Marktplatz

Bei einem Rundgang durch die Innenstadt entdecken die Teilnehmenden koloniale Spuren in Hagen. (Foto: Marius Noack/Stadt Hagen)

VHS: Koloniale Spuren in Hagen – Stadtführung durch die Innenstadt

1. Juli 2022 – Zu einer Führung durch die Innenstadt zu den kolonialen Spuren in Hagen lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) zusammen mit dem Lehrgebiet „Geschichte Europas in der Welt“ der FernUniversität im Rahmen des Urlaubskorbs am Samstag, 9. Juli, von 14 bis 16 Uhr ein. Der Treffpunkt ist auf dem Friedrich-Ebert-Platz vor dem ehemaligen Ratskeller.


Hagen liegt nicht am Meer. Kein Kolonialministerium war hier angesiedelt und die großen Entscheidungen im internationalen Handel wurden nicht zwischen Ruhrgebiet und Sauerland, sondern in Zentren wie Berlin, Hamburg oder Bremen getroffen, bei denen das koloniale Thema auf der Hand liegt. Und doch zeigt gerade ein dezentrales Beispiel wie Hagen besonders deutlich, welche vielfältigen Verbindungslinien zwischen Stadtgeschichte und Kolonialgeschichte, vor allem zwischen etwa 1850 und 1960, bestanden. Koloniales Denken und Handeln waren im Alltag fest verankert. Koloniale Vereine, Völkerschauen, unternehmerische Tätigkeit in Übersee, Auswanderung, die Entsendung von Missionaren und Kolonialbeamten, Alltagsrassismus, Straßenbenennungen und revisionistische Ansprüche verdeutlichen, dass koloniales Denken keine bloße Randnote von Stadtgeschichte ist. Während der Führung wird die koloniale Vergangenheit Hagens im Stadtbild verortet.


Der Rundgang ist barrierefrei und wird auf ebenem Gelände in der Hagener Innenstadt durchgeführt. Die Gehstrecke beträgt rund zwei Kilometer. Die Teilnahme an dem Stadtrundgang mit der Kursnummer 1056 ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich und kann beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de vorgenommen werden.