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(v.l.) Daniela Kreische und Kai Gockel hoffen auf Rücksichtnahme durch die Besucherinnen und Besucher an der Lenne. (Foto: Franziska Michels/Stadt Hagen)

Artenschutz: Hinweisschilder machen auf seltene Vogelarten an der Lenne aufmerksam

15. Juni 2022 – „Hier brüten wir und bitten um Ihre Rücksicht“ – lesen Besucherinnen und Besucher im Bereich der renaturierten Lenne ab sofort auf vier, bald fünf, anschaulich gestalteten Hinweisschildern. Grund dafür ist die Rückkehr des Flussregenpfeifers und der Uferschwalbe nach Hagen. Neben vielen Informationen und Bildern über die gefährdeten Vögel finden Interessierte über einen QR-Code noch weiterführende Informationen zu dem Lebensraum der Tiere.


„Ich freue mich sehr, dass die seltenen Arten hier im Bereich der Lennerenaturierung wieder ein Zuhause gefunden haben. Das ist wirklich eine Sensation“, so Kai Gockel, Abteilungsleiter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hagen und fügt hinzu: „Die neu geschaffenen Kiesbänke sind optimal, damit der Flussregenpfeifer dort seine Eier ablegen kann. Und die Uferschwalbe kann ihre Bruthöhle in das Steilufer graben“. Neben den Tieren zieht es auch die Menschen an die renaturierte Lenne, weshalb Gockel die Besucherinnen und Besucher zur Vorsicht aufruft: „Insbesondere der Flussregenpfeifer ist in seiner Umgebung gut getarnt, weshalb wir Menschen die Tiere schnell übersehen und so unbeabsichtigt ihre Nester zerstören.“ Frei laufende Hunde oder Lärm verschrecken und verscheuchen die Uferschwalbe und den Flussregenpfeifer aus ihrer neu gewonnenen Heimat. Um die bedrohten Tiere zu schützen, sollten Besucherinnen und Besucher zudem auf den Wegen bleiben.


„Leider wurden mehrere der Hinweisschilder in den vergangenen Tagen umgedreht, sodass Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Hinweise nicht mehr von den Wegen aus lesen können. Diesen unnötigen Vandalismus kann ich wirklich nicht verstehen“, sagt Daniela Kreische, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hagen.


Flussregenpfeifer und Uferschwalbe sind stark gefährdet

Flussregenpfeifer und Uferschwalbe werden in der roten Liste des Landes Nordrhein-Westfalen als „stark gefährdet“ eingestuft. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind diese seltenen Vogelarten besonders, der Flussregenpfeifer zudem streng geschützt. Die Maßnahmen zum Schutz der Vögel haben ihre Grundlage im gesetzlichen Artenschutz und sind unter anderem im Bundesnaturschutzgesetzt verankert. Die Untere Naturschutzbehörde Hagen ist zuständig für die Umsetzung und Einhaltung der Artenschutzgesetze. Verstöße gegen die Regelungen werden ordnungsbehördlich verfolgt und können Bußgelder zur Folge haben.