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v.l.: Markus Heißler, Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Claudia Eckhoff und Thomas Köhler bei der Unterzeichnung der Charta Faire Metropole Ruhr 2030. (Foto: Charlien Schmitt/Stadt Hagen)

Oberbürgermeister Erik O. Schulz unterzeichnet die Charta Faire Metropole Ruhr 2030

2. Mai 2022 – Die Charta Faire Metropole Ruhr 2030 hat Oberbürgermeister Erik O. Schulz heute (2. Mai) unterzeichnet. Die Charta ruft alle 53 Städte und vier Kreise des Ruhrgebiets dazu auf, sich zu den UN-Nachhaltigkeitszielen zu bekennen und sich für Fairen Handel und Fairen öffentlichen Einkauf einzusetzen. In Hagen knüpft die Charta an ein langjähriges Engagement an. Thomas Köhler (Leiter des Umweltamtes der Stadt Hagen), Christine Kuhlmann (Vertreterin für die Koordination Fairer Handel/Nachhaltigkeit der Stadt Hagen), Claudia Eckhoff (Vertreterin für „Eine Welt“ und das AllerWeltHaus Hagen) und Markus Heißler (Vorstandvorsitzender Faire Metropole Ruhr e.V.) haben die heutige Unterzeichnung im Rathaus an der Volme begleitet.


Engagement seit 2013

Die Stadt Hagen ist seit 2013 „Fairtrade-Town“ und fördert das Engagement zum Fairen Handel. Beispielsweise werden beim Stadtmarketing faire Produkte angeboten, es gibt Fairtrade-Schulen, das Projekt Faire Kitas wird intensiv verfolgt und in zwei Weltläden können faire Produkte erworben werden. „Das AllerWeltHaus gegenüber dem Rathaus an der Volme ist ein Angelpunkt der Hagener Bemühungen. Ich freue mich, dass dieses Zentrum, welches durch die Flutkatastrophe hier in Hagen so stark in Mitleidenschaft gezogen war, bald wieder unseren Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen wird und weiter einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Charta leisten kann“, so Oberbürgermeister Erik O. Schulz.


Engagement mit Vorbildfunktion

Mit ihrem unermüdlichen Engagement und durch zahlreiche Aktionen und Aktivitäten rund um Themen des Fairen Handels treiben die Ehrenamtlichen und die lokale Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe den Fairtrade-Gedanken stetig weiter voran. Darauf baut die Charta Faire Metropole Ruhr 2030 nun auf. Mit ihr kann sich das Ruhrgebiet weiter profilieren und damit auch zum Vorbild für andere (Metropol-)Regionen werden. Das Netzwerk Faire Metropole Ruhr hat sie gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Einrichtungen sowie kommunalen Vertreterinnen und Vertretern entwickelt, damit kommunale Verwaltungen faire Produkte stärker ins Bewusstsein und in die Praxis bringen.


Jetzt liegt die Charta Städten, Gemeinden und Kreisen zur Unterzeichnung vor. Sie sollen damit gemeinsam Verantwortung übernehmen – menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Lieferkette von Produkten fördern, sich zu den Grundsätzen des Fairen Handels bekennen und gegen die Ausbeutung von Menschen und Natur stark machen. „Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bilden die Basis für das gemeinsame Handeln, für mehr Klimaschutz, für weniger Ausbeutung, für mehr Nachhaltigkeit“, so Markus Heißler, Sprecher des Netzwerks Faire Metropole Ruhr.


Dabei sind die Kommunen aufgerufen, mehr fair gehandelte Produkte für die Verwaltung und für städtische Veranstaltungen einzukaufen und einzusetzen, Unternehmen vor Ort zu stärken, die den Fairen Handel fördern, oder mehr kommunale Schulen, Kitas und Jugendzentren zu motivieren, zu fairen Einrichtungen zu werden. Die Faire Metropole Ruhr wird die Städte, Gemeinden und Kreise im Ruhrgebiet dabei tatkräftig unterstützen.


Zusätzlich zu den sieben Hauptzielen hat der Rat noch drei weitere optionale Maßnahmen beschlossen. Bis Ende 2022 soll vor jedem Einkauf in den sensiblen Produktgruppen geprüft werden, ob Anforderungen an eine Faire Beschaffung erfüllt werden können und, ob diese durch Gütezeichen im Sinne des Paragraph 34 Vergabeverordnung (VgV) beziehungsweise des Paragraph 24 Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) nachgewiesen werden können. Ein weiterer Aspekt ist der, dass die Faire Woche jedes Jahr medial beworben wird. Der Zweck ist, den Fairen Handel sichtbar zu machen sowie Menschen in der Kommune zu motivieren, sich für den Fairen Handel einzusetzen. Die letzte optionale Maßnahme ist die Einführung von Informationsveranstaltungen für Faire Kitas für entsprechende Leitungsgremien und für das Personal in einzelnen Kitas bis 2024. Durch dieses Angebot soll sich die Anzahl der kommunalen Fairen Kitas bis 2030 auf 100 Prozent erhöhen.


Hintergrundinfos zur Charta Faire Metropole Ruhr 2030

Die Charta Faire Metropole Ruhr 2030 wird unter anderem durch „Brot für die Welt“, „Misereor“, das Bistum Essen und das „Eine Welt Netz NRW“ ideell unterstützt. Sie wird gefördert durch die „Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW“ sowie „Engagement“ Global mit ihrer Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ und mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).


Seit über einem Jahrzehnt ist die Faire Metropole Ruhr in der Region engagiert, um den Fairen Handel und die Faire öffentliche Beschaffung stärker in den Kommunen des Ruhrgebiets zu verankern. Fairtrade Deutschland zeichnete sie 2013 als deutschlandweit erste Fairtrade Region und als ersten Städteverbund weltweit aus.


Unzählige Engagierte haben im Ruhrgebiet bereits viel Gutes auf den Weg gebracht: 20 Jahre „Pottkaffee“ mit über 30 fairen Städtekaffees und 215 Tonnen verkauftem fair gehandelten Kaffee. 4,5 Mio. Menschen leben in einer „Fairtrade-Town“ oder einem „Fairtrade-Kreis“. Über 50 Fairtrade-Schulen und über 160 Faire Kitas sind gute Beispiele des vielfältigen Engagements.


Ein Engagement mit Wirkung: Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen schaffen Arbeitsplätze im Ruhrgebiet. Durch den Ausbau von Fairtrade-Schulen und -Kitas erhalten Kinder gesündere Nahrung. Die Bildung über globale Zusammenhänge und verschiedene Kulturen wird verbessert. Und in einem solidarischen Akt trägt die Charta Faire Metropole Ruhr 2030 zu besseren Arbeits- und Umweltbedingungen weltweit bei.


Corona hat klar vor Augen geführt, wie eng wir global miteinander verzahnt sind. Mehr denn je produzieren Menschen weltweit Güter unter menschenrechtsverletzenden Bedingungen – auch für Kommunen im Ruhrgebiet. Markus Heißler fügt hinzu „Traditionell haben wir im Revier für die Arbeitsrechte gekämpft. Ein solidarisches Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen ist die Basis eines friedlichen Zusammenlebens – lokal und global“.