Die umfassende Renaturierung der Lenne markiert einen Meilenstein für die ökologische Entwicklung Hagens. Mit der im Dezember 2025 vorgelegten Schlussrechnung bei der Bezirksregierung Arnsberg steht fest: Das Großprojekt wurde um über 1 Million Euro günstiger realisiert als ursprünglich veranschlagt.
Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) konnte das Budget deutlich unterschreiten. Von den ursprünglich geschätzten 7,2 Millionen Euro Gesamtkosten wurden lediglich rund 5,47 Millionen Euro an Fördermitteln vom Land Nordrhein-Westfalen bei einer Förderquote von 90 Prozent abgerufen.
Effizientes Bodenmanagement als Schlüssel zur Einsparung
Vor Beginn der Arbeiten wurde der auszuhebende Boden in einer Rasteranalyse über das jeweilige Baufeld beprobt und bewertet, was eine Reduzierung der Arbeitsschritte bewirkte. Anstatt den Boden zu entnehmen, zwischenzulagern, zu beproben, neu zu verladen und zu entsorgen, konnte dieser direkt nach Belastungshorizont entnommen und abgefahren werden. Die Bezirksregierung hat genehmigt, den vorhandenen Oberboden vor Ort wieder einzubauen.
Das beauftragte Unternehmen, das die Ausschreibung aller drei Bauabschnitte für sich entscheiden konnte, hat zudem die Bodenmassen zu großen Teilen kreativ und im Einklang mit der Bodenschutzgesetzgebung verwertet. So konnten immense Entsorgungskosten verhindert werden, die andernfalls zur Belastung der öffentlichen Haushalte geführt hätten.
Wie wichtig diese Einsparung ist, zeigt der Vergleich seitens der Bezirksregierung mit anderen Projekten: Während Maßnahmen an der Ruhr teilweise aufgrund hoher Deponiekosten halbiert werden mussten, konnte die Lennedynamisierung in vollem Umfang umgesetzt werden. Das Dezernat für Oberflächengewässer der Bezirksregierung Arnsberg lobte das Hagener Ergebnis ausdrücklich als bemerkenswertes Beispiel für zukünftige Wasserbauprojekte.
Naturnahe Renaturierung mit nachhaltiger Wirkung
Auf einer Länge von 2,5 Kilometern wurde die Lenne von künstlichen Einengungen befreit und in einen naturnahen Zustand zurückversetzt. Das schafft wertvollen Lebensraum für zahlreiche aquatische Arten und seltene Vögel wie Flussregenpfeifer, Eisvogel und Uferschwalbe. Somit konnte das geforderte Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, den guten ökologischen Zustand des Gewässers wiederherzustellen, erfolgreich umgesetzt werden. Zudem hat das neu geschaffene Rückhaltevolumen den Hochwasserschutz bereits während des Hochwassers 2021 bewiesen.
Weitere Dynamisierung flussaufwärts
Die Planungen für die nächsten Abschnitte der Lennedynamisierung in Richtung A46 sind bereits in vollem Gange und gehen so einen weiteren Schritt hin zu einer nachhaltigen und lebendigen Flusslandschaft in Hagen.