Studierende erheben Entsiegelungspotenziale in Hagen-Mitte
Donnerstag, 11.Juni 2026Ein hoher Versiegelungsgrad ist einer der Gründe für die Hitzeentwicklung in dicht bebauten Innenstadtbereichen. Um Entsiegelungsmaßnahmen in Hagen effizient zu planen und durchzuführen, benötigt die Stadt Hagen zuverlässige Informationen über versiegelte Flächen und mögliche Entsiegelungspotenziale. Hierzu arbeitet das Umweltamt der Stadt Hagen gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Dortmund an einer Erhebung von entsprechenden Möglichkeiten vor Ort. Die Studierenden sind am Mittwoch, 17. Juni, in ausgewählten Bereichen im Zentrum sowie in Altenhagen und Wehringhausen unterwegs, machen Fotos und verschaffen sich einen Eindruck über die Versiegelung und Entsiegelungspotenziale öffentlicher und angrenzender privater Flächen.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Planungskartographie“ kartieren die Studierenden einzelne Situationen und Flächen im Stadtgebiet. Hierbei sollen sie Kompetenzen in der geodatengestützten Erfassung erwerben. Private Grundstücke werden während der Erhebung nicht betreten. Die Studierenden und die Stadt Hagen sind verpflichtet, bei der Erfassung und Bearbeitung von Daten alle bestehenden Datenschutzauflagen zu beachten. Die Ergebnisse werden lediglich im Rahmen der Forschung und Lehre an der TU Dortmund sowie für umwelt- und klimaschutzrelevante Konzepte der Stadt Hagen und deren Einrichtungen genutzt. Eine Weitergabe von Informationen an Dritte ist nicht vorgesehen.
Bodenversiegelungen und Bedeutung der Entsiegelung
Zahlen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUK) zeigen basierend auf der Auswertung von Satellitenaufnahmen eine steigende Tendenz der Bodenversiegelung. Diese hat im Übermaß unmittelbare Auswirkungen auf die natürlichen Bodenfunktionen und beeinträchtigen den Wasserhaushalt, das Kleinklima und die Bodenfruchtbarkeit. Die Folgen werden durch den Klimawandel noch verschärft: Die zunehmenden Hitzeperioden sorgen für ein starkes Aufheizen von Asphalt und Beton und befördern die Entstehung von Hitzeinseln in den dicht bebauten Innenstadtbereichen. Starkregenereignisse führen zu Überflutungen, da das Niederschlagswasser nicht versickern und auf natürlichem Weg dem Grundwasser zugeführt werden kann. Zudem bleibt wenig Platz für Grün, zum Beispiel Stadtbäume, die als Schattenspender, Wasserverdunster und Luftreiniger wichtige Ökosystemleistungen bereitstellen. Die Entsiegelung von Böden stellt daher ein wesentliches Mittel zur Wiederherstellung verloren gegangener natürlicher Bodenfunktionen sowie für eine wirksame, klimaangepasste Stadtentwicklung dar.
Für mögliche Rückfragen zur Erhebung stehen Stephanie Roth von der Stadt Hagen unter Telefon 02331/207-2386 sowie Prof. Dr. Thomas Hartmann von der TU Dortmund unter Telefon 0231/755-2228 gerne zur Verfügung. Die Stadt Hagen bedankt sich für die Unterstützung.