Staatssekretär Lorenz Bahr informiert sich in Hagen über Zuwanderung aus Südosteuropa
Donnerstag, 21.Mai 2026Die Zuwanderung aus Südosteuropa sowie bestehende Unterstützungs- und Integrationsangebote: Über diese und weitere Themen hat sich Lorenz Bahr, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI), am vergangenen Montag, 18. Mai, bei einem Besuch in Hagen ein umfassendes Bild gemacht. Im Mittelpunkt standen insbesondere niedrigschwellige Beratungsstrukturen, Fragen der gesundheitlichen Versorgung sowie Bildungs- und Integrationsarbeit im schulischen Kontext.
Nach der Begrüßung durch Martina Soddemann, Erste Beigeordnete der Stadt Hagen, informierte sich der Staatssekretär beim städtischen Quartiersmanagement über die Beratungsarbeit am Infopoint in der Martin-Luther-Straße. Dort steht Ratsuchenden aus Südosteuropa eine zentrale und niedrigschwellige Anlaufstelle zur Verfügung, die insbesondere bei komplexen sozialen und aufenthaltsbezogenen Fragestellungen Orientierung bietet. Die Mitarbeitenden erläuterten die Herausforderungen der Beratungspraxis sowie die Bedeutung vernetzter Strukturen im Quartier, um Zugänge zu bestehenden Hilfesystemen zu erleichtern und Hemmschwellen abzubauen.
Im Anschluss besuchte Lorenz Bahr „Luthers Waschsalon“ in der Körnerstraße 75. Die von der Stadt Hagen unterstützte Einrichtung der Diakonie Mark-Ruhr bietet Menschen mit geringem Einkommen eine wichtige Unterstützung durch Frühstücksangebote, Aufenthaltsmöglichkeiten sowie Gelegenheiten zur Körper- und Wäschepflege. Von besonderer Bedeutung sind zudem die allgemeinmedizinischen und zahnärztlichen Sprechstunden für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz. Ergänzend findet einmal wöchentlich eine spezielle Südosteuropa-Sprechstunde statt, die durch herkunftssprachliche Sprach- und Kulturmittelnde des Quartiersmanagements begleitet wird. Die Fachkräfte vor Ort berichteten über die Bedeutung dieses niedrigschwelligen Ansatzes, durch praktische Hilfen Vertrauen aufzubauen und Menschen schrittweise an weiterführende Unterstützungsangebote heranzuführen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs war die Friedensschule Altenhagen. Dort wurden die Bildungsmediation für Schülerinnen und Schüler aus Südosteuropa sowie Praxisklassen für jugendliche Roma vorgestellt. Die Bildungsmediation, welche die Stadt Hagen unter anderem an der Friedensschule anbietet, verfolgt das Ziel, Bildungschancen zu verbessern, Erziehungspartnerschaften zu stärken und Bildungsbiografien nachhaltig zu begleiten. Darüber hinaus wirkt sie über den schulischen Kontext hinaus als niedrigschwelliger Zugang zu Unterstützungs- und Beratungsangeboten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe. Die von der agentur mark koordinierten und in die Strukturen der Stadt Hagen eingebundenen Praxisklassen für jugendliche Roma zeichnen sich durch einen stark praxisorientierten Ansatz aus. Insbesondere Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf eröffnen sie alternative Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten und unterstützen eine schrittweise Integration in das Regelsystem.
Im anschließenden Austausch wurden die lokalen Erfahrungen der integrationsbezogenen Arbeit im Kontext der Zuwanderung aus Südosteuropa zusammengeführt und gemeinsam eingeordnet. Dabei standen insbesondere bestehende Herausforderungen, aber auch erfolgreiche Ansätze und Strukturen im Mittelpunkt. „Für die Stadt Hagen sind langfristig tragfähige und nachhaltige Strukturen erforderlich – kurzfristige Projektförderungen allein reichen hierfür nicht aus“, machte Martina Soddemann gegenüber dem Staatssekretär deutlich.