„Weil der Vater das Sagen hatte als Herr über Leben und Tod“ – unter diesem Titel präsentiert die Volkshochschule Hagen (VHS) eine musikalische Lesung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Dienstag, 27. Januar, von 18.30 bis 20 Uhr in der Alten Synagoge Hohenlimburg, Jahnstraße 46.
Im Jahr 1987 erfährt der Schriftsteller und Journalist Hans Peter Renfranz (1941-1990) zufällig von der mörderischen Vergangenheit seines Vaters. Dieser hatte als Direktor der Gauheilanstalt Warta bei Schieraz/Polen im Rahmen der nationalsozialistischen Euthanasie mindestens 499 geistig behinderte Menschen durch Gas ermorden lassen. Über seine Tätigkeit als Anstaltsleiter hatte er jedoch nie gesprochen. Schreibend versuchte Hans Peter Renfranz, das Unfassbare zu verarbeiten – verwunden hat er es bis zu seinem frühen Tod jedoch nie. „Weil der Vater das Sagen hatte als Herr über Leben und Tod“ ist ein schmerzliches, persönliches Buch, das auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht, dass es eine „Stunde Null“ nach 1945 auch für die Kinder der Tätergeneration niemals hat geben können. Es lesen Rudolf Damm und Sven Söhnchen, die musikalisch von Björn Nonnweiler begleitet werden. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Informationen zur Anmeldung zur Lesung mit der VHS-Kursnummer 1299 erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.