Marktplatz

Das neue Spielgerät „Salzburg“ auf dem Spielplatz an der Salzburger Straße in Haspe. (Foto: Linda Kolms/Stadt Hagen)

Von der Idee bis zur Umsetzung: Wie entsteht ein Spielplatz in Hagen?

21. Juni 2022 – Über das Kletternetz hochsteigen, dann über die Brücke auf die andere Seite des Turms laufen und blitzschnell die Rutsche hinunter – der siebenjährige Finn ist begeistert von der neuen „Salzburg“ auf dem Spielplatz an der Salzburger Straße in Haspe. Das Spielgerät in Form einer mittelalterlichen Burg wurde erst vor wenigen Monaten erneuert und bietet den Kindern in der Umgebung garantierten Kletterspaß. Doch bevor ein neues Spielgerät aufgestellt, ein Spielplatz erneuert oder ein neuer Spielplatz in Hagen entstehen kann, müssen viele Akteure beteiligt und Prozesse in Gang gesetzt werden.


Der gesamte Prozess beginnt mit einer Befragung und der Sammlung von ersten Ideen, weiß Hannah Scharlau, Fachgebietsleiterin Jugendförderung und Projektmanagement bei der Stadt Hagen. „Wir gehen auf die Kinder und Jugendlichen zu und ermitteln ihre Bedarfe. Durch Umfragen, Termine vor Ort und Gespräche in den Jugendzentren und Jugendforen erfahren wir, was sie sich in ihrem Stadtteil wünschen, was sie brauchen und beteiligen sie so an der Entstehung eines Spielplatzes.“


Dabei wird zwischen drei Varianten unterschieden: Bei der Grundsanierung wird ein vorhandener Spielplatz grundlegend überarbeitet, zum Beispiel die Verlegung eines Sandkastens an eine andere Stelle auf der Fläche und die Installation mehrerer neuer Spielgeräte und Sitzgelegenheiten. Im Rahmen eines Neubaus wird auf einem unbebauten Grundstück ein Spielplatz errichtet. Diese Variante ist komplizierter, da zunächst ein entsprechender Bauantrag gestellt werden muss. Bei der dritten Variante werden einzelne Spielgeräte ausgetauscht, sogenannte „Ersatzbeschaffungen“.


Die Planungsphase beginnt

Steht eine erste Idee, geht es in die Phase der konkreten Planung und Finanzierung. Dafür ist die Beteiligung weiterer Ämter erforderlich. Für den Bau eines Spielplatzes werden die Planungen im städtischen Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung entworfen. Hier widmet sich die Abteilung Freiraumplanung der Bereitstellung und Gestaltung von Bolz- und Kinderspielplätzen. Neben der Abteilung Freiraumplanung beschäftigt sich auch der Fachbereich Bau beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) mit der Planung von Spielplätzen. Um den WBH zu beteiligen, bereiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freiraumplanung den Auftrag vor und leiten diesen an die Abteilung Finanzen und Steuerung im Fachbereich Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen weiter. Neben der Beauftragung des WBH meldet die Abteilung Finanzen und Steuerung auch die Finanzbedarfe an und behält die Finanzen rund um die Spielplätze im Blick.


Entscheidung in den politischen Gremien

„Wenn die Planungen abgeschlossen sind, reichen wir die Liste der Ersatzbeschaffungen für die Kinderspielplätze zur Vorberatung in alle Bezirksvertretungen ein. Die finale Entscheidung trifft der Jugendhilfeausschuss“, erklärt Hannah Scharlau. „Stimmen die Politikerinnen und Politiker zu, geht es Schritt für Schritt weiter: von der Ausführungsplanung bis hin zum letztlichen Bau des Kinderspielplatzes.“ Der gesamte Prozess kann ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen, beim Neubau von Spielplätzen sogar länger.


Kletterspaß für alle: Der neue Spielplatz steht

Damit der Kletterspaß lange Zeit erhalten bleibt und alle Kinder den neuen Platz bedenkenlos nutzen können, ist eine Instandhaltung wichtig. „Mein Team und ich warten und kontrollieren regelmäßig die Kinderspielplätze im Hagener Stadtgebiet. Wir achten darauf, dass die Anlage sauber gehalten wird und die Spielgeräte intakt bleiben“, beschreibt Thomas Becker, Fachleiter Städtisches Grün beim Wirtschaftsbetrieb Hagen, die Aufgabe seiner Abteilung. „Gemeinsam mit dem Fachbereich Jugend und Soziales stimmen wir zudem die Liste der Ersatzbeschaffungen von Spielgeräten ab.“


Aktuell wird über weitere Ersatzbeschaffungen beraten, die ab Herbst 2022 umgesetzt werden sollen.