielfach handelt es sich um Ergänzungen zu Vorgängen, die bislang durch die Dokumente im Karl Ernst Osthaus-Archiv nur lückenhaft dargestellt werden konnten. Wir erfahren nicht nur, wann Rilke in Hagen war, sondern auch, dass Maillol sich freut, wie seine Skulptur im Hohenhof-Garten platziert ist oder wissen nun noch mehr über die wichtige Rolle der Osthaus-Porträtistin Ida Gerhardi als Bindeglied in die Pariser Kunstszene.“ Artur Merz, Vorstandssprecher der Märkische Bank und Vorstandsmitglied der Märkischen Bank Stiftung, betont das Engagement der Stiftung im kulturellen Bereich: „Die Förderung von Kunst und Kultur ist der Schwerpunkt der Arbeit der Märkischen Bank Stiftung. Als wir die Anfrage auf die Erwerbsförderung zum Ankauf des Brief-Konvolutes erhielten, haben mein Vorstandskollege Achim Hahn und ich und die Kuratoriumsmitglieder unserer Stiftung nicht lange gezögert. Es ist uns eine große Freude, dass wir mit unserer finanziellen Unterstützung dem Karl Ernst Osthaus-Archiv den Zugang zu diesen wichtigen Dokumenten ermöglichen konnten.“ Eva Pieper Rapp-Frick, die Vorsitzende des Karl Ernst Osthaus-Bundes, unterstreicht die Bedeutsamkeit der Förderung: „Als die Möglichkeit der Erwerbung dieser wichtigen Ergänzung des Osthaus-Archivs an uns herangetragen wurde, waren wir zunächst sehr bedrückt und sahen schon dieses für die Forschung so wichtige Konvolutes in naher Zukunft auf dem Kunstmarkt verschwinden. Umso glücklicher sind wir und dankbar der Märkischen Bank Stiftung, dass sie uns spontan und unbürokratisch zur Seite gesprungen ist und nun das zunächst unerreichbar Scheinende erworben und in das Archiv eingegliedert werden konnte.“ Vermittelt wurde der Ankauf durch den Osthaus-Biografen Prof. Rainer Stamm, der im Februar zusammen mit Gloria Köpnick eine Biografie über das Ehepaar Osthaus veröffentlicht und darin bereits einige der nun angekauften Briefe auswerten konnte.


Die Integration der Briefsammlung in das Karl Ernst Osthaus-Archiv bietet die Chance, trotz des Fortzugs der Folkwang-Sammlung, die Rezeption der bedeutenden Rolle Hagens in der Kulturgeschichte der Moderne zu festigen und den Blick der internationalen Forschung verstärkt auf Hagen zu lenken, wo der exklusive Zugang zu wertvollen Quellen einer in kultureller Hinsicht durch Osthaus geprägten Epoche möglich ist.