Neubau der Cuno-Berufskollegs I und II: Empfehlung für das Gelände am Ischeland
Freitag, 24.April 2026Wie sieht die Zukunft der Cuno-Berufskollegs I und II aus? Nachdem der bauliche Zustand der Gebäude vergangenes Jahr soweit hergerichtet wurde, dass der Schulbetrieb im November 2025 wieder aufgenommen werden konnte, ist der Standort weiterhin nur eine Interimslösung. „Für den jetzigen Standort liegt nur eine Interimsbaugenehmigung für eine vorübergehende Nutzung vor, so dass wir dringend eine langfristige Perspektive für die Cuno I und II brauchen. Wir teilen die Empfehlung von Drees & Sommer, beide Berufskollegs an einem anderen Standort neu zu bauen“, erklärt Oberbürgermeister Dennis Rehbein. Gemeinsam mit der Beratungsagentur Drees & Sommer hat die Stadt Hagen Vorschläge zur Entwicklung von neuen Standorten für die Berufsschulen erarbeitet. Dabei wurden insgesamt zwölf mögliche Standorte ermittelt und betrachtet, von denen fünf näher untersucht wurden.
Warum ist ein neuer Standort für die Cuno-Berufskollegs erforderlich?
Die Cuno I und II mussten aufgrund von gravierenden Brandschutzmängeln und Bauschäden nach den Sommerferien 2025 geschlossen werden. Durch den großen Einsatz, der Hilfsbereitschaft und der guten Zusammenarbeit mit der Firma Brandschutztechnik Meyer-Hagen GmbH sowie aller an den Arbeiten beteiligten Handwerksfirmen konnten in dem nur fünfwöchigen Zeitraum zwischen dem Beginn der ersten Baumaßnahmen und der Freigabe der ersten Räumlichkeiten am 3. November 2025 zahlreiche wichtige Arbeiten abgeschlossen und der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. In der Kürze der Zeit konnte die Mängelbeseitigung allerdings im Wesentlichen nur mittels Provisorien erfolgen, so dass die umfassende brandschutztechnische Sanierung noch nicht erfolgt ist. So dient beispielsweise der Gerüstturm als Fluchttreppe. Da der jetzige Standort darüber hinaus nicht mehr den heutigen Standards entspricht, war eine neue Standortanalyse erforderlich.
Zu den fünf Standorten, die Stadtverwaltung und Beratungsagentur Drees & Sommer genauer überprüft haben, gehören der Sportplatz am Höing, der ehemalige Westfalia-Baumarkt, der Standort an der Rehstraße, das Gelände Brandt-Süd sowie die Westside. Das Brandt-Gelände wurde aufgrund der Einschränkungen des bestehenden Denkmalschutzes der Fassade, der unpassenden Flächenwirtschaftlichkeit, der Umbaukosten sowie des Zeitaufwandes nicht näher betrachtet. Auch die Westside kam wegen anderweitiger Planungen und der anhaltenden Anbindungsproblematik durch die fehlende und nicht vor 2029 umzusetzende Verlängerung des Bahnhoftunnels nicht in die nähere Auswahl.
Stadt und Beratungsagentur sprechen sich für Standort Ischeland aus
Laut Prognose steigen die Schülerzahlen für die beiden Berufskollegs in den kommenden Jahren stetig an. Durch die höheren Anforderungen an praxisnahen Unterricht wird zusätzlich mehr Fläche für Fachräume und Werkstätten benötigt. Außerdem besteht durch den vorgeschriebenen Sportunterricht für jedes Berufskolleg der Bedarf einer Dreifeldsporthalle, sodass diese Faktoren zu einer annähernden Verdopplung der bisherigen Bestandsflächen führen und der derzeitige Standort als alleiniger Standort ausscheidet.
Im Rahmen der Überprüfung der fünf infrage kommenden Standorte haben Verwaltung und Drees & Sommer verschiedene Kriterien festgelegt. Neben den Kosten für das Projekt waren auch Standortfaktoren wie die Verkehrssituation, Stellplätze und die Flächengröße ausschlaggebend. Zudem wurde der jeweilige Zeitfaktor bis zur möglichen Realisierung des Neubaus untersucht. In einer anschließenden Gewichtung der Kriterien wurden die Kosten stärker bewertet als die Standortfaktoren und die Zeit. Dabei kamen die Expertinnen und Experten zu dem Ergebnis, dass das Gelände am Sportplatz Höing der einzige Standort ist, auf dem beide Berufskollegs inklusive zwei Sporthallen zusammen errichtet werden können und somit die Kosten – auch durch Synergieeffekte – am geringsten ausfallen. Synergieeffekte würden sich auch durch den geplanten Bau des Kita- und Schulstandortes Ischeland ergeben, da hier beispielsweise eine gemeinsame Nutzung der Sporthallen möglich wäre. Dieser Standort wird von Verwaltung und Beratungsagentur bevorzugt. Alle weiteren untersuchten Möglichkeiten hätten zur Folge, dass beide Berufskollegs nicht gemeinsam an einem Standort untergebracht werden können. In einer zweiten Variante könnte die Cuno II auf dem Gelände des ehemaligen Westfalia-Baumarktes und die Cuno I an der Rehstraße angesiedelt werden. Die dritte Variante sieht ebenfalls die Unterbringung der Cuno II am Westfalia-Standort vor sowie den Verbleib der Cuno I am alten Standort an der Viktoriastraße.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Empfehlung von Stadt und Beratungsagentur wird in den kommenden Wochen in diversen Ausschüssen beraten sowie abschließend vom Rat der Stadt Hagen entschieden. Um der Öffentlichkeit den ersten Stand der möglichen Entwicklung vorzustellen, lädt die Stadt zu einer Bürgerinformationsveranstaltung am Montag, 11. Mai, um 17 Uhr in den Ratssaal im Rathaus an der Volme, Rathausstraße 13, ein. Dort erhalten Bürgerinnen und Bürger auch Informationen zum Stand des Verfahrens rund um den Kita- und Grundschulstandort Humpertstraße.