„100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“: Unter diesem diesjährigen Motto organisierte das Kommunale Integrationszentrum (KI) der Stadt Hagen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dennis Rehbein gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnerinnen und -partner die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) in Hagen. Mehr als 500 Besucherinnen und Besucher nahmen an den insgesamt 20 unterschiedlichen Angeboten teil. Hinzu kam das große Interesse an den angebotenen Online- und Social Media-Aktionen. An dem Netzwerk gegen Rassismus beteiligen sich unter anderem Schulen, die Polizei Hagen, weitere öffentliche und private Einrichtungen, freie Träger und Wohlfahrtsverbände sowie Hagener Buchhandlungen.
Allgemeine Veranstaltungen der IWgR
Die diesjährige Auftaktveranstaltung der IWgR fand vor rund 40 Teilnehmenden, überwiegend aus pädagogischen Bereichen, im Kultopia statt. Der Sozialwissenschaftler Mick Prinz von der Amadeu Antonio Stiftung hielt eine Keynote über Chancen und Herausforderungen von Gaming-Welten. In zwei Workshops konnten die Teilnehmenden entweder die Inhalte aus der Keynote vertiefen oder sich im Workshop „Das vermeintliche Neutralitätsgesetz – eine Klarstellung“ informieren und austauschen. Das Feedback der Teilnehmenden fiel überwiegend positiv aus.
Unter den zahlreichen Angeboten lieferten Workshops, Ausstellungen, Filmvorführungen und Themenspaziergänge im Stadtgebiet Denkanstöße oder ermöglichten Aktivitäten gegen Rassismus. Bei der Lesung „Kinder. Minderheit ohne Schutz“ mit Sebastian Kurtenbach entwickelte sich unter den rund 60 Teilnehmenden eine rege Diskussion über eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für junge Menschen. Zum wiederholten Mal fand erneut die Mitmachaktion „Bewegt gegen Rassismus“, organisiert vom Stadtsportbund Hagen e.V. und der Arbeiterwohlfahrt UB Hagen-Märkischer Kreis, statt. Ziel war es, als Einzelperson oder in der Gruppe durch Sport und Bewegung ein Zeichen zu setzen: „Wir stehen zusammen – gegen Rassismus und für 100 % Menschenwürde.“
Veranstaltungen in Hagener Schulen
Neben den vielfältigen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit fanden auch einige Schulveranstaltungen statt. Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März positionierten sich Hagener Schulen im Rahmen einer gemeinsamen Online-Fotoaktion gegen Rassismus und für Menschenrechte. Die Ergebnisse können Interessierte in einem Beitrag auf dem Instagram-Kanal des Käthe Kollwitz Berufskollegs (kaethe_kollwitz_bk) sehen. Darüber hinaus setzten sich Schülerinnen und Schüler künstlerisch mit dem Motto der IWgR auseinander. Die Ergebnisse, die in Hagener Buchhandlungen und der Stadtbücherei zu sehen waren, entstanden in Kooperation mit den Hagener Integrationsagenturen AWO, Caritas und Diakonie. Erstmals wurde während der beiden Aktionswochen eine (post)koloniale Materialstunde – initiiert durch das Europabüro der Volkshochschule Hagen (VHS) und die FernUniversität Hagen – für Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 10 angeboten. Die interaktive Ausstellung „Werde Zweitzeug*in“ gegen das Vergessen für Menschen ab zwölf Jahren zog mit ihrem Begleitprogramm 14 Schulklassen, 300 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Privatpersonen in das Osthaus Museum. Das Theodor-Heuss-Gymnasium lud zu der Aktion „Tausche Kuchen gegen ein politisches Gespräch“ ein. Dabei diskutierten rund 40 Schülerinnen und Schüler an einem Nachmittag außerhalb des Unterrichts zu aktuellen politischen Themen. Die Aktion war im Format eines Speed-Datings aufgebaut und kam bei den jungen Teilnehmenden sehr gut an. Auf Einladung der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule kickten Teams aus drei Hagener Schulen gegen Rassismus. Vor dem Fußballspiel gestalteten die Teilnehmenden eine gemeinsame Wand für Vielfalt und Toleranz und tauschten sich aus zu dem Thema „Was können wir mehr gegen Rassismus und Diskriminierung und für mehr Toleranz tun?“.
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus schaffen Räume für Begegnung und Dialog. Alle Veranstaltungen leisten einen wertvollen Beitrag, indem sich die Beteiligten rassismuskritisch für die Menschenwürde und ein vielfältiges Zusammenleben einsetzen. Güler Kahraman, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Hagen, bedankt sich herzlich bei allen Kooperationspartnerinnen und -partnern und Teilnehmenden für ihr großes Engagement: „Gerade in diesen Zeiten ist es wichtiger denn je, gemeinsam Haltung zu zeigen – gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit und für ein respektvolles, solidarisches Miteinander.“
Ausblick
Das Kommunale Integrationszentrum Hagen lädt auch im kommenden Jahr weitere Organisationen, Institutionen und Vereine ein, sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2027 finden vom 8. bis zum 21. März statt. Bei Rückfragen steht Marion Rosenberg vom KI per E-Mail an *****@stadt-hagen.de oder unter Telefon 02331/207-5571 zur Verfügung.