Grußworte

Isabel Pfeiffer-Poensgen Foto: MKW Bettina Engel-Albustin 2017 Isabel Pfeiffer-Poensgen Foto: MKW Bettina Engel-Albustin 2017

grußwort der schirmherrin

liebe leserinnen,

liebe leser,

beim Stichwort „Bauhaus“ denken viele an Dessau, Weimar und Berlin. Weniger bekannt ist, wie sehr die Bauhaus-Bewegung auch im Westen das Bauen und Gestalten beeinflusste und wie diese Einflüsse auf die Zentren der Bewegung zurückwirkten.


So leisteten im westfälischen Hagen der Architekt und Gestalter Henry van de Velde und der Sammler Karl Ernst Osthaus entscheidende Vorarbeit zum späteren Konzept des Bauhauses. Für Krefeld entwarf Ludwig Mies van der Rohe die Wohnhäuser der beiden Seidenfabrikanten Lange und Esters sowie einen Produktions- und Verwaltungsbau.


Der Einfluss der Bauhaus-Bewegung reichte über Industriearchitektur und Kunstgewerbe hinaus, prägte Mode und Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens, befeuerte die Sehnsucht nach demokratischem Aufbruch und drückt sich sogar im Umgang mit Themen wie Flucht und Exil aus.


„Die Welt neu denken“ – unter diesem Motto begehen das Land Nordrhein-Westfalen und die für die Landschaftliche Kulturpflege zuständigen Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) das 100-jährige Bauhaus- Jubiläum. Mit dabei sind über 40 weitere lokale und regionale Partner wie Museen im Rheinland und in Westfalen sowie der Krefelder Verein MIK e.V. Die Ausstellungsund Veranstaltungsreihe zu den Reformideen, mit denen die Akteure der Bauhaus-Bewegung entscheidende Weichen gestellt haben, nimmt insbesondere das Zusammenwirken zwischen Gestaltung und Demokratie in den Fokus.


Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement, mit dem sie die Einflüsse des Bauhauses sichtbar und erlebbar machen. Den Besucherinnen und Besuchern wünsche ich viel Spaß beim Erkunden und Entdecken.


Isabel Pfeiffer-Poensgen

Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Foto: LVR-Zentrum für Medien und Bildung, Alexandra Kaschirina Foto: LVR-Zentrum für Medien und Bildung, Alexandra Kaschirina

grußwort des kuratoriums

„100 jahre bauhaus im westen“

unter diesem Motto lädt Nordrhein-Westfalen zu einer landesweiten Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe zu Reformideen und Wirkungen des Bauhauses ein. Damit trägt es zu den (inter-) nationalen Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019 bei.


Der Gestaltungswille der Bauhaus-Bewegung umfasste weit mehr als neue Architekturen und Produktentwürfe: Vom Kunstgewerbe bis zur Industriearchitektur, von der Mode zu Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens, von der Sehnsucht nach demokratischem Aufbruch bis hin zu Flucht und Exil reicht das Themenspektrum der nordrhein-westfälischen Veranstaltungen. Gestaltung wird dabei in ihrer ästhetischen wie gesellschaftlichen und politischen Dimension gefasst.


Die Ideen- und Kraftströme für neue Gestaltungsideen flossen in beide Richtungen: Von den Bauhauszentren Weimar, Dessau und Berlin in den Westen, aber auch durch Aktivitäten von Persönlichkeiten aus Rheinland und Westfalen dorthin zurück. Man kann sogar von starken Wurzeln des Bauhauses sprechen, die etwa im westfälischen Hagen liegen, wo der Kunstmäzen und –sammler Karl Ernst Osthaus, ein vehementer Förderer des Bauhausgründers Walter Gropius, eine für die Entwicklung der Moderne zentrale Rolle spielte, was mit dem Begriff „Hagener Impuls“ verbunden ist. Grundlegend für die Entwicklung der Bauhausidee war auch die Werkbundausstellung in Köln kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Krefeld nennt sich selbst mittlerweile „Bauhaus-Stadt“ und hat u.a. Mies van der Rohe, Lilly Reich, Johannes Itten und Georg Muche als klangvolle Referenzadressen aufzubieten. Das 1924 fertiggesellte Landhaus Ilse in Burbach- Siegerland darf als wirkliche Neuentdeckung gewertet werden, ähnelt es doch stark dem „Haus am Horn“, das das Bauhaus 1923 in Weimar als sein erstes Musterhaus errichtete. Es gibt nicht nur ein „Bauhaus“, das Land NRW hat Substanzielles zur Entdeckung der Vielfalt von Umsetzungen, Transformationen und spezifischen Anwendungsfällen der Bauhausidee beizutragen.


So groß und so weit man dann die Idee der berühmten Reformschule auch fassen mag, es ging letztlich um neue Formen des Zusammenlebens in der Industriegesellschaft, die sich nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Deutschland erstmals eine demokratische Verfassung gab. Das Land Nordrhein-Westfalen mit seinem Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) und die für die Landschaftliche Kulturpflege zuständigen Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) verbinden deshalb das Bauhausjubiläum mit dem der Weimarer Republik. So lautet der Untertitel zu „100 jahre bauhaus im westen“: „Gestaltung und Demokratie. Weichenstellungen im Rheinland und in Westfalen“. Über 40 lokale und regionale Partner, darunter die Architektenkammer NRW, tragen zum Gedenkjahr bei, zu einem Veranstaltungsverbund also, den es in dieser Zusammenstellung, Größenordnung und Reichweite bislang noch nicht gab.


Wir danken deshalb nicht zuletzt dem Lenkungskreis für die koordinierende Verbundarbeit, Dr. Cornelia Bockrath (LWL), Dr. Joachim Henneke (MKW) und Prof. Dr. Thomas Schleper (LVR). Alexandra Hilleke M.A. übernahm die Aufgaben der Projektassistenz. Unser Dank gilt auch der interdisziplinären Unterstützung des wissenschaftlichen Beirats unter der Leitung von Dipl. Ing. Herrn Müller (Architektenkammer NRW).


So bleibt uns zu guter Letzt, dem grand projet entsprechend viel Erfolg und starke Resonanz zu wünschen.


Dr. Hildegard Kaluza

Leiterin der Abteilung Kultur im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Milena Karabaic M.A.

Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Rheinland

Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger

Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe

Oberbürgermeister Erik O. Schulz © Michael Kaub Erik O. Schulz Foto: Michael Kaub

grußwort des oberbürgermeisters

„die welt neu denken“

Unter diesem Motto lädt der bundesweite Bauhaus Verbund 2019 gemeinsam mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern dazu ein, die historischen Zeugnisse des Bauhauses ebenso neu zu entdecken wie seine Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft. Die Stadt Hagen mit ihrem kulturellen Protagonisten Karl Ernst Osthaus in der Vor-Bauhaus-Ära nimmt dabei eine bedeutende Schlüsselposition ein.


Beim Auftakt zum NRW-Bauhausjahr auf UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen am 13. und 14. September des vergangenen Jahres betonte die NRW-Kultusministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen in ihrer Begrüßungsrede die zentrale Rolle von Hagen und Osthaus. Daher bedanke ich mich als Oberbürgermeister der Stadt überaus dafür, dass Kuratorium und Lenkungskreis des Landes NRW im Verbund „100 jahre bauhaus im westen“ das Verbundprojekt der Stadt Hagen unter dem Motto „Hagener Impulse“ in ihr Portfolio aufgenommen haben.


Mein Dank gilt besonders dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das die Koordination des Hagener Bauhaus-Verbundes im Hinblick auf die Erstellung dieses Programmheftes fördert. Ebenso danke ich der Sparkassenstiftung für Hagen, welche die Herausgabe der grundlegenden wissenschaftlichen Publikation des Briefwechsels zwischen Osthaus und dem Bauhausgründer Gropius aus den Beständen des Karl Ernst Osthaus-Archivs, die im September erscheinen wird, mit einer großzügigen Zuwendung unterstützt.


Im Bauhausjubiläumsjahr 2019 freue ich mich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland hier bei uns in Hagen. Ich wünsche dem Hagener Bauhaus- Verbund ganz viel Erfolg bei seinen unterscheidlichen Projekten und bin persönlich sehr gespannt darauf, Hagen unter dem Begriff „Bauhaus“ neu zu entdecken.


Erik O. Schulz

Oberbürgermeister der Stadt Hagen


Margarita Kaufmann © Michael Kaub Margarita Kaufmann Foto: Michael Kaub

grußwort der beigeordneten für kultur

"hagener impulse"

Die Bauhaus-Gründung im Jahr 1919 verdankt sich einem „Hagener Impuls“: der Freundschaft zwischen Walter Gropius und dem Hagener Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus, dessen Empfehlung Gropius zu seiner Berufung nach Weimar verholfen hat. Häufig war Gropius bei Osthaus im Hohenhof zu Gast, den Henry van de Velde, sein Vorgänger in Weimar, erbaut hatte. Ebenso schwärmte der Bauhaus-Gründer Gropius von dem einzigartigen Krematorium seines Meisters, Peter Behrens. Guter Baukultur, wie sie Osthaus in Hagen beispielhaft vor Augen führte, maßen beide hohe Bedeutung und große gesellschaftliche Relevanz zu. Heute firmiert diese durch Osthaus‘ Initiativen geprägte Epoche zwischen 1900 und 1921 unter dem Begriff „Hagener Impuls“ – und dieser besondere Impuls bestimmt das gemeinsame Motto des Bauhausjahres in Hagen.


2019 stellt sich ein Bauhaus-Verbund aus Kulturschaffenden in Hagen in die Tradition von Karl Ernst Osthaus, mittels kultureller Projekte in die Stadt hinein- und über Hagen hinauszuwirken.


Unter dem Motto „Hagener Impulse“ hat dieser Verbund in intensivem Austausch gemeinsam ein Bauhausjahr-Programm entwickelt, um das kulturgeschichtlich bedeutsame Ereignis mit zahlreichen Veranstaltungen in Hagen zu feiern: Ausstellungen und Publikationen, Führungen und Exkursionen, Theater, Musik und Film, Vorträge und Diskussionen, Forschung und Lehre, Theorie und Praxis in allen Sparten geben an unterschiedlichen Orten neue Impulse für die Stadt Hagen.


Mein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden, die mit einem umfangreichen Programm mit vielen attraktiven „Hagener Impulsen“ sowohl in die Geschichte als auch in die Zukunft schauen, die außergewöhnliche Baukultur in unserer Stadt beleben und unter neuen Aspekten ins Blickfeld rücken.


Margarita Kaufmann

Beigeordnete für Kultur

Wolfgang Röspel und Frank Walter Foto: Thorsten Irmer Wolfgang Röspel und Frank Walter Foto: Thorsten Irmer

grußwort der sparkassenstiftung

"100 jahre bauhaus"

wird bundesweit mit Unterstützung der Sparkassen-Finanzgruppe als Hauptförderer gefeiert und gemeinhin als Kulturprojekt verstanden. Doch der „Bauhaus-Impuls“ wirkte weit über die Kultur hinaus und ist bis heute in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens wie selbstverständlich eingebaut. Beispielsweise ermöglichte erst die weiterhin prägende Bauhaus-Architektur breiten Teilen der Bevölkerung bezahlbaren Wohnraum. Gerade Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus und dem Bauhaus-Gründer Walter Gropius war diese zukunftsweisende Bedeutung bewusst. So diskutierten sie in ihren Briefen auch die „ökonomische Kraft der künstlerischen Idee“.


Die Sparkassenstiftung für Hagen fördert „100 jahre bauhaus“ sehr gerne und unterstreicht diese damals wie heute aktuelle Idee: Nicht nur Architektur, sondern die gesamte Gesellschaft mit ihren vielen Facetten wird durch Kultur positiv beeinflusst und weiterentwickelt. Die Unterstützung von Kultur ist somit eine nachhaltige Investition in unsere gemeinsame Zukunft und daher ein Anliegen der Sparkassenstiftung.


Wolfgang Röspel

Kuratoriumsvorsitzender Sparkassenstiftung für Hagen

Frank Walter

Vorstandsvorsitzender Sparkasse HagenHerdecke

Rundum gut informiert: Die HAGENinfo

In der Tourismusinformation HAGENinfo der HAGENagentur werden Touristen und Bürger über Sehenswürdigkeiten, Wissenswertes zu Hagen sowie Unterkünfte informiert. Zudem bietet die HAGENinfo Besuchern und Einheimischen eine vielfältige Auswahl an Souvenirs und Erinnerungen an die Volmestadt. Neben den Artikeln widmet sich die HAGENinfo auch dem Verkauf von regionalen und bundesweiten Konzert-, Musical- und Theatertickets.


HAGENinfo

gegenüber dem Sparkassen-Karree

Service Center Hagen

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58095 Hagen


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