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In einem Seminar des KI erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in den Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Traumatisierungserfahrungen. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Erfolgreiches Fachkräfte-Seminar zu Traumatisierungserfahrungen von Schülern

21. September 2022 – Den Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Traumatisierungserfahrungen lernen: Darum ging es in einem Seminar des Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Hagen (KI) mit dem Diplom-Psychologen Thomas Weber, Geschäftsführer des Zentrums für Trauma- und Konfliktmanagement Köln. Die Veranstaltung richtete sich an Lehrkräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem schulischen und öffentlichen Bereich, die sich mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen.


In dem praxisorientierten Seminar lernten die 15 Teilnehmenden unter anderem in kurzen Rollenspielen die Grundlagen der Psychotraumatologie, Trauerreaktionen in Abgrenzung zu Traumareaktionen, Übertragung von Gefühlen wie Hilfslosigkeit und Ohnmacht auf professionelle Helferinnen und Helfer und deren Auswirkung auf die Arbeit sowie traumapädagogische Vorgehensweisen im Umgang mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern kennen. Weitere Themen waren Psychohygiene und Selbstschutz sowie eigene Fallbeispiele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zudem wurden Verhaltensstrategien für Bezugspersonen erläutert.


Eine wesentliche Erkenntnis des Seminars war, dass Traumaerfahrungen oft erst nach rund zwei Jahren bei den Betroffenen sichtbar werden. Somit wurden für die Fachkräfte einige Verhaltensweisen, zum Beispiel in der Schule, verständlich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten zum Abschluss des Seminars die Bedeutung solcher Schulungen zur Unterstützung in ihrer täglichen Arbeit. Sie wünschten sich außerdem mehr Veranstaltungen zu dem Themenfeld insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Situation zahlreicher geflüchteter ukrainischer Kinder und Jugendlicher in den Schulen.