Ab März beginnt ein neuer Lebenszyklus für die Jungköniginnen der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Aus diesem Grund bittet die untere Naturschutzbehörde im Umweltamt der Stadt Hagen alle Hagenerinnen und Hagener darum, Tiere oder Nester zu melden.
Steigen zum Frühling die Temperaturen und erreichen über mehrere Tage hinweg mindestens 12 Grad, erwacht die Jungkönigin der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) aus ihrer Winterruhe. Die dunkle Jahreszeit hat sie an geschützten Plätzen verbracht, um nun mit dem Nestbau und der Gründung eines neuen Volkes zu beginnen. Diese Gründungsnester entwickeln sich ab März und sind noch klein und gut zugänglich. An einem kleinen Stiel hängend, entstehen die ersten Waben des Embryonalnestes. Die Jungkönigin baut die neuen Nester freihängend an meist geschützten, niedrig gelegenen Stellen wie Gartenhäusern, Carports, Dachüberständen, aber auch in Hecken und Vogelhäusern. Sie kümmert sich neben dem Nestbau um die Ablage der bereits befruchteten Eier in die ersten Waben, ihre eigene Ernährung und die der Brut sowie um die Verteidigung ihres Nestes gegen andere Jungköniginnen, die den bereits begonnenen Bau übernehmen möchten.
Ist die Jungkönigin noch alleine, kann sie leicht mit dem Kescher gefangen werden und es besteht keine Gefahr für Menschen. Die Embryonalnester lassen sich zudem manuell abnehmen und zerstören. Die ersten Arbeiterinnen, die nach rund 30 bis 50 Tagen schlüpfen, beginnen aber bereits, das Nest zu verteidigen. Imkerinnen und Imker versuchen mit dem Aufstellen von Locktöpfen, Königinnen abzufangen und so die Gründung eines Hornissenvolkes zu verhindern, damit Nestentfernungen der hoch in den Bäumen hängenden Sekundärnestern im Herbst nicht erforderlich sind.
Nester beim Umweltamt melden
Wer Asiatische Hornissen oder deren Nester beobachtet oder sich unsicher ist, ob es sich um die invasive Art handelt, sollte sich mit einem Fotonachweis und den eigenen Kontaktdaten bei der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hagen unter umweltamt@stadt-hagen.de oder bei Annegret Schulte unter Telefon 02331/207-2904 sowie per E-Mail an *****@stadt-hagen.de melden. Nach Bearbeitung der Meldung erhalten die Hinweisgebenden Informationen, was im Falle einer Asiatischen Hornisse zu tun ist. Die Sichtung wird ebenfalls an das Fundortkataster des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen gemeldet und dort eingetragen. Eine genaue Artbestimmung ist immer erforderlich, damit keine Verwechslung mit der heimischen, streng geschützten Europäischen Hornisse erfolgt.
Über die Asiatische Hornisse
Die aus Südostasien stammende Asiatische Hornisse ist nach den Vorgaben der Europäischen Kommission eine nicht-heimische, invasive Art. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz hat die Asiatische Hornisse einen Einfluss auf die Artenvielfalt. Neben Honigbienen, die bis zu 80 Prozent der Beute ausmachen können und deren Sterben zu einer Bedrohung der heimischen Imkerei führt, stehen auch andere Insekten auf dem Speiseplan der Tiere. Weiterführende Informationen zur Asiatischen Hornisse finden Interessierte auf der Internetseite https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/biozide/biozidprodukte/insektizide/haeufig-gestellte-fragen-zur-asiatischen-hornisse#1-die-asiatische-hornisse-aussehen-und-lebensweise.