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Ein Luftbild der Gartenanlage am Hohenhof mit den Gräben für die neuen Mauern. (Foto: LWL-AfW Olpe, Lutz Cramer)

Hohenhof: Gartenarchäologische Untersuchungen fördern Rekonstruktion der Gartenanlage

24. Juni 2022 – Die Rekonstruktion der historischen Gartenanlage am Hohenhof im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA 2027) nimmt weiter Form an: Derzeit ziehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Eurovia Gräben für die neu zu errichtenden Mauern im Westgarten und bereiten einen Holzzaun mit Toranlage vor. Damit eine Dokumentation und Sicherung historischer Bausubstanz gewährleistet ist, arbeiten die Untere Denkmalbehörde sowie die Planerinnen und Planer der Stadt Hagen und der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) eng mit der Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zusammen. Die Ergebnisse aus den gartenarchäologischen Untersuchungen stellen eine Bereicherung für die möglichst detailgetreue Rekonstruktion der Gartenanlage am Hohenhof dar.


Rekonstruktion: wichtige Erkenntnisse bereits 2019

Bereits 2019 führten Archäologinnen und Archäologen des LWL unter der Leitung von Dr. Eva Cichy vorbereitende Untersuchungen an mehreren Stellen im Garten am Hohenhof durch. Damals wurden auf Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Entwicklungskonzeptes der Landschaftsarchitektin Susanne Weisser Bereiche festgelegt, in denen die Grabungen der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie genauere Informationen liefern sollten. In einigen Bereichen fehlen historische Belege, ob die Planungen von Henry van de Velde und Leberecht Migge tatsächlich vollständig umgesetzt wurden. Ein Blick unter die Erde sollte Gewissheit bringen: Mit den gartenarchäologischen Untersuchungen gewannen die Untere Denkmalbehörde der Stadt Hagen und die LWL-Archäologie bereits wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der historischen Pläne, noch bevor die eigentliche Ausführungsplanung am Hohenhof durchgeführt wurde. Diese flossen in die Ausführungsplanung mit ein.


Denkmaltag 2019: wichtiges Fundstück verschwunden

Im September 2019 erhielten die Untere Denkmalbehörder der Stadt Hagen und die LWL-Archäologie einen Rückschlag: Nach dem Tag des offenen Denkmals im September 2019 verschwand ein wichtiges Fundstück aus den archäologischen Grabungen – ein historischer Ziegelstein aus der Buddhagrube. Erst kürzlich entdeckte die Untere Denkmalbehörde bei einem ihrer Ortstermine den vermissten Ziegelstein in der Nähe der Buddhagrube wieder. Zur Freude aller Beteiligten soll der Stein als eines der wenigen Exponate vom Hohenhof Teil der geplanten Ausstellung „Archäologie der Moderne“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne werden.


Weitere Untersuchungen im aktuellen Baufortschritt

Die Stadtarchäologie Hagen und die beim LWL zuständige archäologische Außenstelle Olpe führten vor und während des diesjährigen Bauschritts baubegleitende Untersuchungen durch. Im April 2022 zeigte sich bei einzelnen Grabungsschnitten im Bereich des Waldgartens, dass die dort vermuteten Überreste eines Spielplatzes aus der Zeit von Karl Ernst Osthaus nicht mehr vorhanden sind. Obwohl diese nicht bei den Neuplanungen weiterhelfen können, ziehen die Archäologinnen und Archäologen daraus eine positive Erkenntnis. Im Gegensatz dazu konnten die Archäologinnen und Archäologen im Westgarten, wo aktuell die Gräben angelegt werden, Teile der historischen Mauern dokumentieren. Die Mauern bildeten an dieser Stelle einst die Terrassen des Nutzgartens.


Aktuell arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Eurovia aufgrund von langen Lieferzeiten und Lieferengpässen unter anderem von Natursteinen und Holz in der Zwischenzeit an der Wiederherstellung der sogenannten Buddhagrube und den historischen Stufenanlagen im Waldgarten. Das vorhandene Material wird teilweise aufgenommen und gereinigt und soll überwiegend wiederverwendet werden.