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Das Projektteam "Guter Lebensabend NRW" möchte nach der Bedarfsermittlung die Umsetzung einer kultursensiblen Altenhilfe und Altenpflege in Hagen weiter voranbringen. (Foto: Hans Blossey)

Bedarfe ermittelt: Projekt „Guter Lebensabend NRW“ geht in die Umsetzung

29. Juli 2022 – Welche Bedarfe haben Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte in Hagen? Wie können Einrichtungen und Dienste der Altenhilfe und Altenpflege den Menschen den Zugang zu ihren Angeboten erleichtern? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt das Ergebnis einer Umfrage, die das Projektteam „Guter Lebensabend NRW“ der Stadt Hagen und des Caritasverbandes von Oktober 2021 bis Ende Januar 2022 durchgeführt hat. Mit einer weiteren Umfrage wurden zudem die Bedarfe der Einrichtungen und Diensten der Altenhilfe und Altenpflege ermittelt. Die Ergebnisse dienen nun als Grundlage für die nächsten Schritte in der Projektumsetzung.


Damit leitet das Team konkret die nächste Projektphase ein, um die geplanten Aktionen und Angebote zu realisieren und das Projekt in Hagen weiter zu fördern: So sollen zum einen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Kulturvereinen gewonnen und informiert werden, da vor allem für die ältere Generation Moscheen und Kulturvereine die erste Anlaufstelle bei Fragen sind. Zum anderen möchte das Projektteam Informationen und Hilfen für pflegende Angehörige bekannter machen sowie Schulungen und Qualifizierungen für das Personal der Altenpflege durchführen. „Ein Ziel, das wir bereits umgesetzt haben, sind die mehrsprachigen Informationen über die Pflege- und Wohnberatung der Stadt Hagen. Jetzt wollen wir das städtische Angebot stärker in die Öffentlichkeit bringen“, sagt Ayse Musanovic, Projektmitarbeiterin und Seniorenberaterin der Stadt Hagen. Die mehrsprachigen Flyer stehen hier auf der Internetseite der Stadt Hagen zur Verfügung.


Veranstaltung zur Vernetzung aller Akteure

Um die Umsetzung einer kultursensiblen Altenhilfe und Altenpflege in Hagen zu etablieren und weiter voranzubringen, veranstaltet das Projektteam „Guter Lebensabend NRW“ ein Netzwerktreffen am Donnerstag, 25. August, von 17 bis 19.30 Uhr im Rathaus an der Volme, Rathausstraße 13, Raum A.201. An der Veranstaltung nehmen Bürgerinnen und Bürger mit Einwanderungsgeschichte, Vertreter der Stadt Hagen, Akteurinnen und Akteure aus dem Gesundheitssektor sowie aus der Altenhilfe und Altenpflege teil, aber auch Interessierte sind herzlich eingeladen. Neben einem Bericht über die Ergebnisse der Bedarfsanalyse erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen über die weiteren Aktionen und Unterstützungsangebote. Eine Anmeldung zum Netzwerktreffen ist bis Montag, 8. August, per E-Mail an ayse.musanovic@stadt-hagen.de erforderlich.


Ergebnisse der Umfrage

„Mithilfe eines Fragebogens haben wir zum Beispiel erfahren, dass die Befragten überwiegend zu Hause innerhalb der Familie betreut und gepflegt werden“, erklärt Musanovic. „Themen wie Scham, Angst und fehlendes Vertrauen wurden oft als Gründe angegeben, wieso unter anderem Menschen muslimischen Glaubens die Angebote der Pflegeeinrichtungen nicht in Anspruch nehmen.“ Sprachliche Barrieren und fehlende mehrsprachige Informationsmaterialien beeinflussen die Situation zusätzlich. Des Weiteren wünschen sich Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte mehr Informationen zu den Themen Angebote und Dienste, ambulante Pflege und Pflegeheime, insbesondere in ihrer jeweiligen Muttersprache.


Mehrsprachiges Personal in der Altenpflege

„Die Umfrage unter den Einrichtungen und Diensten der Altenpflege hat unter anderem gezeigt, dass die Sprachkompetenzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits sehr groß sind und die Kenntnisse in unterschiedlichen Bereichen wie interkulturellen Veranstaltungen eingesetzt werden“, so Musanovic. Dennoch stellen Sprachbarrieren eine Hürde bei der Pflege und Versorgung von Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte dar, insbesondere bei Menschen mit einer Demenzerkrankung. Einige Mitarbeitende wünschen sich außerdem Fortbildungen zum Thema kultursensible Pflege.


Die gesamte Auswertung der beiden Umfragen finden Interessierte hier.