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Zu sehen sind zwei Erdköten auf Waldboden.
Auch Erdkröten gehören zu den Amphibienarten, die sich derzeit auf Wanderung befinden.

Rücksicht nehmen: Amphibien sind wieder auf Wanderung

Donnerstag, 05.März 2026

Da Amphibien ab sofort bis Ende April auf Wanderung sind, bittet die untere Naturschutzbehörde der Stadt Hagen alle Hagener Autofahrerinnen und Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit. Während der Dämmerung und in der Nacht ist es insbesondere an der Tiefendorfer Straße im Bereich des Golfclubs und entlang der Straße Lahmen Hasen möglich, dass Amphibien auf ihren Wegen zu Teichen und Tümpeln die Straße überqueren.

Wie in jedem Jahr hat mit Einsetzen der milden Temperaturen die Wanderung der Amphibien begonnen. Molche, Kröten, Frösche, Unken und Salamander wandern von ihren Winterquartieren in Wäldern und Wiesen zu ihren Laichgewässern, wo sie sich paaren und ihren Laich ablegen. Die Tiere sind in der Dämmerung sowie nachts unterwegs. Besonders fallen die Wanderungen der Erdkröten und Grasfrösche auf, da diese Arten in großen Populationen auftreten und nicht selten mehrere Kilometer in ihrem Bestreben, einen Partner zu finden, zurücklegen. Durchkreuzen Straßen die Wanderrouten der Amphibien, kommt es zum Massensterben. Die langsamen Tiere können den Fahrzeugen nicht ausweichen und finden ein tragisches Ende.

Viele Bürgerinnen und Bürger möchten den Tieren helfen und tragen sie über die Straße. Davon wird abgeraten, da die Sammelaktionen koordiniert ablaufen sollten. Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist es wichtig, die Anzahl der Amphibien zu erfassen, um einen Überblick über die Populationsgrößen zu erhalten. Zum anderen sind beim Umgang mit den Tieren bestimmte vorbeugende Hygienemaßnahmen erforderlich, um eventuell auftretende Pilzerkrankungen nicht von Population zu Population zu verbreiten. Seit einigen Jahren breitet sich der Batrachochytrium salamandrivorans, ein eingeschleppter Hautpilz, unter den einheimischen Amphibienarten aus. Von dem „Bsal“ genannten Pilz ist in der Region besonders der heimische Feuersalamander betroffen, bei dem eine Infektion immer zum qualvollen Tod führt. Tote Feuersalamander sollten mit Foto und Angabe des Fundortes sowie des Funddatums bei der unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden. Neben Feuersalamandern können auch Molche betroffen sein. Für diese Tiere endet die Infektion selten tödlich, sie können den Pilz aber weiterverbreiten.

Bürgerinnen und Bürger, die sich im Amphibienschutz engagieren möchten, können sich an die Hagener Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland unter info@nabu-hagen.de wenden. Wer Hinweise auf besonders gefährdete Straßenabschnitte oder Gullydeckel geben oder weitere Informationen erhalten möchte, kann sich neben dem Naturschutzbund auch bei der Biologischen Station Umweltzentrum Hagen unter Telefon 02331/84888 melden.