Komm nach Hagen, werde Pop-Star, mach Dein Glück!


Die wohl aufregendste Zeit in der Hagener Musikgeschichte ist Thema der Ausstellung im Osthaus Museum. Als Punk und New Wave Ende der 1970er Jahre die etablierte Rockmusik ablösten, gingen von der Hagener Musikszene so viele Impulse aus, dass Hagen Anfang der 1980er Jahre als "Deutsches Liverpool" galt. Größtenteils noch nie veröffentlichte Fotos und Filmausschnitte sowie Plakate, Platten, Fanartikel, Musikequipment, Konzert- und Studiotechnik, Bühnenoutfits, Originalzeichnungen und Layouts zu Plattencovern lassen die Zeit wieder lebendig werden. Im Soundraum wird der Trickfilm des schottischen Künstlers John McGeoch gezeigt, der die Hagener Musikszene vor 40 Jahren beleuchtet. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation über die damalige Zeit. Kuratiert wird die Ausstellung von Heike Wahnbaeck in Zusammenarbeit mit dem Osthaus Museum und der FernUniversität in Hagen.


Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf das Musikmärchen der 1970er und 1980er Jahre in einer Stadt, die im Musikbusiness weit entfernt von Metropolen wie Köln, Hamburg oder Berlin liegt - Städte, in denen Plattenfirmen, bedeutende Auftrittsorte oder Medienhäuser situiert sind. In Hagen existierte allerdings schon Mitte der 1970erJahre eine erfolgreiche Musikszene, die einige Jahre später junge Musiker aus der Provinz an die Spitze der Charts katapultierte. Die großen Karrieren von Inga und Annette Humpe, Extrabreit und Nena starteten in jener Zeit.

Die Ausstellung versucht zu ergründen, warum gerade in Hagen die Bedingungen für den Start in diverse Musikkarrieren so gut waren. Krautrock nannten die Engländer abwertend deutsche Rockmusik, doch der Begriff wandelte sich im Laufe der Jahre. Die Hagener Band Grobschnitt war in den 1970er Jahren eine der erfolgreichsten Bands des Krautrocks, sie spielte vor tausenden Zuschauern in den großen Hallen der Republik.


Mit Beginn der 1980erJahre kamen neue Musikströmungen aus England und den USA. Der Punkrock Ende der 1970erJahre war eine ironische Gegenbewegung zu den etwas in die Jahre gekommenen Stadionrockern. Die Abgrenzung zu der Musik der Eltern - und das möglichst provokant - wurde zum Statement. Mit den Worten des Szene-Fotografen Jim Rakete: "Die jungen Musiker zerschlugen das Mobiliar ihrer Eltern auf der Bühne".


In der Folge entwickelten sich Bands wie The Ramblers oder Extrabreit. Es folgte die Neue Deutsche Welle, die mit Nena eine sehr erfolgreiche Band hervorbrachte, die in Hagen unter dem Bandnamen The Stripes ihre Karriere startete.


Kaum bekannt ist, dass Musiker, Bandmitglieder, Bühnentechniker und Produzenten aus jenen Tagen bis heute ein Teil der aktuellen überregionalen und internationalen Musikszene sind. Mit dem Abstand von über 40 Jahren betrachtet die Ausstellung welche langfristigen Karrieren und Berufe aus dieser Zeit entstanden sind.


Ausstellungseröffnung: Freitag, 31.8.2018, 18.30 Uhr

Ort: Osthaus Museum, Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Eintritt zur Eröffnung: frei


Ausstellungsdauer: 31.8. bis 23.9.2018 (Die Ausstellung wurde bis 4. November 2018 verlängert!)

Eintritt: 3 Euro