„Werde Zweitzeug*in“: Unter diesem Titel ist von Dienstag, 3. März, bis einschließlich Sonntag, 29. März, eine multimediale und interaktive Wanderausstellung gegen das Vergessen im Osthaus Museum zu sehen. Die Ausstellung des mehrfach ausgezeichneten gemeinnützigen Vereins ZWEITZEUGEN e.V. erzählt die berührenden Lebensgeschichten der Holocaust-Überlebenden Henny Brenner, Chava Wolf, Dr. Leon Weintraub und Wolfgang Lauinger und richtet sich an junge Menschen ab zwölf Jahren sowie Erwachsene. Die Organisation findet in gemeinsamer Zusammenarbeit des AllerWeltHaus Hagen e.V., des Kommunalen Integrationszentrums (KI) der Stadt Hagen sowie des Osthaus Museum statt.
Über die Ausstellung
Die vom Verein erarbeitete interaktive Wanderausstellung ermöglicht durch vier sehr persönliche Geschichten einen emotionalen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus: Fragen wie zum Beispiel „Wie war ihre Kindheit?“, „Wie erlebten sie die Zeit der Verfolgung?“ und „Wie entwickelten sich ihre Leben danach?“ beantwortet die Ausstellung sehr individuell. Ergänzt durch historische Einblicke und aktuelle Bezüge schlägt die Ausstellung eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch multimediale Inhalte, Audiobeiträge und zahlreiche Interaktionen lädt die Ausstellung die Besuchenden ein, eigene Positionen zu entwickeln, selber aktiv zu werden und sich als „Zweitzeuginnen“ oder „Zweitzeugen“ gegen Antisemitismus und für ein demokratisches Miteinander zu engagieren. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Museums dienstags bis sonntags, von 12 bis 18 Uhr, zum regulären Museumseintritt zugänglich.
Die Veranstaltenden laden alle Interessierten herzlich zur Vernissage am Dienstag, 3. März, um 18 Uhr ein. Die kostenlose Eröffnung beginnt mit Grußworten von Museumsleiter Prof. Dr. Rainer Stamm und Oberbürgermeister Dennis Rehbein. Im Anschluss findet eine Führung durch die Ausstellung sowie ein Gespräch mit den Ausstellungsmacherinnen von ZWEITZEUGEN e.V. statt. Bereits am Vormittag desselben Tages findet von 9 bis 12 Uhr ein kostenfreier Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren statt, bei dem der ZWEITZEUGEN e.V. in die pädagogische Arbeit mit der Ausstellung einführt, die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Während der gesamten Ausstellungsdauer bietet die Bildung und Vermittlung des Osthaus Museum Führungen an.
Über den ZWEITZEUGEN e.V.
ZWEITZEUGEN e.V. dokumentiert seit 2010 Überlebensgeschichten des Holocaust und erzählt sie weiter, um vor allem Kinder und Jugendliche zu ermutigen, sich aktiv gegen Antisemitismus und Diskriminierung einzusetzen. Der Verein konnte mit seinen verschiedenen Angeboten bislang mehr als 106.000 Menschen erreichen. Das Konzept ermöglicht eine besondere Form der Erinnerungskultur, bei der Geschichten von Überlebenden kennengelernt und aktiv weitergetragen werden. Diese Arbeit ist gerade in der jetzigen Zeit, in der es immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gibt, die ihre Erfahrungen persönlich teilen können, besonders wichtig. Aus der Geschichte lernend ermutigt ZWEITZEUGEN e.V. Menschen unterschiedlichen Alters dazu, eigene Formen der Erinnerungskultur zu entwickeln und sich für eine starke demokratische Gesellschaft einzusetzen.
Seit 2021 arbeitet das AllerWeltHaus erfolgreich mit ZWEITZEUGEN e.V. und unterschiedlichen Schulen in Hagen zusammen. Im Folgejahr konnte die Kooperation durch KI der Stadt Hagen mit seinem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erweitert werden. „Erinnerungskultur ist nicht nur ein Blick zurück, sondern auch eine Verantwortung für die Zukunft“, betonen die Veranstaltenden. „Mit dieser Ausstellung schaffen wir in Hagen einen Raum, in dem junge Menschen lernen können, wie wichtig es ist, sich für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen. Gerade in Zeiten, in denen wir einen Anstieg von Antisemitismus und Diskriminierung erleben, brauchen wir solche Bildungsangebote mehr denn je.“
Informationen zur Anmeldung zu den Workshops sowie weitere Auskünfte erhalten Interessierte bei Anja Kuhlmann per E-Mail an *****@stadt-hagen.de. Ausführliche Informationen zur Ausstellung und zur Arbeit des Vereins sind online unter www.zweitzeugen.de/angebote/ausstellungen abrufbar. Ermöglicht wird das Projekt durch die finanzielle Förderung der Märkischen Bank Stiftung, das Bundesprogramm „Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Deutsche Postcode Lotterie.